Rundtour oder Hasenfluh, 2534 m

Sommerliches im berühmten Skigebiet Auf dem Weg zum Spullersee ausschließlich breite Bergwege, keine schwierigen Stellen, doch teilweise etwas steinig und bei Nässe rutschig. Auf dem ganz kleinen Steig zur Hasenfluh sind Trittsicherheit und alpine Erfahrung unbedingt nötig. (Autor: Dieter Seibert)
12 km
780 m
4.00 h
Über das Madlochjoch zum Spullersee Mit dem Bus fahren wir zunächst von Lech nach Zürs (1717 m). Gleich im Süden des Ortes am oberen Ende des großen Parkplatzes beginnt der Fußweg. Auf ihm geht es erst über üppig bewachsene, stark gegliederte Hänge, dann über hochalpine Matten in einen Sattel hinauf und kurz hinab zum Zürsersee (2141 m). Wir umgehen die immerhin 500 m breite Wasserfläche auf ihrer rechten Seite. Umrundet man nämlich den See auf dieser Seite (es ist auch auf der anderen Seite möglich), dann spiegeln sich die eindrucksvollen Felsgipfel wie die Große Wildgrubenspitze (2753 m) im Wasser. Drüben steigen wir über eine Stufe mit Gras und Karstfelsen zu einem Riegel empor, hinter dem sich ein fast ebener Boden verbirgt. Über den Boden und einen Hang gelangen wir ins Madlochjoch (2437 m) mit einer letzten Liftstation. Von dort aus kann man pfadlos, aber ohne alle Probleme über Gras und Schieferschutt die Madlochspitze (2547 m, 15 Min.) besteigen, die nördlich des Jochs aufragt. Im Westen des Jochs führt der Weg auf der linken Seite durch die Hänge auf eine breite, grüne Schulter und dann über das zwischenzeitlich steile Gelände hinab zu den Weideflächen der Brazer Stafel und – auf der rechten Seite des Bachs bleibend – zur nahen, schmucken Ravensburger Hütte (1947 m), die sich unter eine Felswand duckt. Auf einem viel begangenen Fußweg unter auffallenden Plattenschüssen, die vor allem die Kletterer schätzen, geht es vorbei zum 1,2 km breiten, aufgestauten Spullersee (1827 m). Hoch über dem Nordufer gelangen wir zur Westseite des Sees; von dort fahren wir mit dem Bus zurück nach Lech. Abstiege nach Lech und Zug Es bieten sich unterwegs zwei Möglichkeiten für einen direkten Abstieg ins Tal an. Nach Lech - Vom Mahdlochjoch nicht links, sondern rechts hinabsteigen und hinüber in einen weiteren Sattel. Drüben genau nach Norden durch Mulden und über Hänge tiefer zur Gstütalpe wandern, dann immer schräg rechts über die zum Teil mit Buschwerk überwucherten, aber waldfreien Hänge hinab nach Lech (Abstieg gut 2 Std.). Nach Zug: Bei der Wegverzweigung vor der Brazer Stafel nach rechts ins ganz nahe Stierlochjoch (1909 m) wandern. Durch den schmalen Einschnitt hinabsteigen, dann nach links und immer in den Hängen hoch über dem Bach (und unter den Wänden des Unteren Schafbergs) durch das Stierloch hinab zur Waldgrenze und weiter zum Lech unterhalb der Häuser von Zug. Auf die Vordere Hasenfluh (2534 m) Mit dem Auto fahren wir von Lech zum Parkplatz im Süden von Zürs (1720 m) und gelangen wie beschrieben zum Sattel vor dem Zürsersee. Hier steigen wir nach Süden auf einem ganz kleinen Steig über den breiten Rücken und dessen teilweise sehr steiler Ostflanke in das kleine, mit Blockwerk dekorierte Becken am Beginn des felsigen Geländes. In der Trümmerflanke geht es nun empor, dann auf deutlicher Rampe nach links. Die Felsen am Beginn erfordern etwas einfache Kletterei (I). Gut auf die Markierungen achtend wandert man über die ungewöhnlichen, rauen Felsplatten schräg links aufwärts zum Gipfel der Vorderen Hasenfluh (2534 m). Beim Kreuz knapp unterhalb ergibt sich ein faszinierender Tiefblick auf den Flexenpass. Mit Familie und Kindern Mit etwas größeren Kindern könnte man auf unserer Route zum Zürsersee (gut 1 Std.) hinaufsteigen, ihn umwandern und dann über die Mahdlochalpe nach Zürs zurückkehren. Mit kleineren fährt man evtl. mit dem Wanderbus von Lech zum Spullersee. Dort und am Weg zur Ravensburger Hütte (1947 m, 40 Min.) gibt es schöne Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Auch ein Abstieg durchs Stierloch nach Zug wäre dann möglich (siehe oben).

Dauer - Gesamtgehzeit 3 3/4 Std. ins Madlochjoch knapp 2 1/2 Std. Abstieg zum Spullersee knapp 1 1/2 Std. Aufstieg auf die Hasenfluh 2 1/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied780 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLech (1444 m), weltbekannter Skiort im obersten Becken des Lechtals, der im Sommer wesentlich ruhiger ist. Parkhäuser.
TourencharakterLechquellengebirge heißt das Gebiet im Westen von Lech und Flexenpass. Hier ragen gewaltige, sehr eindrucksvolle Felsberge auf, die in der Großen Wildgrubenspitze mit immerhin 2753 m Höhe gipfeln. Und es gibt eine ungewöhnliche Mischung von Hochgebirge und berühmten Pistengebiet mit der Mahdlochabfahrt nach Lech. Trotz der Liftstützen und Pistentrassen im Bereich des Zürsersees sind die sommerlichen Touren sehr eindrucksvoll und abwechslungsreich. Ein Wanderbus zwischen Spullersee und Lech macht unsere kurze Durchquerung erst möglich, die durch das höchste Massiv des Lechquellengebirges führt. Unterwegs gibt es vieles zu bestaunen – von üppiger Blütenpracht über hochalpine Matten, zwei Bergseen, auffallende Felsen bis hin zu sehr markanten Gipfeln. Als Gegenpol zu dieser einfachen Bergfahrt bieten wir noch einen Gipfel der Extraklasse an, der den ungewöhnlichen Namen Hasenfluh trägt. Wie eine Felsenfestung ragt er unmittelbar über Zürs und Flexenpass auf, teilweise senkrecht fallen auf allen Seiten die Wände ab. Trotzdem können wirklich erfahrene Bergwanderer diese Burg erstürmen. Die große Überraschung dabei - Über der Nordwand versteckt sich ein 600 m breites Hochplateau mit eigenartigen Felsplatten und vielen Gämsen.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt 1 - 50000, Blatt WK 372 Arlberggebiet.
VerkehrsanbindungAm schnellsten auf der Arlbergroute zur Alpe Rauz und über den Flexenpass nach Lech. Oder Zufahrt durch das gesamte Lechtal. Busverkehr aus allen Richtungen.
GastronomieRavensburger Hütte (1947 m), DAV, 81 Schlafplätze, Tel. 0043/664/5005526.
Tipps
Die Zeiten ändern sich Der 1773 m hohe Flexenpass liegt in einem trogförmigen, waldfreien Hochtal, das von schönen Felsgipfeln wie der Hasenfluh flankiert wird. Es sinkt nach Norden nur wenig ab bis zum Dorf Zürs. Ende des 19. Jh. gab es dort oben das Gasthaus Edelweiß, in dem nicht mehr als sechs Personen Unterschlupf fanden. Der gesamten Region drohte große Armut und Entsiedelung; Bergbauernorte wie Bürstegg (1719 m) waren von ihren Bewohnern bereits völlig aufgegeben worden. Dann erschien ein ganz unerwarteter Retter – der Skisport. In den Zwanzigerjahren duckten sich schon einige Häuser in das makellose Weiß des Hochtals. Heute gibt es in Zürs ein eng verschachteltes Hoteldorf mit mehr als 1200 Gästebetten. Dieses wird jedoch im Sommer zur Geisterstadt, denn um diese Zeit sind fast alle Häuser geschlossen.
Höchster Punkt
Madlochjoch (2437 m) Vordere Hasenfluh (2534 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Lech-Tourismus, A-6764 Lech, Tel. 0043/5583/21610, E-Mail: info@lech-zuers.at.
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