Rund um die Osterseen

Südlich des Starnberger Sees.
Man geht fast ausschließlich auf gut befestigten Wanderwegen ohne nennenswerte Steigungen und Abstiege, lediglich ein kurzes Stück führt über einen Wurzelsteig. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
13 km
20 m
2.00 h
Von Verlandung verschont.
Die Osterseen sind beim Rückgang der letzten Eiszeit vor rund 12 000 Jahren entstanden. Aus so genanntem Toteis, das an Ort und Stelle abgeschmolzen ist, hat sich in trichterförmigen Becken Wasser gesammelt. Der Wasserstand der Osterseen hat sich bis heute gehalten, da unterirdisch immer wieder Wasser nachsickert. Weil so gut wie keine Bäche in die Gewässer hineinfließen, bleiben sie von einer Verlandung durch Schlammpartikel verschont.
Vom Bahnhof Staltach nach Iffeldorf.
Wir beginnen die Rundwanderung am Bahnhof Staltach. Wer mit dem Auto kommt, kann auch den großen Parkplatz in Iffeldorf ansteuern. Vom Bahnhof geht es links auf die Staltacher Straße, der wir ins Zentrum von Iffeldorf folgen. Bei der Bank geht es halb rechts auf die Osterseenstraße; im Anschluss daran kommen wir rechts über die Hofmark zur Kirche mit dem St.-Vitius-Platz. Unmittelbar von diesem Platz führt ein schmaler Weg – der Fischersteig – aus dem Ort in Richtung Großer Ostersee. Rechter Hand sehen wir hinter den Wiesen gleich die ersten fünf Osterseen: bei der Kirche angefangen mit dem Waschsee, gefolgt von Schilfhüttensee, Sengsee und Wolfelsee. Den Abschluss bildet der deutlich größere Fohnsee, den wir am Ende dieser Tour aus der entgegengesetzten Richtung erreichen werden.
Den Großen Ostersee umrunden.
Doch zunächst steuern wir auf den Großen Ostersee zu, der weithin sichtbar direkt vor uns liegt. Der gut begehbare Wanderweg führt am linken Ufer entlang in Richtung Norden, abwechselnd kommen wir durch Wiesen, Weiden und Mischwald. Im Bereich der Privatklinik »Lauterbachmühle« haben wir bereits das Ende des Großen Ostersees erreicht, der hier in den Westlichen und Östlichen Breitenauersee sowie den Ameisensee übergeht. Hier können wir das Entstehen eines so genannten Niedermoors beobachten. Dabei lagern sich laufend die abgestorbenen Reste des Schilfs und unter Wasser wachsender Pflanzen auf dem Boden des flachen Sees ab und reduzieren die ohnehin geringe Wassertiefe von Jahr zu Jahr. Der See wächst dadurch langsam zur Mitte hin zu. Im verlandeten, aber feuchten Uferbereich siedeln sich bunt blühende Orchideenarten sowie Mehlprimeln, Sumpfherzblatt und Fieberklee an.
Wir umrunden den Ameisensee und wandern ab seinem nördlichsten Ufer ein kurzes Stück an der Bahnlinie entlang. Über die Wiesen hinweg können wir von oben bereits den ersten großen Badeplatz ausmachen, der am Nordwestufer des Großen Ostersees liegt. Er bietet sich für eine willkommene Pause geradezu an.
Von dem etwas erhöht liegenden Wanderwege aus können wir den großen Ostersee sehr gut überblicken. Aus den Berichten der Naturforscher wissen wir, dass hauptsächlich die südlich gelegenen Osterseen durch unterirdische Quellen gespeist werden, durch die das Grundwasser in die Seen gelangt. Weil alle 19 Osterseen miteinander verbunden sind, strömt das Wasser im Lauf der Zeit Richtung Norden und gelangt vom Großen Ostersee weiter über Stechsee, Gröbensee und Lustsee, Gartensee sowie Ursee bis in den Starnberger See. Leider können die zwischen dem Großen Ostersee und dem Starnberger See gelegenen kleinen Gewässer, die auch Ostersee-Filz genannt werden, zu Fuß nicht erkundet werden, da die ganze Gegend in einem Moorgebiet liegt und deshalb nicht betreten werden kann.
Zurück Richtung Süden.
Die Rundwanderung führt nun exakt Richtung Süden; rechter Hand haben wir einen schönen Blick auf die Marieninsel, die aus Geröll und Sand entstanden ist, das sich in einem Gletschertunnel gesammelt hat. Nach einem kurzen Stück durch den Wald erreichen wir eine Kreuzung, an der unser Weg geradeaus weiterführt. Wir sollten es dennoch nicht versäumen, von hier etwa 1 Kilometer nach rechts zu gehen, denn hier liegt ein weiterer schöner Badeplatz.
Abstecher zum Fohnsee.
Kurz darauf kommen wir an den Fohnsee, an dessen Ostufer Einkehrmöglichkeit im Fohnsee-Stüberl besteht. Hier können wir auch im See baden. Zurück nach Iffeldorf nehmen wir dann die Asphaltstraße, von der aus nochmals ein schöner Ausblick auf die eingangs genannten fünf ersten Osterseen besteht, nur diesmal von der anderen Seite. Von hier oben ist sehr schön zu erkennen, wie die einzelnen Seen miteinander verbunden sind. In Iffeldorf angekommen, führt links die Osterseenstraße zum Autoparkplatz zurück, während diejenigen, die mit der Bahn gekommen sind, wieder links die Staltacher Straße nehmen und zum Bahnhof zurückgehen.

Dauer: 2:45 Std.
Bahnhof Staltach – Iffeldorf 20 Min., Lauterbacher Mühle 1 Std., Fohnsee 1 Std., Iffeldorf 10 Min. Bahnhof Staltach 15 Min. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied20 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Staltach
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterMoore, Streuwiesen und Wälder kennzeichnen das Gebiet rund um die 19 Osterseen, die wie glitzernde Perlen einer Kette aneinander gereiht sind.
Hinweise
Die Wanderung ist zu allen Jahreszeiten zu empfehlen. Im Sommer kann am Fohnsee auf einem Campingplatz übernachtet werden.
KartentippKompass-Wanderkarte Nr. 180: Starnberger-/ Ammersee, 1:50 000
MarkierungenWanderweg Nr. 7
VerkehrsanbindungStündliche Bahnverbindung auf der Strecke München–Starnberg–Tutzing–Kochel mit Halt in Staltach. Mit dem Auto fährt man auf der A 95 München–Garmisch-Partenkirchen bis zur Ausfahrt Seeshaupt und von dort weiter auf der Landstraße nach Iffeldorf. Sowohl beim Bahnhof Staltach als auch in Iffeldorf gibt es ausgeschilderte Parkplätze.
GastronomieFohnsee-Stüberl am Fohnsee, Terrasse, mediterrane Küche, Di Ruhetag, Tel.: 08856/27 86; mehrere Restaurants in Iffeldorf
Tipps
Die Limnologische Station. Die Limnologie befasst sich mit der Struktur sowie dem Stoff- und Energiehaushalt der Binnengewässer. Es werden die komplexen ökologischen Zusammenhänge und Interaktionen verschiedenster Gewässerorganismen mit ihrer abiotischen Umwelt erforscht. Die Limnologische Station der Technischen Universität München ist in Iffeldorf im Gebäude des ehemaligen Gasthofs »Zur Post« untergebracht, und natürlich werden auch die Osterseen erforscht. Ausführliche Informationen zu den Forschungsarbeiten gibt es unter www.limno.biologie.tu-muenchen.de. Eiszeitpflanzen und -getier. Der Arbeitskreis »Natur und Landschaft« der Agenda 21 in Iffeldorf hat eine sehr informative Broschüre über die Osterseen herausgebracht. Sie ist kostenlos in der Gemeindeverwaltung erhältlich und kann auch im Internet unter www.iffeldorf.de/agenda21/index.htm am Bildschirm betrachtet werden.
Tourismusbüro
Gemeindeverwaltung, Hofmark 9, 82393 Iffeldorf, Tel.: 08856/92 86 50, Fax: 08856/8 22 22, E-Mail: gemeinde@iffeldorf.de, Internet: www.iffeldorf.de

Buchtipp

Wolfgang Taschner, Michael Reimer

Wanderungen am Wasser

Wandern am Wasser: 20 Touren an Bächen, Flüssen und Seen für die ganze Familie rund um München, mit vielen Tipps für Highlights am Wegesrand.

zum Shop
Mehr zum Thema