Rund um Zillbach

Forstbotanische Entdeckungen (Autor: Norbert Forsch)
12 km
100 m
3.00 h
Bekannt geworden ist der kleine Ort Zillbach durch den 1763 geborenen Johann Heinrich Cotta. Der Revierförster in Zillbach erwirkte bei Herzog Carl-August von Sachsen-Weimar-Eisenach die Gründung einer privaten Forstlehranstalt, die später Weltgeltung erlangen sollte. Von 1793 bis 1795 baute er die erste forstbotanische Anlage mit über 400 Baumsorten auf. 1811 siedelte Cotta mit seiner Familie nach Tharandt bei Dresden um und arbeitete dort bis 1844 als königlich-sächsischer Forstrat. Dem Andenken Heinrich Cottas ist das 1997 eröffnete Forsthistorische Kabinett am Cottaplatz gewidmet. Es bietet viel Wissenswertes zur Geschichte der Forstwirtschaft. Ebenfalls einen Abstecher wert ist die 1792/93 am Ortsrand an-gelegte Cotta-Plantage, ein forstbotanischer Garten.
Zum Pirschhaus.
Wir beginnen die Wanderung auf dem Heinrich-Cotta-Platz in Zillbach. Der Ort erhielt seinen Namen von dem gleichnamigen Bach, der am Ortsrand an der Heinrich-Cotta-Plantage entspringt und bei Schwallungen in die Werra mündet. Zillbach wurde bereits 1385 als Czylbach in einer Papsturkunde erwähnt. Das Jagdschloss wurde im 16. Jh. von Graf Georg Ernst errichtet, aber eine eigentliche Gemeinde wurde Zillbach erst im 18. Jh. Als Kirche diente der Bankettsaal des Jagdschlosses, der auch heute noch für diesen Zweck verwendet wird. Zillbach bildet heute mit Eckardts, Schwarzbach und Schwallungen eine Einheitsgemeinde.Wir verlassen Zillbach auf der Heinrich-Cotta-Straße und wandern, von alten Linden und Kastanien beschattet, auf einem Asphaltsträßlein geradewegs in den Wald. Der Weg ist mit dem grünen offenen Tropfen markiert. Bald öffnet sich zur Rechten ein lang gestrecktes Wiesental. Nun biegen wir in den links abzweigenden und von Kastanien gesäumten Weg ein und erreichen stetig an Höhe gewinnend Zehn Buchen, eine idyllische Waldwiese mit Parkcharakter. Sie wird vom Waldweg umschlungen und von Birken begrenzt. Uralte Bäume beschatten den Platz, in dessen Mitte das kleine Pirschhaus steht.
Durch den Schambachgrund nach Schwallungen.
Wir gehen links an Zehn Buchen und an einer Holzhütte vorbei und auf breitem Forstweg stetig bergab durch den saftig grünen Schambachgrund. Nun übernehmen der grüne Punkt und der grüne Querstrich die Führung. Der Weg zieht an Fischteichen vorbei, dann stört plötzlich eine Fabrik die Idylle. Wir gehen an dem Gewerbebetrieb vorbei. Der Asphalt geht in Beton über und ein Trafohäuschen ist zu sehen. Nun biegen wir in der Rechtskurve links ab. Wir müssen aufpassen und dürfen keinesfalls den scharf links abzweigenden und steil bergan führenden Hohlweg einschlagen. Der gewählte Weg entpuppt sich ebenfalls als Hohlweg, steigt an und zieht vor einer Viehweide nach links. Nun steigen wir noch etwa 100 m aufwärts und biegen dann rechts in einen Pfad ein. Wir bleiben immer nah am Waldrand, bis der Weg rechts und über eine Wiese zum Bahnübergang bei Schwallungen führt.
Zurück nach Zillbach.
Vor dem Bahnübergang schwenken wir nach links und passieren einen Brunnen. Achtung! Nach etwa 100 m, kurz vor einem Wasserbehälter, nehmen wir einen links abzweigenden Pfad und tauchen in den Wald ein. Wir halten uns gleich rechts und wandern zwischen Waldrand und Wiese zur Waldecke hinauf und weiter geradeaus bergab durch den Wald. Fischgrätartig ent-rindete Nadelbäume erinnern an die Arbeit von Pechsammlern der DDR.
Wir erreichen eine gekieste Forststraße und folgen dem gelben Balken und dem grünen Punkt nach rechts über den Höhenrücken. Im talwärts führenden Rechtsknick verlassen wir den Weg geradeaus. Auf einem unbefestigten Waldweg gelangen wir zu einer Wegespinne. Wir wählen den halbrechts wegführenden Weg. Wir treten aus dem Wald heraus und setzen die Wanderung auf einem breiten Kiesweg fort. In einer scharfen Rechtskurve biegen wir links ab und wandern an einem Waldstreifen entlang ins Tal und auf der Bergstraße nach Zillbach hinein. Die erste Querstraße führt links zum Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHeinrich-Cotta-Platz in der Ortsmitte von Zillbach
EndpunktHeinrich-Cotta-Platz in der Ortsmitte von Zillbach
TourencharakterErholsame Wanderung mit schönen Wald- bildern; überwiegend breite, ebene Wege; auf der zweiten Streckenhälfte ist Aufmerksamkeit erforderlich.
Beste Jahreszeit
KartentippTK 50 W »Thüringische Rhön«, 1:50 000, Blatt 52, Thüringer Landesvermessungsamt
MarkierungenOffener grüner Tropfen bis Pirschhaus, dann grüner Punkt und grüner Balken bis Anschluss gelber Balken; sehr dünn markiert
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A 4 zur Anschlussstelle Eisenach-Ost und weiter auf der B 19 bis Schwallungen und rechts nach Zillbach.
GastronomieSchwallungen: Zum Schwan, Meininger Str. 7, Tel. 036848/207 44, www.schwan-schwallungen.de; Zum Hirsch, Meininger Str. 4, Tel. 036848/218 02, www.gasthaus-hirsch.eu. Zillbach: Café an der Cottaplantage, Eckardtser Str. 1, Tel. 036848/200 09
Tipps
EINKEHR-TIPPS Ist man samstags oder sonntags ab 14 h in Zillbach, kann man das rustikal eingerichtete Café an der Cotta-Plantage besuchen. Als Spezialität des Hauses gibt es Cotta-Torte aus eigener Produktion. Für eine warme Mahlzeit bietet sich ein Abstecher nach Schwallungen an. Dort hat man die Wahl zwischen zwei Gasthäusern, die rustikale Hausmannskost u. a. mit selbst gemachten Thüringer Klößen anbieten. Es ist das Gasthaus Zum Schwan mit Biergarten und Fremdenzimmern und das Gasthaus Zum Hirsch. KANUWANDERN AUF DER WERRA Die Werra ist ein ideales Kanurevier. Mit angenehmer Fließgeschwindigkeit schlängelt sie sich über 300 km durch Wiesen und Wälder. Für den routinierten Kajakfahrer ist sie auf rund 250 km befahrbar. Ab Meiningen ist sie für Zweierkajaks und ab Bad Salzungen auch für Kanadier geeignet. Mit Pfannstiel Outdoor-aktiv in Schwallungen können auch Neulinge eine Kanufahrt wagen. Naturerlebnis und Geselligkeit in der Gruppe stehen bei den Touren an erster Stelle. Die Kanuwanderungen beginnen mit einer Einweisung in Theorie und Praxis. Unter erfahrener Leitung geht es dann auf der windungsreichen Werra flussabwärts. Eine mög- liche Tour erkundet die Strecke zwischen Schwallungen und Walldorf. Sie dauert mitsamt Transfer 4,5 Std. und beinhaltet eine Begleitung auf dem Fluss, Picknick und Getränke. Info: Pfannstiel Outdoor-aktiv, Ellenberg 15, 98590 Schwallungen, Tel. 036848/229 35, www.pfannstiel-outdoor-aktiv.de
Unterkunft
Schwallungen: Zum Schwan, Meininger Str. 7, Tel. 036848/207 44, www.schwan-schwallungen.de; Zum Hirsch, Meininger Str. 4, Tel. 036848/218 02, www.gasthaus-hirsch.eu. Zillbach: Café an der Cottaplantage, Eckardtser Str. 1, Tel. 036848/200 09

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Norbert Forsch

Rhön

Die schönsten Touren für jeden Anspruch durch die weitläufige, reizvolle Rhönlandschaft, zu sehenswerten Naturschauspielen und idyllischen Plätzen.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema