San Carlo in Negrentino

Talwanderung auf markierten Wegen, auch mit Kindern möglich. Einziger nennenswerter Anstieg von Prugiasco nach San Carlo in Negrentino. (Autor: Eugen E. Hüsler)
7 km
380 m
2.00 h
Erstes Etappenziel an der kleinen Talwanderung ist Prugiasco (618 m), eine Viertelstunde von Acquarossa (528 m). Im Ort weist ein Schild zur Chiesa San Carlo. Über dem Graben des Ri di Prugiasco führt der Weg steil bergan, die Kehren eines Sträßchens abkürzend. Bald schon kommt die frei auf einer Wiesenterrasse stehende Kirche San Carlo in Negrentino (854 m; 1 Std.) ins Blickfeld. Hinter dem Gotteshaus geht es noch einmal kurz bergan, dann rechts zu den Häusern von Negrentino (828 m). Wir queren die Straße und gehen abwärts nach Castro (653 m; 1:30 Std.), dessen Kapelle San Antonio sehenswerte barocke Illusionsmalereien aufweist. Den Wegzeigern folgend, geht's hinab zum Brenno, der etwas weiter taleinwärts überquert wird. Jenseits des Flusses dann hinauf zur Lukmanierstraße und hinein nach Lottigna (680 m; 2:15 Std.) mit der wappengeschmückten Casa dei Landvogti, die das besuchenswerte Talmuseum (Museo di Blenio, April–Oktober Dienstag–Freitag 14–17 Uhr, Samstag/Sonntag 10–12 Uhr, 14–17 Uhr) beherbergt. Auf einem Waldweg, der parallel zur Talstraße verläuft, zurück nach Acquarossa (528 m; 2:45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied380 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAcquarossa (528 m) im Bleniotal.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterIm Bleniotal lassen sich nicht nur schöne Pass- und Gipfeltouren unternehmen, man kann am Brenno auch den Spuren einer über zwei Jahrtausende alten Geschichte nachspüren. Zwischen Semione, wo die längst in Ruinen liegende Burg Serravalle einst den Talzugang beherrschte, und dem Bergdorf Olivone gibt es viel zu entdecken, interessante Museen, romanische und barocke Baukunst, alte und neue Wege. Namen wie Castro und Aquila weisen auf die Römerzeit zurück; Leontica leitet sich vermutlich von dem Keltenstamm der Lepontiner ab, der hier siedelte. Und Dangio besitzt ein süßes »Geheimnis«: seine Schokoladenfabrik. Bereits um 1600 soll die Kunst der Schokoladenherstellung ins Bleniotal gekommen sein; im 18./19. Jahrhundert gründeten Emigranten entsprechende Unternehmen in Frankreich, England, ja sogar in Istanbul. Heute erinnert bloß noch die verlassene Fabrik »Cima Norma« daran. Den Wende- und Höhepunkt der Runde markiert San Carlo in Negrentino in herrlicher Aussichtslage. Der in zwei Etappen im späten 11. und im 13. Jahrhundert errichtete, flachgedeckte Bau mit seinen ungleichen Rundapsiden und dem hohen Campanile ist eines der besten Zeugnisse lombardischer Romanik im Tessin. Er bewahrt zudem gut erhaltene Wandmalereien romanischer und spätgotischer Zeit.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 266T »Valle Leventina« mit Wanderwegeaufdruck.
MarkierungenWeiß-rot-weiße und gelbe Bezeichnungen, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungAcquarossa hat gute Busverbindungen mit Biasca (Station der Gotthardlinie) und den anderen Ortschaften des Bleniotals.
GastronomieIn Prugiasco, Castro, Lottigna und Acquarossa.
Tourismusbüro
Blenio Turismo, CH-6718 Olivone; Tel. 091/8 72 14 87, info@blenioturismo.ch, www.blenioturismo.ch.

Buchtipp

Eugen E. Hüsler

Tessin

Im diesem Stück Erde, zu wandern garantiert Landschafts- und Kulturgenuss. Variierende Schwierigkeitsgrade machen die 40 Wanderungen attraktiv.

zum Shop
Mehr zum Thema