Rundtour über die Braunarlspitze

Lech heißt der weltberühmte Skiort, Lech heißt auch der Fluss, der immerhin eine Strecke von 263 km zurücklegt, bevor er in die Donau mündet. Die Gäste, die im Sommer in das Gebiet kommen, fahren meist eilig von Warth über Lech zum Flexenpass und dann weiter zum Arlberg oder ins Klostertal, um an den Rhein zu kommen. Sie ahnen nichts davon, dass sich östlich von Lech ein sehr weites Berggebiet versteckt, das für alle – Ausflügler, Wanderer, Bergsteiger, Kletterer – eine Fülle von Möglichkeiten bietet. Gleich drei Alpenvereinshütten findet man dort hinten. (Autor: Dieter Seibert)

Eine sehr abwechslungsreiche, schon etwas anspruchsvollere Route bildet unsere Rundtour mit der Besteigung der Braunarlspitze, die zu den ganzen großen Gipfeln des Lechquellengebirges zählt. Kräftige laufen die Strecke an einem Tag, Genießer werden eine Nacht in der Göppinger Hütte verbringen, die am Rand einer eigenartigen, steinigen Hochfläche, dem Gamsboden, liegt.

Über die Göppinger Hütte zur Braunarlspitze

Zunächst fahren wir mit dem Bus von Lech über Zug bis zum Unteren Älpele (1562 m). Gleich bei der Alphütte geht es zum nahen Bergfuß und nach rechts im Wald über die erste Steilstufe zu einem schönen Absatz mit dem Oberen Älpele (1770 m), wo zwei stattliche Gebäude stehen. Über die von Gräben zerfurchten Hänge steigen wir neben einem Bachlauf empor auf einen Grassattel. Über eine Stufe gelangt man auf einen weiträumigen Rücken, dann über Gras, etwas Fels und zwischen Blöcken auf den Kopf des Rückens. Durch die Hänge wandern wir nur wenig steigend hinüber zur Göppinger Hütte (2245 m), die am Rand der erwähnten weiten, sanften Karstfläche liegt.

Von der Hütte führt der Weg schräg nach Nordosten empor auf eine Geländeschulter, kurzzeitig quer durch die Hänge, dann rechts unter den schroffen Felsabbrüchen der Löffelspitze hindurch und noch etwas tiefer in das Kar (2230 m) am Fuß der Orgelspitze. Nun allmählich geht es wieder aufwärts an den Südwandfuß der Braunarlspitze und zur Wegverzweigung. Von hier können wir einen Abstecher auf die Braunarlspitze machen: Über den Schuttkegel windet sich der Weg im Zickzack empor gegen die Scharte neben der Kleinspitze, dann links in der Felsflanke mit kleinen Stufen (Sicherungen) auf den obersten Ostgrat und zum 2649 m hohen Gipfel, dem zweithöchsten Ziel in unserem Buch.
Über Butzensattel und Gipslöcher nach Lech.

Von der Wegverzweigung unter der Braunarlspitze steigen wir nochmals kurz empor und queren dann die Hänge der Butzenspitze zur Butzenschulter (2422 m). Auf der Ostseite geht es hinab auf die obersten Böden der Butzen und dem Weg folgend, am Schluss wieder steil, in den Butzensattel (2150 m) knapp oberhalb des malerischen Butzensees. Vom Sattel geht es noch einmal kurz empor, dann querend und absteigend durch die von Gras überzogenen Südhänge des Zuger Hochlichts und hinab auf den weiten Sattel vor dem Kriegerhorn. Beim Wegkreuz wenden wir uns nach Osten und gelangen an den oberen Gipslöchern vorbei zu den Lift-bergstationen, wo wir die Talfahrt nach Lech antreten.

Mit Familie und Kindern

Die gesamte Tour wäre für Kinder zu weit, der Aufstieg zur Hütte für den Nachwuchs eher eintönig. Die Region bietet jedoch eine Fülle von Möglichkeiten. So könnte man rund um den Formarinsee (Zufahrt mit Bus) wandern und die stattliche Freiburger Hütte besuchen. Oder man streunt bei Oberlech durch die »Mondlandschaft« der Gipslöcher, weiten Feldern mit fast weißen Kegeln, die durch tiefe, geheimnisvolle Löcher voneinander getrennt sind. Dieses weißliche, stark verwitternde Gestein ist wirklich nichts anderes als Gips.

Dauer: Gesamtgehzeit 5 3/4 Std. Zur Hütte 1 3/4 Std. Von dort auf die Braunarlspitze 2 1/4 Std. Rückweg nach Lech 1 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1300 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLech (1444 m), weltbekannter Skiort im obersten Becken des Lechtals, im Sommer wesentlich ruhiger. Parken in der Tiefgarage.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterAusschließlich Bergwege, am Braunarlmassiv auch felsige Passagen mit Sicherungen, Trittsicherheit wichtig. Nur bei zuverlässigem Wetter begehen. 
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt 1:50000, Blatt WK 372 Arlberggebiet.
VerkehrsanbindungAm schnellsten auf der Arlbergroute zur Alpe Rauz und über den Flexenpass nach Lech. Oder Zufahrt durch das gesamte Lechtal. Busverkehr aus allen Richtungen.
GastronomieGöppinger Hütte (2245 m), DAV, 65 Schlafplätze, Tel. 0043/5583/3540.
Tipps
Übernachtet man in der Göppinger Hütte, die man ja schnell erreicht, dann wird man in gut 1 Std. als »Abendausflug« auf das Hochlicht (2600 m, auf den Karten oft Hochlichtspitze) steigen. Ein Steiglein führt über Gras, Schutt und bröseligen Fels, der einige Trittsicherheit erfordert, auf den mächtigen, aber trotzdem eher unauffälligen Gipfel.
Höchster Punkt
Braunarlspitze (2649 m) Butzenschulter (2422 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Lech-Tourismus, A-6764 Lech, Tel. 0043/5583/21610, E-Mail: info@lech-zuers.at
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