Ruppiner Schweiz

Von der Boltenmühle rund um Tornow- und Kalksee Bequeme Waldwanderung. (Autor: Bernhard Pollmann)
17 km
100 m
4.00 h
Boltenmühle Vom Parkplatz am Ende der Stichstraße zur Boltenmühle führen Stufen an einer Wanderwege-Übersichtstafel vorbei zum Ufer des Tornowsees, wo nach wenigen Minuten auf der aussichtsreichen Uferpromenade die Boltenmühle erreicht ist. Die Boltenmühle zählt zu den beliebtesten Ausflugsrestaurants der Ruppiner Schweiz. Die 1718 als Schneidemühle errichteten Gebäude brannten 1992 nieder und wurden nach dem alten Vorbild wieder aufgebaut. Tornowsee Nach Überqueren des Binenbachs, der an der Boltenmühle vom Kalksee in den Tornowsee fließt, geht es die Treppe hinauf und auf einem Pfad rechts am Nebengebäude vorbei Richtung »Tornow« und in die Laubwälder hinein. An der ersten Verzweigung verbreitert sich der Pfad zu einem angenehmen Waldweg, der mit der Blaustrich-Markierung des Europäischen Fernwanderwegs 10 markiert ist (zugleich - Fontaneweg). Am Wegrand lassen alte Buchen und Eichen aufschauen, zwischen den Zweigen blinkt der Tornowsee, zwischendurch lädt ein überdachter Sitzplatz auf dem Hochufer zur Rast. Der 132 ha große Tornowsee ist das nördlichste schiffbare Gewässer der Ruppiner Seenkette. Der eigentliche Uferbereich ist teilweise versumpft, teilweise wird er von einer Schilfzone begleitet. Der Uferweg mündet zuletzt auf eine Campingplatzzufahrt und folgt ihr im Wald rechts hinab zum Restaurant Am Rottstielfließ an einem weiteren Campingplatz; hier befindet sich eine Badestelle mit Liegewiese. Kurz hinter der Brücke über das Rottstielfließ verzweigen sich die Wanderwege an einem überdachten Sitzplatz vor einem Wanderparkplatz: Der E 10 führt links weiter zum Waldmuseum in Stendenitz (noch 1,9km) bzw. nach Neuruppin (11,3km), während wir rechts Richtung »Zanderblick« in den Wald hineinwandern, immer wieder mit schönem Blick auf den Tornowsee. Obwohl auch der Weg auf der Westseite des Sees im Wald verläuft, ist er aussichtsreicher als der am Ostufer. An einer Badestelle mit Liegewiese befindet sich ein überdachter Rastplatz. Wenig später passiert der Weg das renaturierte Feuchtwiesengelände eines aufgelassenen Zeltplatzes, überquert eine Holzbrücke in einem paradiesischen Feuchtwiesen- und Auenwaldgebiet, wendet sich am Rand rechts hinauf und mündet auf die Zufahrtsstraße zur Boltenmühle. Ein Wegweiser an der Verzweigung in der Rechtskurve fehlt, also gelangen wir zurück zum Parkplatz vor der Boltenmühle, studieren dort die Wanderwege-Übersichtstafel und folgen dem Weg längs des Binenbachs hinauf Richtung Binenwalde zum Kalksee. Binenbachtal und Kalksee Das Binenbachtal zwischen Boltenmühle und Kalksee zählt zu den naturschönsten Tälern der Ruppiner Schweiz. Das quellenreiche, teilweise schluchtartig eingetiefte Tal liegt im Naturschutzgebiet Ruppiner Seenrinne und besticht durch prachtvolle Buchen-Traubeneichen-Mischwälder, in denen selten gewordene Pflanzen wie die Teufelskralle und das Waldbingelkraut ein Rückzugsgebiet gefunden haben. Der Binenbach verlässt den Kalksee an der idyllischen Südbucht; wer hier geradeaus geht, gelangt an eine Badestelle unter Bäumen. Idyllischer ist der Wanderweg, der nach Überqueren der Binenbachbrücke am Westufer entlangführt. Der Kalksee liegt in einem Toteisloch und ist der sauberste Klarwassersee der Ruppiner Schweiz. Da der Binenbach zwischen Tornow- und Kalksee nicht schiffbar ist, ist er ein ausgesprochener »Ruhesee« ohne Bootsverkehr. Mit einer Spiegelhöhe von 53m über NN ist er der höchstgelegene See der Ruppiner Schweiz und mit einer Tiefe von bis zu 22m der tiefste. Die umgebenden Moränen erreichen Höhen von rund 100 m: Zwischen ihnen lag am Ende der letzten Eiszeit ein gigantischer Eisblock, nach dessen Abschmelzen der Kalksee entstand. Er ist ein reiner Quellsee, der keine oberirdischen Zuflüsse hat. Kalkablagerungen auf den Moränenhügeln im Nordwesten des Sees wurden in der Zeit von 1700 bis 1872 in einer Kalkbrennerei in Binenwalde verarbeitet, dieser Kalkofen trug dem See seinen Namen ein. An der Nordwestbucht des Kalksees mündet der Wanderweg auf die kleine Straße Richtung Binenwalde. An der aussichtsreichen Wiese, die vor den ersten Häusern erreicht wird, lohnt der Abstecher rechts hinab auf die baumbestandene Landzunge. Hier befindet sich ein idyllischer (FKK-) Badeplatz. Nach Durchqueren des Dorfs Binenwalde geht es rechts ab zur Badestelle und durch das idyllische Binenbachtal zurück zur Boltenmühle.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied100 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortDie Fontanestadt Neuruppin am Ruppiner See ist die Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin und das südliche Tor zur Ruppiner Schweiz.
AusgangspunktParkplatz an der Boltenmühle (40m) nördlich von Neuruppin im Ortsteil Gühlen-Glienicke.
TourencharakterDie Ruppiner Schweiz im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land ist das abwechslungsreiche Moränen- und Seengebiet nördlich der Fontanestadt Neuruppin. Sie erstreckt sich zwischen Alt Ruppin und Binenwalde und umfasst die Seenkette von Molchow-, Tetzen-, Zermützel-, Tornow- und Kalksee. Das Ensemble aus Seen, Steilhängen, vergleichsweise hoch aufragenden Bergen und alten Waldmeister-Buchenbeständen hat sein wildromantisches Gepräge zum Teil bis heute bewahrt. »Ausgestreckt am Hügelabhang, den Wald zu Häupten, den See zu Füßen, träumst du hier, bis die wachsende Stille dich erschreckt«, begeisterte sich Theodor Fontane in seinen »Wanderungen durch die Mark Brandenburg«. Von Neuruppin besteht täglich Linienverkehr mit dem Schiff zur Boltenmühle am Tornowsee.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 50 000 mit Wanderwegen, Blatt Ruppiner und Kyritzer Seenkette (Landesvermessungsamt Brandenburg), oder Kompass Wander- und Radtourenkarte 1:50000, Blatt 743 Rheinsberger Seengebiet/Ruppiner Land.
VerkehrsanbindungAnfahrt auf der A 24 Berlin – Hamburg, Ausfahrt Neuruppin, weiter nach Neuruppin und dort weiter Richtung Rheinsberg bis zur Abzweigung der Stichstraße zur Boltenmühle.
GastronomieBoltenmühle, Rottstielfließ, Stendenitz.
Tourismusbüro
Tourismus-Service BürgerBahnhof, Karl-Marx-Straße 1, 16816 Fontanestadt Neuruppin, www.neuruppin.de

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