Rundwanderweg Kemnat

Familienfreundliche, abwechslungsreiche Wanderung (Autor: Christiane Floto, Antje Martin)
6 km
500 m
2.00 h
Dieser schöne Wanderweg liegt im Herzen der ehemaligen Herrschaft Kemnat. Der Name leitet sich von Kemenate her, was ein mit einem Kamin versehenes Gemach bedeutet. Unser Rundwanderweg beginnt am Parkplatz beim Crescentia-Marterl. Dies ist auch der Eingang zur so genannten »Hölle«. Der Weg führt uns zunächst durch schattiges Waldgebiet, über einen Bach, den Luna gleich mal für eine Runde Badespaß nutzt, und auf der anderen Seite des »Höllentals« auf einen Höhenzug, der auch als Biotop ausgewiesen ist. Nach ca. einer halben Stunde Fußmarsch vom Parkplatz aus gelangen wir nach Bickenried. Abt Bernhard Beck von Irsee erbaute 1764 hier seine Sommerresidenz. Es war damals üblich, dass sich geistliche Fürsten ein Schloss bauen ließen, das je nach Geldbeutel mehr oder minder prunkvoll ausfiel. Hier verbrachten die Irseer Äbte und Mönche mit ihren Gästen die Ferien. Nach der Säkularisation wurde Bickenried ein Pachthof. Zunächst war der Hof eine Außenstelle des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren, am 27. September 2008 wurde hier die »Fazenda da Esperança« eröffnet. Als Vorbild diente die 1983 in Brasilien entstandene erste Fazenda, die sich bei der Betreuung Suchtkranker am Evangelium orientiert. Eine Fazenda ist ein Therapiezentrum für junge Menschen mit Suchtproblemen, die zusammen mit Freiwilligen den Hof und Garten bewirtschaften. Hier wird versucht, gemeinsam mit Hilfe eines Gemeinschaftsgefühls und spiritueller Unterstützung einen neuen Lebensstil zu finden. Die 16–20 Bewohner versorgen ihre Tiere, verkaufen selbst hergestellte Produkte wie Marmelade, Saft und Kunsthandwerk und erledigen Auftragsarbeiten für Dritte. Anlässlich der Einweihung der Fazenda wurde das farbenprächtige Crescentia-Kreuz aufgestellt, das vorher am Crescentia-Kloster in Kaufbeuren angebracht war, jedoch aus Denkmalschutzgründen entfernt werden musste. Wir folgen weiter der Beschilderung, die uns über die Straße auf einen Höhenzug führt, der im Sommer keinen Schatten bietet. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Teile Kaufbeurens. Wir biegen nach links ab und kommen nach ca. 20 Minuten nach Kleinkemnat. Von weitem kann man schon den Kirchturm der katholischen Kirche St. Stephan erkennen. Ca. 200 Meter westlich von Kleinkemnat wurde 1899 von Michael Schindele eine Esche gepflanzt. Da der Baum 12 Äste hat, wurde er »12-Apostel-Baum« genannt und gilt als Naturdenkmal. Unser nächstes Etappenziel ist Großkemnat. Ein beliebtes Ausflugsziel ist hier der so genannte »Römerturm«, der allerdings keineswegs aus der Römerzeit stammt, sondern der Bergfried der alten Burg ist, die im 12. Jahrhundert hier errichtet wurde. Bevor wir zum Turm gelangen, informiert uns am Wegesrand eine Schautafel des Naturpfades »Via Aqua« über die Baugeschichte des Römerturms. Seit 1988 werden auf dem Burggelände vom Verein »Burgspiele Kemnat e.V.« historische Freilichtspiele aufgeführt. Wer möchte, kann den Turm besteigen und bei klarem Wetter die herrliche Aussicht genießen. Eine Karte hilft beim Bestimmen der verschiedenen Alpengipfel. Anschließend lädt das Burgcafé zu einer gemütlichen Kaffeepause ein. Das letzte Stück des Rundwanderweges führt uns zur so genannten Fatimakapelle. Sie wurde 1954 vom damaligen Stadtpfarrer Hermann Fink eingeweiht. Der Bildhauer Otto Kobel schuf das Altarbild - die Gottesmutter mit den drei Seherkindern in der Mitte und auf den Seitenflügeln der heilige Antonius und die heilige Crescentia. Zwei Jahre später wurde an der Stirnseite ein Frescogemälde »Crescentia schützt die Stadt vor Fliegerangriffen« angebracht. Je nach Wetter wird am 13. jeden Monats (Fatimatag) hier Gottesdienst gefeiert. Ein paar Schritte entfernt ließ ein Verehrer der heiligen Crescentia einen Bildstock aufstellen. Der Künstler dieser Crescentia-Statue ist Gerhard Schröder aus Türkheim. Von hier aus hat man auch einen sehr schönen Blick auf Kaufbeuren. Wir folgen noch ca. 10 Minuten der Beschilderung, bevor wir den Parkplatz am Ölmühlhang wieder erreichen.

Wandern mit Hund

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied500 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz »Ölmühlhang«
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Kemnater Rundwanderweg ist ein Teilstück des 88 Kilometer langen »Crescentia-Pilgerweges«, der von Kaufbeuren über Ottobeuren und Mindelheim wieder zurückführt.
KartentippTopographische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes 1 - 30 000, Blatt Allgäu
VerkehrsanbindungAuto - Von Kaufbeuren bis zum Krankenhaus, im Kreisverkehr weiter in Richtung Kleinkemnat bis zum Parkplatz »Ölmühlhang« auf der rechten Seite Bahn: Bis Kaufbeuren, danach mit dem Bus 6 bis Plärrer und dem Bus 26 bis Ölmühlhang
Tipps
Kaffeepause in Bickenried Sonntags hat das Hofcafé geöffnet und verwöhnt seine Gäste mit selbst gemachter Schwarzwälder Kirschtorte. Bei schönem Wetter kann man auch unter freiem Himmel sitzen. Geöffnet ist immer dann, wenn das rote Schild draußen steht. Für kleine Gäste gibt es viel auf dem Hof zu entdecken - ein Streichelgehege mit kleinen Hasen, aber auch Schafe, Lämmer, Hühner, Schweine und Pfaue kann man hier sehen.
Informationen
Wasser für den Hund Ist anfangs nur am Bach im Höllental, in Bickenried und am Römerturm vorhanden

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