Rund um die Rotwand

Sehr abwechslungsreiche Runde mit grandiosen Dolomitenbildern, an beiden Scharten (Tschager, Zigolade) mit reichlich Geröll garniert. Hinter der Rosengartenhütte etwa 30 gesicherte Höhenmeter (Drahtseile). Etwas Bergerfahrung und ein sicherer Tritt sind unerlässlich. Im Frühsommer muss man mit Altschneefeldern rechnen (Teleskopstöcke ratsam). (Autor: Eugen E. Hüsler)
Übers Tschager Joch.
Gleich neben der Rosengartenhütte enden die von Welschnofen bzw. der Rosengartenstraße ausgehenden Laurinlifte, eine alternative Möglichkeit zum Einstieg in die schöne Wanderrunde. Der Weiterweg führt in die Felsen: Rund 50 Meter hoch, stark gegliedert und zusätzlich mit zwei Drahtseilen versehen, ist der Riegel hinter und über der Hütte. Über ihn gelangt man auf eine mächtige Geröllterrasse, wo sich der Weg verzweigt; man nimmt den rechts abgehenden Ast, der, rot-weiß markiert, gegen eine steile Schuttrinne ansteigt. In kurzem Zickzack (Spur) in dieser aufwärts, wobei gelegentliche Rutscher nicht zu vermeiden sind. Etwas Stehvermögen ist Bedingung auf dem reichlich beweglichen Untergrund. Dafür entschädigt das Tschager Joch (2630 m; 2 Std.) mit einem Prachtblick über das Fassatal auf die Marmolada (3343 m) samt ihrem unverwechselbaren Profil: sanft abfallend die vergletscherte Nordflanke, senkrecht die (in Klettererkreisen berühmte) Südwand.
Zur Rotwandhütte.
Aus der Scharte geht’s abwärts Richtung Vajolettal, entweder links auf der markierten Spur oder gleich im Geröll bis in die Mulde unterhalb des Tschager Jochs »abfahrend«. An der folgenden Weggabelung (2416 m; Tafeln) biegt man rechts in den Hangweg ein. Er läuft quer über die steinigen Hänge bis in das Kar unter dem Passo delle Zigolade (2550 m). Über Kehren steigt man den Schutthang hinauf in die Scharte. Hier bietet sich ein letzter herrlicher (Rück-)Blick in das Dolomitenwunder Vajolettal und auf seine Kulisse: Rosengartenspitze, Vajolettürme, Valbonakogel und Larsech. Ganz hinten über dem Talschluss thront der Kesselkogel, der hässlichste und höchste Gipfel des Rosengartens und sein einziger Dreitausender dazu (3002 m).
Aus der Zigoladescharte steigt der Weg ab zum Felsfuß der Mugoni (2734 m). Unter ihrer Südwand quert man hinüber zur Mündung des Vajolonkessels. Von hier erblickt man bereits die Rotwandhütte (2280 m; 4 Std.): über steinige Wiesen leicht bergab und in längerer Querung hinüber zu dem viel besuchten Refugium.
Der letzte Wegabschnitt führt aussichtsreich (Pala, Latemar!) und die Höhe haltend im weiten Bogen um den südlichsten Rosengartengipfel, die Punta Masarè (2585 m), herum zum Christomannosdenkmal (2349m). Der Bronze-adler erinnert an den Tourismuspionier Theodor Christomannos, einen der Initianten der Großen Dolomitenstraße. Zuletzt steigt man über einen Grashang hinunter zur Paolinahütte bzw. zur Bergstation des Rosengartenlifts (4.45 Std.).

Bergstation – Rosengartenhütte 1 Std., Rosengartenhütte – Tschager Joch 1 Std., Tschager Joch – Rotwandhütte 2 Std., zur Bergstation 1.45 Std. Insgesamt 4.45 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied600 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortWelschnofen (1173m), Ferienort im Eggental
AusgangspunktBergstation des Rosengartenlifts beim Rifugio Paolina (2125m). Die Bergbahn verkehrt Ende Juni bis Anfang Oktober von 8.15–12 und 13.30–18Uhr.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Schauseite des Rosengartenmassivs gehört zum Bild von Bozen wie der Obstmarkt oder die Lauben, und noch bevor drunten in der Stadt die Lichter angehen, sorgt die Natur gelegentlich für ein besonderes Spektakel: Im Licht der tief stehenden Sonne flammt die lang gestreckte Felsmauer auf, leuchtet gelb und zartrosa unter dem dunklen Abendhimmel. »Enrosadüra« nennen das die Ladiner drüben im Fassatal – Alpenglühen.Am Abend sind die meisten Bergwanderer wieder unten im Tal, auch jene, die den Südteil des Rosengarten-Hauptkamms umwandert haben, auf teilweise steilen, steinigen Wegen, im Uhrzeigersinn: immer der Sonne nach.Die Runde beginnt als Aussichtspromenade, führt unter den Westwänden des Rosengarten-Hauptkamms in sanftem Anstieg auf dem Hirzelweg zur Rosengartenhütte (2339m; 1Std.). Rechts ragt die Rotwand (Roda de Vaèl, 2806m) über senkrechte Felsen hoch in den Himmel; nach Westen geht der Blick über die grünen Hügel um Bozen bis zum eisigen Ortler, und im Norden schiebt sich der mächtige, kahle Rücken des Schlern weit gegen das Eisacktal vor.
Hinweise
Bergstation – Rosengartenhütte 1 Std., Rosengartenhütte – Tschager Joch 1 Std., Tschager Joch – Rotwandhütte 2 Std., zur Bergstation 1.45 Std. Insgesamt 4.45 Std.
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 029 »Schlern–Rosengarten–Latemar«
VerkehrsanbindungVon Bozen durchs Eggental nach Welschnofen und weiter zur Liftstation beim Feriendorf Karerpass (1620m), westlich unterhalb der Wasserscheide. Gute Busverbindung mit Bozen und dem Fassatal
GastronomieRosengartenhütte, Ende Juni bis Ende September, Tel. 0471/612033. Rotwandhütte (Rifugio Roda da Vaèl), Anfang Juni bis Ende Oktober, Tel. 0462/764450. Einkehrmöglichkeit im Rifugio Pederiva (neben der Rotwandhütte)
Informationen
Risotto con funghi. Dass es in Italien (Poebene) große Reisanbaugebiete gibt, weiß man hierzulande nicht unbedingt. Dass der Risotto ein fester Bestandteil der Küche des »bel paese« ist, verrät allerdings schon ein kurzer Blick auf die Speisekarte fast jedes Restaurants. Und den kernig-feuchten Reis gibt’s in vielen Variationen, im Trentino übrigens auch mit Apfelschnitzchen. Sehr beliebt ist der Risotto con funghi, und im besten Fall sind die Schwammerl aus den Wäldern der Umgebung: Pfifferlinge, Steinpilze, Morcheln
Tourismusbüro
Tourismusverband Rosengarten-Latemar, I-39050 Birchabruck, Tel. +39/0471/61 03 10, info@rosengarten-latemar.com, www.rosengarten-latemar.com

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