Rundwanderung über den Schafberg, 2573

einsame Bergwanderung. Ausdauer nötig; im Abstieg erfordert eine kurze steile, teils rutschige Strecke zwischen Alpe Chäller und Reckingen Achtsamkeit. (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
19 km
1250 m
7.00 h
Aufstieg und Wanderung zum Schafberg -  Von Münster-Dorfmitte ist es nicht weit zum Rotten (1360 m), der über eine Brücke gequert wird. Oberhalb von Eiget auf schmalem Wiesenpfad an schmucken Weidezäunen entlang zur Alm Berbel (1534 m). Schöner Tiefblick nach Norden auf die friedvollen Dörfer Geschinen, Münster und Ulrichen. Markant schneidet sich das Minstigertal in den nördlichen Berghang des Goms ein – darüber der Aargrat mit Roossehörnern und Löffelhorn. Durch schattigen Wald geht es in südöstlicher Richtung höher. Tief unter uns stürzt der Merezebach durch eine enge Schlucht. Laut hallt sein Zischen und Brodeln herauf. Auf einer Lichtung die großen Wirtschaftsgebäude der Alpe Chäller (1846 m). Zwei Hirten versorgen die Viehherde. Von hier führt ein Rundweg in gut 1 Std. zu-rück ins Tal. Wir setzen unsere Wanderung am orografisch linken Ufer des Berg-baches taleinwärts fort. Zweimal ist der schäumende Bach zu queren, vorsichtig von einem Stein zum anderen springend. Über einen begrünten Buckel (Sädel, 2232 m) steiler empor. Vor uns baut sich der Gipfel des Stockji auf. Es folgt ein kurzer Abstieg nach Südwesten zu einer verfallenden Hütte hin und erneuter Anstieg durch die Teif-schlüecht, vorbei an einem Meer blauer Schusternägel und gelber Küchenschellen. Trotz Hochsommers kommen Gedanken wie später Bergfrühling. An einer verträumten kleinen Lache (2413 m) wird Brot-zeit gehalten. Der Weiterweg führt über Felsen und erdige Hänge an Punkt 2498 vorbei und wendet sich bald nach Nordwesten. Wir verlassen den Steig für einen weglosen kurzen Abstecher über eine geschlossene Altschneedecke hinweg bis zum Aussichtspunkt (2573 m) am Grat vom Schafberg. Schön zeigt sich im Süden das Blinnenhorn. Bergabwanderung nach Münster: Zum Abzweig zurückgekehrt, geht es zu den idyllischen Hobach-seen hinunter (2455 m). Berggipfel spiegeln sich in der glasklaren Oberfläche, unzählige weiße Woll-grasblüten wiegen sich im Winde. Der weitere Ab-stieg zieht sich steiler in den Hobachkeller hinein und führt zur Alpe Chäller im Tal des Löwwibaches (2027 m). Nach Queren des Bergbaches leitet ein breiter Fahrweg ins Tal. Wir folgen jedoch dem Hin-weis Reckingen auf einem Wegweiser bei den Alp-gebäuden. Recht eben verläuft der Weg durch Buschwerk und Alpenrosen, bis er sich plötzlich in Nichts auflöst. Wir müssen unsere Richtung beibehalten und uns, an einer Lichtung vorbei etwas an Höhe verlierend, auf den Hochwald zu bewegen, wo alsbald wieder Steigspuren entdeckt werden. Steil schlängelt sich der schmale Pfad über einen bewaldeten Bergrücken abwärts. Kaum dringt ein Sonnenstrahl durch das dichte Nadelwerk – das von unzäh-ligen Baumwurzeln durchzogene Erdreich ist feucht und rutschig. Doch sobald wir aus dem Wald auf eine Bergwiese hinaustreten, grüßt die weiße Kirche von Reckingen herauf. Von Reckingen auf dem Rottenweg zurück nach Münster (oder mit der Matterhorn Gotthard Bahn). Tour-Ausgangsort gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied1250 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMünster (1388 m) im Obergoms; Start in Dorfmitte.
TourencharakterRhonetal – das klingt für viele wie Musik in den Ohren - südliche Sonne, Weinberge, Aprikosenplantagen, alte Burgen und Schlösser. Kurzum – Wärme und Romantik. Darüber die scheinbar undurchdringliche Felsmauer der Berner Alpen: Gipfel mit klangvollen Namen und Gletscher, die weit in die Täler hinabreichen. Nach Süden führen teils wildromantische Bergtäler in die Hochburg der Walliser Viertausender. Doch wer horcht auf, wenn vom Goms die Rede ist, dieser beschaulichen Tallandschaft am jungen Rotten, wie die Rhone hier von den deutschsprachigen Wallisern genannt wird. Das Tal ist begrenzt von Wänden, die der Rhonegletscher glattgeschliffen und die Natur mit sattgrünen Wäldern ausgestattet hat. Es reicht von Fiesch im Westen bis zum Grimselpass im Osten. Saubere, in ihrem Charakter gleiche Dörfer reihen sich aneinander. Die meisten Reisenden, die über den Furka-, Grimsel- oder Nufenenpass fahren, bemerken gar nicht die Schönheit des Goms. So wird diese stille, friedvolle Landschaft, die in ihrer Gesamtheit rein äußerlich so wenig Aufhebens von sich macht, immer ein Geheimtipp für diejenigen bleiben, die die Ursprünglichkeit der Natur und der dörflichen Idylle im Verborgenen suchen und zu finden wissen. Die über 2000 Meter hoch gelegenen Gletscherseen und Wasserläufe der Hochalpen, auf denen das Vieh gesömmert wird, bringen den kleinen Orten beachtliche Einnahmen: Das Wasser wird auf ausgeklügelten Wegen ins Tal zu entfernt gelegenen Industrieanlagen befördert. Blättern wir im Buch der Vergangenheit, so ist zu lesen, dass sich die streng katholischen Oberwalliser ebenso enthusiastisch an den Religionskriegen beteiligten wie an der Gegenreformation. Und während der Kämpfe gegen die Berner im 13. und 14. Jahrhundert erwiesen sich die Gommer als zähe Verteidiger ihrer Unabhängigkeit; ebenso im Kampf gegen die Franzosen anno 1799. Und in keinem anderen Tal des Wallis hat sich die Kunst wie im Goms entwickelt. So wird das Goms auch das Land der Orgelbauer und Altarschnitzer genannt; die Blütezeit der Orgelbaukunst und Bildschnitzerei war im 17./18. Jahr-hundert. In etwa 100 Jahren entstanden 70 Kirchen und Kapellen. Die Haupterwerbsquelle der Gommer Bauern liegt in der Rinderzucht. Die braune, kleine, aber zähe Rasse verbringt die Sommermonate auf einer der zahlreichen Alpen. Im Winter müssen die Heuvorräte reichen, die in mühevoller Arbeit von Wiesen und Maiensässen herab-geholt wurden. Ist das Goms im Winter ein Tal der Langläufer, so ent-fliehen im Sommer Einheimische dem sonnendurchglühten Rhonetal in das etwas gemäßigtere, höher gelegene Goms. Vom Tourismus blieb es bisher stärker verschont als andere Walliser Regionen. Doch stehen für Wanderferien im Goms gemütliche und preiswerte Familienhotels, Chalets und Ferienwohnungen zur Verfügung. Wer das Goms richtig kennen lernen will, sollte sich Zeit nehmen und durch die Gassen der kleinen Dörfer streifen, mit den Einheimischen plaudern, die gern dazu bereit sind – stille Andacht in einer der vielen Kirchen halten, über sanfte Höhenwege und liebliche Almen wandern. Zahlreiche Wan-derwege, zum Teil nur sparsam markiert, führen hinauf in die Stille einer noch intakten Bergwelt. Kehrt man am Abend wohlig müde ins Tal zu-rück, schmeckt der Walliser Dôle bei Gommerkäse (aus der Dorfkäserei) und dun-klem, würzigen Roggen-brot in einer der gediegenen, heimeligen Gast-stätten doppelt gut. Dauer: gesamt 7 Std.; Münster – Alpe Chäller 13/4 Std.; Alpe Chäller (Merezebachtal) – Schafberg 21/2 Std.; Schafberg – Alpe Chäller (Löwwibachtal) 1 Std.; Alpe Chäller – Reckingen – Münster 13/4 Std. Höhenunterschied: ? 1250 m, ? 1250 m; Münster – Alpe Chäller ? 460 m; Alpe Chäller (Merezebachtal) – Schafberg ? 730 m; Schafberg – Alpe Chäller (Löwwibachtal) ? 550 m; Alpe Chäller – Reckingen – Münster ? 700 m und ? 60 m.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 265 T (Nufenen; mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungÖV - Münster ist Station der Matterhorn Gotthard Bahn. Auto: entweder von Brig oder über den Grimsel- bzw. den Furkapass nach Münster.
Gastronomieunterwegs keine.
Höchster Punkt
Schafberg, 2573
Unterkunft
unterwegs keine.
Tourismusbüro
Münster und Reckingen, siehe Tour 39.

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