Rundwanderung zum Rocca di Perti

Die Wege sind sehr gut markiert und nicht sonderlich steil. Nur bei den Abstechern zum Rocca di Perti und auf dem blau markierten Wegstück ist der Niederwald ein wenig dicht, so dass man sich manchmal ducken muss. (Autor: Michael Pröttel)
7 km
790 m
5.00 h
Wir verlassen Finalborgo an der Piazza del Tribunale (Hinweisschild Perti, Markierung: zwei rote Punkte) Zunächst zieht sich der gepflasterte Weg zwischen Hausmauern den Berg hinauf. Wir durchqueren den Torbogen der oberhalb Finalborgos stehenden Burg und gehen an deren Mauern ein Stück entlang. Ein kurzes Stück später verlassen wir den breiten Weg und wenden uns im rechten Winkel nach links in einen steinigen Pfad (Markierung). Er verläuft immer auf der Kammlinie und ist weiterhin gut markiert. Nachdem wir zwischen ein paar Sträuchern hindurch gegangen sind, erreichen wir eine Brücke, die zu dem im 12.Jh. erbauten Castel Govane führt. Leider wurde die mittelalterliche Burg zweimal von den Genuesen zerstört (1449 und 1714), sodass heute nur noch eine Ruine zu sehen ist. Hinter dieser steigen wir ein kurzes Stück ab und gelangen erst rechts, dann wieder links einer Mauer folgend zu der »Osteria Castel Giovane«. Wenige Meter weiter stehen wir auch schon vor der Kirche von Perti (45Min.).
Sant'Eusebio hat eine abwechslungsreiche Entstehungsgeschichte, in der sich romanische, gotische und barocke Baustile vermischen. Von nun an folgen wir einer geteerten Anliegerstraße und gehen auf Nostra Signora di Loreto zu. Der kurze Abstecher zu der fünftürmigen Kirche lohnt sich auf jeden Fall. Immer der Straße folgend wandern wir in das schöne Tal oberhalb Pertis hinein. Zahlreiche Informationstafeln weisen auf die interessante Geschichte der Lokalität hin. So führte hier beispielsweise die alte Römerstraße Via Regina das Tal entlang, welche Finale einst über Malare mit Mailand verband (die Tafeln sind allerdings auf Italienisch).
Nachdem wir eine gute halbe Stunde auf der Straße gewandert sind, macht diese an Eichenbäumen eine markante Kurve. Links davon stehen einige Picknickbänke (1:15Std.). Hier biegt links der Abstecher zum Rocca di Perti ab (Schild: 45Min.; Markierung: drei rote Punkte). Unter der dichten Macchia gewinnen wir auf dem gut markierten Pfad schnell an Höhe. Wir kommen an einer kleinen Höhle vorbei. Es folgen einige Abzweiger, die wir aber ignorieren, indem wir immer auf dem breitesten Pfad bleiben. Wenig später treten wir aus dem Niederwald heraus, wenden uns nach rechts und erreichen, nachdem wir noch einmal in die Macchia eingetaucht sind, kurze Zeit später den Rocca di Perti (397m, 2Std.), wo ein kleines Metallkreuz befestigt ist. Der Gipfel ist ein atemberaubender Ort, stürzt doch die Westwand nahezu senkrecht in die Tiefe hinab. Nach der Rast geht es auf gleichem Weg zum Picknickplatz zurück. Hier folgen wir dem Wegweiser zum Pian Marino (zwei rote Punkte).
Über einen Fahrweg erreichen wir das Dorf Montesordo. Vor einer Steinmauer biegen wir in einen gepflasterten Pfad, um kurz darauf wieder auf den Fahrweg zu stoßen. Nach dem letzten Haus biegt der Weg rechts in Richtung des Bachbettes ab. Es geht über den Bach hinüber und diesem anschließend folgend in schönem Wald bergauf. Bei der nächsten Weggabelung folgen wir dem nach rechts abbiegenden, blau markierten kleineren Pfad. Er führt auf Felsen zu und in Niederwald steiler bergauf. Der Wald wird dichter, der Pfad schmaler und es geht wieder bergab. Bei einigen umgefallenen Bäumen stoßen wir auf einen breiteren Weg und folgen diesem nach rechts (Markierung: zwei rote Rauten). Wir wandern in angenehmem Gefälle ein Tälchen hinab, bis wir vor einem Wanderschild stehen. Von rechts stößt im spitzen Winkel ein weiterer Weg hinzu (Markierung: drei rote Punkte), den wir für den Rückweg benutzen werden.
Vorher gehen wir aber noch ein paar Meter weiter und stehen sogleich an der Aussichtskanzel I Frati, auf Deutsch »Die Brüder« (3:15Std.). Benannt wurde sie nach den zwei bizarren Felstürmen, die man schräg unterhalb sehen kann. Etwas weiter entfernt erblickt man eine über steilen Kalkfelsen thronende bewaldete Bergkuppe. Um dorthin zu gelangen, gehen wir ein kurzes Stück zur erwähnten Wandertafel. Dort folgen wir nach links dem mit drei roten Punkten markierten Weg. Kurz leicht ansteigend, dann etwas bergab und zuletzt noch einmal steiler bergan erreichen wir einen im Wald versteckten Bergsattel.
Selbst wenn man schon etwas müde sein sollte, empfiehlt sich von hier der Abstecher auf den erwähnten, linker Hand liegenden Berg. Schon nach wenigen Metern gelangen wir zu den Ruinen des Castrum Perticae. Hier befand sich eine bereits von Kaiser Barbarossa zitierte Befestigungsanlage, die während der sarazenischen Invasion im 9. und 10. Jh. große strategische Bedeutung besaß. Am höchsten Punkt des Berges steht die Kirche San Antonino (284m, 3:45Std.), deren an der Nordseite gelegenes romanisches Portal noch gut erhalten ist. Aber auch der mehr landschaftlich interessierte Wanderer kommt hier auf seine Kosten: Wenige Meter nördlich der Kirche findet er einen sehr schönen Aussichtsplatz mit Blicken auf den Rocca di Perti, die gegenüberliegenden I Frati und die Kletterwände des Monte Cucco.
Nach der letzten Rast kehren wir zu dem Sattel zurück und steigen nach Westen ab. Ein kurzes Stück direkt oberhalb steiler Kletterfelsen erreicht der Weg in einigen Windungen schließlich die wenigen Häuser der Case Valle, wo er auf die Teerstraße trifft auf der wir herauf gewandert sind. Wir wenden uns wieder nach Süden und gelangen zurück nach Perti. Nach der verdienten Einkehr in der »Osteria Castel Giovane« ist der angenehme Abstieg nach Finalborgo ein idealer Verdauungsspaziergang (5Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied790 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPiazza del Tribunale in Finalborgo
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterVon der Altstadt Finalborgos aus gelangt man auf geschichtsträchtigen Wegen zur imposanten Felsarena in der Umgebung von Finale Ligure. Die markanten Kalkfelsen bieten sich nicht nur zum Klettern, sondern auch zum Wandern an. Durch abwechslungsreiche Landschaft führt uns diese Rundtour auf drei einsam gelegene Aussichtskanzeln.
Beste Jahreszeit
KartentippCarta dei Sentieri e Rifugi, 1:50000, Nr.8, Istituto Geografico Centrale; Luftbildkarte: I sentieri del Finale, 1:10 000
Markierungenzwei rote Punkte (Abstecher Rocca di Perti drei Punkte), dann blaue Punkte, hierauf rote Raute und zum Schluss wieder 3 rote Punkte P Verkehrsanbindung: A10 Ausfahrt Finale Ligure bzw. Bahnhof
VerkehrsanbindungA10 Ausfahrt Finale Ligure bzw. Bahnhof
GastronomieFinalborgo und Finale Ligure
Tourismusbüro
Finale Ligure

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Region:
Italien
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