Sassongher, 2665 m

Interessante Gipfeltour auf wenig begangenen Wegen. Teilweise steil mit kürzeren Fels - passagen (Sicherungen). Vom Gipfel stimmungsvolles Panorama, vor allem am Abstiegsweg üppige Flora (Autor: Eugen E. Hüsler)
8 km
1200 m
6.00 h
Aufstieg Am kleinen Parkplatz heißt es gleich: aufwärts! Der markierte Weg steigt im Waldschatten steil an, peilt dann die markante Felsstufe vor dem Eingang ins Val de Juel an. Sie erweist sich als wenig schwierig, an einer Stelle ist freundlicherweise sogar ein Drahtseil montiert. Im Osten, über dem Hochabtei, bauen sich die gewaltigen Felsbastionen von Kreuzkofelmassiv, Lavarela und Conturines (3064 m) auf, rechts dahinter zeigt sich die Tofana di Rozes. An der Baumwuchsgrenze betritt man die Dolomi - tenidylle des Val de Juel. Mehr Graben als Tal, wird es zur Linken von den bizarren Felszacken der Tors dl Sassongher flankiert, rechts von einer senkrechten Mauer mit dem Gipfelkreuz der Para dai Giai (2497 m) darüber. Es lohnt sich, diese Szenerie etwas genauer in Augenschein zu nehmen, verläuft der Abstiegsweg doch über das Felsband, das die Giai-Wand horizontal schneidet. Über viele Kehren steigt man weiter in den Talkessel hinein und hinauf; in einem Linksbogen peilt der Weg die Forcela dl Sasson gher (2435 m; 2.30 Std.) an, wo der viel begangene Anstieg von Kolfuschg herauf einmündet. Eine deutliche Spur führt aus der Scharte in sandigem Untergrund über den Nordwestrücken hinauf in die Felsen. Eine etwa zehn Meter hohe Steilstufe ist gesichert – als Doppelspur! Aufsteiger nehmen die linke Variante. Über ein Band, Schrofen und Geröll erreicht man schließlich den geräumigen Gipfel des Sassongher (2665 m; 3.15 Std.). Abstieg Zurück in die Forcela dl Sassongher (2435 m; 3.45 Std.). Wenig unterhalb der Scharte folgen kurz nacheinander zwei Weggabelungen: erst links, dann rechts. Auf diese Weise fädelt man ein in das Grasband (Edelweiß!), das unter senkrechten, teilweise sogar überhängenden Felsen hoch über dem Val de Juel talauswärts führt. Über eine abschüssige Rinne hilft ein Drahtseil, dann geht’s kurz aufwärts zu einem Buckel, der den Übergang in die Talmulde von Cialdires vermittelt. Absteigend erreicht man die Ütia Gherdenacia (2050 m; 5.15 Std.) in schöner Aussichtslage hoch über Stern. Unterhalb der Hütte führt der Weg in einen von Felsen flankierten Graben. Sehr steil in ihm abwärts, dann links aus der Rinne heraus (Drahtseil)undin Kehren im Wald weiter hinunter zu einer Forstpiste; bei einer Verzweigung etwas oberhalb hält man sich rechts (Hinweis »La Villa«). An der Straße weist ein Schild nach Fontanacia: weiter im Wald abwärts zu den ersten Häusern und zurück zum Parkplatz bzw. zum Bushalt (6.30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortStern (1420 m)
AusgangspunktFontanacia (1450 m), Häusergruppe an der Straße von Stern nach Corvara. Bushalt, Parkplatz (1491 m) etwas oberhalb des Weilers
EndpunktFontanacia (1450 m), Häusergruppe an der Straße von Stern nach Corvara. Bushalt, Parkplatz (1491 m) etwas oberhalb des Weilers
TourencharakterKommt man über das Valparolajoch ins Hochabtei, so fällt einem am vielgezackten westlichen Horizont sofort ein kühn geschwungenes Horn auf: der Sassongher (2665 m), das felsige Wahrzeichen von Corvara, dessen Dächer er um gut einen Kilometer überragt. Dass der auf den ersten Blick sehr abweisend wirkende Berg eine »schwache« Seite besitzt, ist dann von Kolfuschg aus zumindest zu erahnen: sein Nordwestrücken, zwischen der Sassongher-Scharte und dem Gipfelkreuz nur knapp dreißig Grad steil. Von dem markanten Steilprofil bleibt beim Weg ins Edelweißtal lediglich eine kurze Felsstufe übrig, notabene mit gesicherter »Doppelspur«. Das sagt einiges aus über die Beliebtheit des Sassongher beim bergsteigenden Fußvolk. Die meisten starten in Kolfuschg; interessanter, allerdings auch weiter, ist der Weg von Stern herauf. Er verläuft am Ostrand der Gherdenacia und führt in einen ebenso schönen wie weltvergessenen Bergwinkel: das Val de Juel. Am Gipfel genießt man eine packende Rundschau, mit Tiefblicken ins Gadertal, in den Talkessel von Corvara, aus dem sich die Passstraßen zum Grödner Joch und zum Campolongo hinaufschlängeln. Ein Blickfang sind die Nordabstürze des Sellamassivs mit dem tiefen Einschnitt des Mittagstals (Val de Mesdì). Rechts davon steht auf dem großen Ringband die Pisciadù-Hütte, und mit einem guten Fernglas kann man Bergsteiger beim Aufstieg über die gleichnamige Via ferrata beobachten. Genau im Süden zeigt sich die Marmolada (3343 m), das »Dach der Dolomiten«, flankiert von den beiden Hauptgipfeln des Zoldano, Civetta und Pelmo, noch »ein Tal weiter« nach Osten zieht die markante Schräge des Antelao die Blicke auf sich.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 07 »Alta Badia – Arabba – Marmolada«
MarkierungenRot-weiße Markierungen, Wegzeiger, Wegnummern 7, 5, 11, 11a
VerkehrsanbindungNach Stern kommt man von Bruneck/St. Lorenzen bzw. von Corvara über die Gadertalstraße. Linienbus
GastronomieÜtia Gherdenacia, Mitte Juni bis Ende September; Tel. 338/543 27 26
Tourismusbüro
Tourismusverband Alta Badia, Col-Alt-Straße 36, I-39033 Corvara; Tel. +39/0471/83 61 76, corvara@altabadia.org, www.altabadia.org

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