Säuling, 2047 m – Füssens Wahrzeichen

Großer Felsberg über Schlössern und Seen Über weite Strecken Bergwege, mehrere steile, leicht felsige Passagen mit Sicherungen, Trittsicherheit wichtig. (Autor: Dieter Seibert)
Aus der Bleckenau auf den Säuling (2047 m) Wir fahren von Hohenschwangau mit dem Kleinbus in die Bleckenau (man sollte sich vorher im Verkehrsamt über die genauen Abfahrtszeiten erkundigen). Von dort wandern wir an der Fritz-Putz-Hütte des Alpenvereins vorbei meist im Wald in vielen Kehren gegen die bis zu 550 m hohen Nordostabstürze des Säulings empor und dann die teilweise sehr steilen, von Rinnen zerfurchten Hänge querend auf einen Geländerücken, wo man auf den direkt von Hohenschwangau heraufkommenden Normalweg trifft. In der steilen Flanke (mehrmals Sicherungen, Leiter), teilweise zwischen Latschen, steigen wir noch weit empor zur breiten Nordwestschulter des Säulings mit der Gamswiese und einem überraschenden Blick nach Süden und Westen. Von dort geht es erst über Gras, dann zwischen einigen Felsen zum Kreuz auf dem Westgipfel (2038 m) und über eine kleine Scharte hinweg zum höchsten Punkt. Direkter Abstieg Dies ist die schnellste Möglichkeit (mindestens 2 1/4 Std.), um wieder nach Hohenschwangau zu kommen - Über die Gamswiese und die folgende Steilflanke gelangen wir wieder hinab zur Wegverzweigung auf dem Geländerücken. Dort wenden wir uns links, queren durch sehr steile Hänge und gehen hinab in die Wildsulz (1414 m). Im Wald, nun viel bequemer, wandern wir zu einer kleinen Lichtung mit dem Älpele und auf Forstwegen durch die Wälder unter dem Gassenthomaskopf zu einer Forststraße. Auf ihr gehen wir zum Sattel bei der »Jugend« nahe dem Schloss Neuschwanstein und auf dem breiten Weg hinab nach Hohenschwangau. Oder wir wandern von der »Jugend« – ungleich eindrucksvoller, aber 20 Min. länger – bis kurz vor das Schloss, dann rechts hinab zur Pöllat mit Wasserfall und durch die schöne Schlucht hinaus zur ehemaligen Gipsmühle. Rund um den Pilgerschrofen Von der Westschulter des Säulings steigen wir nach Südwesten über eine steile, schrofige Stufe mit Drahtseilhilfe hinab auf einen kleinen Boden mit dem Säulinghaus (1694 m) der Naturfreunde, über dem die glatte Westwand des Säuling aufragt. Der herrlich feste und griffige Wettersteinkalk lockt auch die Kletterer in diese teilweise senkrechte Mauer. Kurz vor der Hütte zweigt ein Steig ab; auf ihm geht es unter den Wänden des Pilgerschrofens entlang zu dessen Westgrat. Nach einer Querung unterhalb der Nordwestwand geht es wieder empor zu einer Schulter auf einer Geländerippe. Der Weg durch Latschenfelder führt sehr eindrucksvoll unter den Wandfluchten steil hinab in die Wildsulz, wo man auf den direkten Abstiegsweg trifft. Mit Familie und Kindern Der Aufstieg aus der Bleckenau auf den Säuling bietet allen Trittsicheren eine spannende, abwechslungsreiche, schon etwas anspruchsvollere Bergtour, aber wegen der Länge des Weges eignet sie sich allenfalls für große Kinder. Familien mit kleineren Kindern finden jedoch rund um Neuschwanstein, das natürlich auch einen Besuch wert ist (wenn einen der Trubel nicht stört), eine Fülle reizvoller Möglichkeiten. Vor allem macht der Aufstieg durch die Pöllatschlucht, die beim Abstiegskapitel kurz skizziert wurde, dem Nachwuchs viel Spaß. Ferner gibt es viele Möglichkeiten am 1,9 km langen und 62 m tiefen Alpsee, der fast ganz von steilen Waldhängen eingefasst wird. Im Süden gibt es – trotz des meist kalten Wassers – ein Schwimmbad; außerdem führen Wanderwege rund um die Wasserfläche, teilweise in mehreren »Etagen« übereinander.

Dauer - Gesamtgehzeit 5 1/2 Std. Aus der Bleckenau auf den Säuling 2 1/2 Std. Rückweg rund um den Pilgerschrofen 3 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1000 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSchwangau (796 m), Ferienort zwischen Forggensee und den Königsschlössern. 2 km nach Hohenschwangau mit Großparkplatz (805 m).
TourencharakterDer Säuling, ein wuchtiger, völlig isoliert aufragender Felsberg, bildet das Wahrzeichen der Ostallgäuer Seenlandschaft. Er gehört zu den schönsten und markantesten Ammergauer Bergen, der fälschlicherweise des Öfteren zu den Allgäuer Alpen gezählt wird. Er bildet zudem eine Aussichtswarte ersten Ranges, liegen doch im Norden zu Füßen all die Seen ausgebreitet, die das Ostallgäu schmücken; zudem gehören zahllose bekannte Gipfel zum Panorama. Und die weltberühmten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau stehen am Fuß unseres Berges. Man kann direkt vom Ort Hohenschwangau aus den Säuling besteigen, doch wesentlich mehr Abwechslung bietet die hier beschriebene Rundtour.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Füssen und Umgebung.
VerkehrsanbindungVon Norden über Steingaden oder von Füssen jeweils auf der B 17. Busverkehr auf den gleichen Strecken.
GastronomieGasthaus Bleckenau (1167 m) beim Ausgangspunkt. Säulinghaus (1694 m), Naturfreunde, 60 Schlafplätze, Tel. 0043/5672/29632.
Tipps
Neuschwanstein (964 m) Diese mächtige Anlage trägt mit vollem Recht den »Kosenamen« Märchenschloss. Der Fremde, der erstmals in den Schwangau kommt und hoch oben in den dunklen Fichtenwäldern in geisterhaftem Hellgrau des Schloss schimmern sieht, wird spontan an eine Fata Morgana denken. 150 m über dem flachen Vorland thront Neuschwanstein auf einem schmalen Felsvorsprung. Das gewaltige Bauwerk wirkt wie das Idealbild eines Ritterschlosses, doch es wurde in Wirklichkeit erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. erbaut. Hier sollte eine neue Wartburg entstehen – nicht zuletzt um Richard Wagner, den König Ludwig II. sehr schätzte, und dessen Oper »Tannhäuser« zu ehren. Die prunkvolle Innenausstattung wurde nie ganz fertig gestellt. Wegen der immensen Kosten stand der König während der Bauzeit mit seinem Finanzminister in einer Dauerfehde; beide konnten damals nicht ahnen, dass später einmal eine ganze Region von diesem Schloss leben würde. Als Ausflugsziel ist Neuschwanstein nämlich außergewöhnlich beliebt; in entsprechenden »Stoßzeiten« kom- men bis zu 10000 Menschen zur Besichtigung – an einem einzigen Tag! Der Aufstieg nach Hohenschwangau dauert 25 Min.; man kann aber auch mit dem Bus fahren. Der schönste Zugang erfolgt allerdings durch die schon beschriebene Pöllatschlucht.
Höchster Punkt
Säuling (2047 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Tourist Information Schwangau, Münchener Str. 2, 87645 Schwangau, Tel. 08362/81980, E-Mail: info@schwangau.de.
Mehr zum Thema