Rundgang durch Arezzo

Stadtspaziergang. (Autor: Helmut Dumler)
4 km
75 m
1.00 h
In Arezzo, im Park vor dem Bahnhof (1), beiderseits des Piazzale della Repubblica (2), erschreckt je eine Kopie (Springbrunnen) der furchteinflößenden Chimäre, eines im etruskischen Arezzo gearbeiteten Fabelwesens der griechischen Mythologie.
Am Piazzale schlendern wir rechts (geradeaus ins Zentrum) auf der Via Spinello, vorbei am Stadttor Bastione Santo Spirito (3) der mediceischen Mauer (1553), und durch die Via Niccolò Aretina. Dann links in die Via Margaritone. Rechts folgt die Kirche San Bernardo (4). Damit sind wir beim Museo Archeologico (5) in den Räumen des im 16.Jh. an der westlichen Ovalrundung des römischen Amphitheaters (6) erbauten Olivetanerklosters San Bernardo. Die Via Margaritone endet bei der dreieckigen Piazza Sant'Agostino (samstags Fischmarkt). Rechts halten, das heißt, an der Kirche Sant'Agostino (7) links vorbei und der Via Minerva folgen. Das Gemignano-Kirchlein (8) am gleichnamigen Platz nennen Urkunden erstmals 1030. Dann gehen wir links zwischen zwei Türmen in die Via fra le torri. Bis zur Querstraße ansteigen, dann rechts zur Kreuzung (antike Mauerreste und Säulenfragmente).
Auf der Kreuzung links. An der Ecke der nächsten Kreuzung steht links der Palazzetto Alberti (15.Jh.), rechts schließen sich die Kirchen San Lorenzo (9) und Sant'Agnese (10) an. Hier, in der Via Pellicceria, sind wir im ehemaligen Gerberviertel. Die Via del Palagi mündet in den Prato, sozusagen die Gemeindewiese, früher Richtstätte. Ein Denkmal (11) ehrt Francesco Petrarca.
Südöstlich vom Prato erhebt sich auf dem höchsten Punkt (305m) der Stadt die Fortezza (12). Nordwestlich des Prato steht der Dom (13), geweiht San Donato, dem zweiten Bischof von Arezzo, der hier im Jahre 304 unter Kaiser Diokletian das Martyrium erlitten hat. Vorbei am Denkmal (1594) des toskanischen Großherzogs FerdinandI. aus dem Hause Habsburg erreicht man den nahen Palazzo Comunale (14) von 1333, das Rathaus, auch Palazzo dei Priori genannt. Auf der anderen Straßenseite sitzt die Provinzverwaltung.
In Höhe des Rathausturmes spazieren wir links in die Via dell'Orto. Den Pozzo di Tofana erwähnt Giovanni Boccaccio (1313–1375) aus Certaldo in seinem 1470 gedruckten »Decamerone«. Haus Nr.28 ist die Casa del Petrarca (15). Rechts um die Ecke, an der Via del Pileati, zeigt sich die mit den Wappen heimischer Capitani di Giustizia und auswärtiger Podestà (Bürgermeis-ter) sowie einem Medici-Wappen versehene mehrzeilige Front des Palazzo Pretorio (16), der von 1404 bis 1926 ein Gefängnis war; heute Stadtbibliothek. Entlang der Vasari-Loggien (17) auf die Piazza Grande (18). Architektonische Augenweide des Platzes ist die Zwerggalerie des Chores der Pieve di Santa Maria (19).
Nach ihrer Besichtigung aus dem Portal heraustretend, gehen wir rechts von einem mittelalterlichen Wohnturm in die Via della Bicchieraia und dann links abwärts durch die Via Andrea Cesalpino, ehemals Studenten- und Universitätsviertel.
Die grobe Tuffsteinfassade der Chiesa San Francesco (20) lässt nicht erahnen, dass in der Hauptchorkapelle ein Kunstwerk von Weltrang wartet: der Freskenzyklus »Legende vom hl. Kreuz«. Der Meister – der vielleicht genialste italienische Maler des 15.Jh. – hieß Piero della Francesca, geboren in Sansepolcro. Er begann 1453 im Alter von 37 Jahren mit den Arbeiten und beendete sie als 50-Jähriger.
Östlich geht es durch die Via Cavour zum Corso Italia, seit dem Spätmittelalter Hauptstraße der Stadt. Rechts im Haus Nr.102 wirkt die Fondazione Guido d'Arezzo (Musikschule). Der Benediktiner Guido di Monaco, genannt »d'Arezzo«, entwickelte Anfang des 11.Jh. die neuzeitliche Notenschrift und benannte die ersten sechs Noten der Tonleiter. Von der Kreuzung des modernen Straßenzuges Via Roma sieht man rechts auf der Piazza Guido Monaco das Standbild des Musikpioniers.
An der Kreuzung läuft man schnurstracks zur bekannten Bastione Santo Spirito.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied75 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Blick auf eine Straßenkarte veranschaulicht die geografische Abseitigkeit von Arezzo, dem römischen »Arretium« gegenüber der »Tourismus-Toskana«. Damit ist eine wohltuende Atmosphäre verbunden sowie weitgehend unverfälschtes Stadtleben.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungAutobahn Florenz–Rom, ab Ausfahrt »Arezzo« 11km. In der Stadt den Schildern »Stazione« (= Bahnhof) folgen. Busverbindungen. Von Florenz 81km. Parkplätze in Bahnhofsnähe beschildert. In der Altstadt meist Parkplatzmangel.
GastronomieU.a. gegenüber dem Bahnhof »Bella Pizza«. Fast nur von Einheimischen besucht: Antica Trattoria da Guido (Via Madonna del Prato 85). Für den kleinen Hunger: Bacco e Arianna (Via Cesalpino 10), Enoteca mit Ausschank und Küche.
Unterkunft
Rechts schräg gegenüber des Bahnhofs: Hotel Europa***, eigene Parkplätze an der Straße, Tel. 057/5357701. In der Neustadt modernes Kongress-Hotel Minerva****, genügend Parkplätze; Tel. 0575 37 03 90.
Tourismusbüro
Ufficio Informazioni, Piazza della Repubblica 28, I-52100 Arezzo, Tel. 0575 37 76 78. E-Mail: info@arezzo.turismo.toscana.it
Region:
Italien
Mehr zum Thema