Sas de Crosta, 2396 m

Abwechslungsreiche Wanderrunde, teilweise Güterwege, zum Gipfel hin recht rau. Üppige Flora, vom Sas de Crosta stimmungsvolles Panorama (Autor: Eugen E. Hüsler)
8 km
810 m
5.00 h
Aufstieg Die Gipfelrunde beginnt auf Güterwegen, führt durch einen Graben hinauf zu den Blumenwiesen von Ciavaza, vorbei an mehreren von Wind und Wetter dunkel gebräunten Heuhütten. Bei einer Graskuppe (1967 m; hübscher Rastplatz) zweigt rechts der Gipfelsteig ab. Er gewinnt an dem licht bewaldeten Hang zügig an Höhe, knickt dann nach rechts ab (Tafeln). Bei der folgenden Verzweigung hält man sich links. Zunehmend steiler zickzackt die raue Spur an einem Geländesporn hinauf zum lang gestreckten Kamm (2296 m) des Sas de Crosta (2396 m). Zuletzt über den breiten, felsdurchsetzten Rücken zum Gipfel; das Kreuz steht nicht am höchsten Punkt, sondern auf der dem Wengental zugewandeten Kuppe (2384 m). Abstieg Er führt auf dem Anstiegsweg zurück bis zu der Verzweigung an der Grenze des Naturparks »Fanes – Sennes – Prags« (ca. 2015 m). Hier biegt man rechts in den Weg ein, der zunächst noch die Höhe hält, dann hinabzieht zur Ciavaza-Straße. Sie führt in leichtem Auf und Ab zu den Marianwiesen, wo sich ein Abstecher zum Crusc de Rit (2021 m; 15 Min. hin und zurück) anbietet (Aussicht!). Der weitere Abstieg umgeht den Felszahn nordseitig und senkt sich dann ins Ju de Rit (Ridjoch, 1863 m; 4.30 Std.) mit seiner Lacke. Die rot-weißen Wegmarkierungen leiten – größtenteils auf breiten Güterwegen – aus der Senke über Wiesen und durch prächtige Lärchenhaine hinunter zur Asphaltstraße. Auf ihr spaziert man taleinwärts zurück zum Wanderparkplatz (5.15 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied810 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortWengen (1348 m)
AusgangspunktWanderparkplatz (ca. 1590 m) an der schmalen Asphaltstraße zu den Höfen von Côz
EndpunktWanderparkplatz (ca. 1590 m) an der schmalen Asphaltstraße zu den Höfen von Côz
TourencharakterZu den großen Gipfelzielen der Dolomiten gehört der Sas de Crosta (Paresberg) bestimmt nicht: weniger als zweieinhalbtausend Meter hoch, kein markantes Profil und nicht einmal eine kleine Kraxelei am Normalweg. Lohnend ist seine Besteigung trotzdem, unterwegs gibt’s viel zu sehen, und oben genießt man eine stimmungsvolle Aussicht. Am Sas de Crosta ist man Selbstversorger, keine Hütte am Weg, dafür aber auch weder Lifte noch wüste Pistenschneisen. Fast könnte man meinen, die Zeit wäre stehen geblieben im Wengental, während sich das Hochabtei Wachstum ohne Ende auf die Fahnen geschrieben hat. In Wengen gibt’s noch mehr Bauern als Hoteliers, das Siedlungsbild verrät es. Blumen und Gesteine Der gut markierte Aufstieg ist teilweise recht steil, im Hochsommer entsprechend heiß. Uns jedenfalls hat der »kleine« Berg ordentlich ins Schwitzen gebracht. Es war Ende Juli, auf den Wiesen unter dem Schafberg blühten die Kohlröschen zu Tausenden, die Sonne stach vom milchigen Himmel, Mückenschwärme umtanzten unsere Köpfe, ließen sich nur vorübergehend vertreiben. Im Westen, über dem Peitlerkofel, bauten sich mächtige Cumuluswolken auf: Gewitterstimmung. Entsprechend eingetrübt präsentierte sich das Gipfelpanorama, vom fernen Zuckerhütl in den Stubaier Alpen war natürlich nichts zu sehen, an der Sella verschmolzen Fels- und Himmelsburg zu einem furchteinflößenden Fantasiegebilde. In der Nordflanke des Gipfels stehen die »Zwölf Apostel«, bizarre Felsgebilde, und die haben schon manchen Sturm heil überstanden. Dass aber auch Berge nicht für die Ewigkeit gebaut sind, kann man an den Schuttströmen im Rautal ebenso ablesen wie an den Flanken des Ruinenberges von Ciastlins (2673 m). Das Dörfchen Wengen ist vor allem den Geologen ein Begriff. Bei den nach einem Vorkommen im Tal benannten Schichten handelt es sich um Sedimentgesteine der mittleren Trias, an deren Entstehen neben Meeresablagerungen auch Landpflanzen und vulkanisches Material beteiligt waren. Eine naturkundliche Besonderheit jüngeren Datums ist der Moortümpel am Ridjoch (Ju de Rit), ein noch weitgehend intaktes Feuchtbiotop, besiedelt von Fröschen, Libellen und allerlei Insekten.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 07 »Alta Badia – Arabba – Marmolada«
MarkierungenRot-weiß, Wegnummern 15, 15b, 13
VerkehrsanbindungNach Wengen kommt man von Bruneck/St. Lorenzen durch das Gadertal. Von Pederoa hinauf nach Wengen, dann noch 3 km bis zum Wanderparkplatz
GastronomieEinkehrmöglichkeiten in Wengen
Tourismusbüro
Tourismusverein La Val, I-39030 Wengen; Tel. +39/0471/84 30 72, laval@altabadia.org, www.gemeinde.wengen.bz.it

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