Rund um den Vilsalpsee, 2241 m

Vom Neunerköpfl über die Landsberger Hütte zum Rauhhorn Bis zur Hütte breite, sehr viel begangene Bergwege mit einigem Auf und Ab. Am 2. Tag kleinere Steige, teilweise steiles Gelände; bei einer Überschreitung des Rauhhorns perfekte Trittsicherheit nötig (lässt sich bei einer Umgehung des Gipfels vermeiden). Die Route des 2. Tags nur bei nebelfreiem Wetter begehen! (Autor: Dieter Seibert)
Zur Landsberger Hütte (1805 m) Zunächst fahren wir mit der neuen Bahn zur Bergstation (1770 m). Rechts wandern wir am Neunerköpfl vorbei oder – reizvoller und kaum weiter – auf der linken Seite auf einem breiten Steig über eine felsdurchsetzte Stufe auf diesen kleinen Gipfel (1862 m). Von ihm steigt man nach Süden hinab, bis man wieder auf den querenden Steig trifft. Nun wandert man hinüber zum Kamm, hinab in einen Sattel und an einem Köpfchen vorbei ins nächste Joch. Dort geht es links immer durch die gegliederten Weidehänge mit Auf und Ab weit hinüber zur Strindenscharte. Auf einem Fahrweg quert man durch die steile Sulzspitz-Südostflanke in die Gappenfeldscharte (1858 m). Nun wandern wir wieder auf Fußwegen nach Süden schräg durch die Hänge in eine kleine Lücke im Ostgrat der Schochenspitze (2069 m) empor, die sich von dort in wenigen Minuten über Gras besteigen lässt. Wiederum geht es schräg durch den Hang, jetzt allerdings abwärts, und durch eine Mulde in das Östliche Lachenjoch. Unsere Route führt über den Hang hinab, bei der Verzweigung rechts und an der in einem kleinen Kessel gelegenen »Lache« vorbei zur Hütte. Zum Schrecksee Von der Landsberger Hütte wandern wir auf einem breiten Weg schräg durch die Grashänge der Roten Spitze hinüber ins Westliche Lachenjoch (1970 m). Ein Abstecher auf diesen 2130 m hohen, interessanten Gipfel mit seinen zwei Gesichtern – saftig grünes Steilgras nach Süden, auffallend rote Wände (daher der Name) auf der Nordseite – lässt sich in 25 Min. durchführen. Dann queren wir durch die Nordwestflanke der Steinkarspitze hinaus auf einen breiten Grasrücken mit überraschendem Blick auf den Hochvogel und die benachbarte Rosszahngruppe mit ihren bizarr verwitterten Felsruinen, die trotz der beachtlichen Höhe (Großer Roßzahn, 2356 m) nahezu nie bestiegen werden. Dann geht es hinab in den tiefsten Sattel (1859 m) und bei der folgenden Wegverzweigung rechts. Über die welligen, teilweise etwas verkarsteten Böden und Hänge spaziert man weit hinüber in den Kirchdachsattel (1926 m). Jetzt liegt uns der Schrecksee (1813 m), der malerischste Allgäuer Bergsee, unmittelbar zu Füßen. Die türkisblaue Wasserfläche wird von saftig grünen Matten eingefasst. Sie erstreckt sich immerhin auf eine Länge von 500 m und ist dank der unregelmäßigen Ufer und einer Insel besonders idyllisch. Unser Weiterweg führt 100 m oberhalb vorbei; ein Abstecher würde also einen Gegenanstieg von ca. 20 Min. erfordern. Rauhhorn (2241 m) und Abstieg Vom Kirchdachsattel wandern wir stets quer durch die teilweise steilen Hänge von Knappenkopf und Kugelhorn in den Sattel der Hinteren Schafwanne (1965 m). Nun geht es entweder – deutlich einfacher und knapp 1 Std. kürzer – nach Osten über die steile Stufe hinab und unter den Wänden des Rauhhorns hinüber in die Vordere Schafwanne. Oder wir folgen dem bescheidenen Steiglein immer über den Grat auf Gras, Geröll und Felsplatten auf das Rauhhorn. Drüben geht es über eine kurze, etwas ausgesetzte Felsstufe mit Hilfe eines Drahtseils hinab, dann durch eine Schrofenrinne tiefer, schließlich auf gutem Steig hinab in den tiefen Sattel (2057 m) vor dem Geißeck und nach rechts über die Halde hinab in die Vordere Schafwanne. Über die Böden und Hänge in schönem, freiem Gelände absteigend, gelangen wir schräg nach rechts über eine Stufe mit Buschwerk zum Ghs. Vilsalpe. Ein promenadeartiger Weg am Westufer des Vilsalpsees (1165 m) führt uns zum Ghs. am Nordufer. Mit dem Bus fahren wir zurück nach Tannheim. Mit Familie und Kindern Mit größeren Kindern kann man den Höhenweg vom Neunerköpfl zur Landsberger Hütte begehen (oder schon früher - vom Gappenfeldsattel, durch den Gappenfeldtobel absteigen). Bei einer Übernachtung bieten sich alle Gipfel direkt über der Hütte, die man jeweils in etwa einer Stunde erreichen kann, als reizvolle Ziele an; am meisten Spaß wird dabei dem Nachwuchs eine Überschreitung der Steinkarspitze machen.

Dauer - 1. Tag 3 Std., 2. Tag 4 1/2 Std. Zur Landsberger Hütte 3 Std. Zum Kirchdachsattel knapp 1 1/2 Std. Weiterweg zum Vilsalpsee gut 3 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour21 km
Höhenunterschied840 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTannheim (1097 m), Zentrum und bedeutendster Ort im gleichnamigen Hochtal. Parkplatz im Osten des Ortes neben der Umgehungsstraße.
TourencharakterUnsere Tour, die man am besten in eineinhalb Tagen durchführt, vereint zwei völlig gegensätzliche Abschnitte. Auf den breiten, stark ausgetretenen Wegen vom Neunerköpfl zur Landsberger Hütte sind an entsprechenden Sommertagen ganze Prozessionen von Wanderern unterwegs. Sie kehren in der Hütte ein, die auf einer ausgeprägten Geländeschwelle unmittelbar vor der Nordwand der Lachenspitze (2126 m) thront, und steigen dann am Traualpsee vorbei zum Vilsalpsee ab. Wir bleiben für eine Nacht dort oben, um am nächsten Morgen zeitig unterwegs zu sein. An diesem Tag geht es auf kleineren Wegen durch stilles, unberührtes Bergland. Man bewegt sich über Stunden in Höhen von 1800 bis über 2200 m, und es gibt unterwegs nur eine einzige »Fluchtmöglichkeit« - vom Schrecksee hinab ins Ostrachtal und nach Hinterstein. Man sollte also diese einmalige Höhenroute mit ihren hindernislosen Ausblicken nur bei zuverlässigem Wetter begehen. Das Ungewöhnliche an diesen zwei Tagen: Man kann nicht weniger als sechs Gipfel, die mit Steigen erschlossen sind, unterwegs »mitnehmen«. Sie sollen hier ganz kurz vorgestellt werden. Neunerköpfl (1862 m) in 15 Min. ab der Bergstation. Sulzspitze (2084 m) in 1 1/4 Std, Abzweigung des Gipfelwegs kurz vor der Gappenfeldscharte. Schochenspitze (2069 m) von der Ostgratschulter in 10 Min. Rote Spitze (2130 m) vom Westlichen Lachenjoch auf erdigem Steig in 25 Min. Steinkarspitze (2067 m) von Höhenweg in 15 Min. Das Rauhhorn (2241 m) wird bei der Variante sowieso überschritten.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt 1 - 50000, Blatt WK 352 Ehrwald, Lermoos–Reutte, Tannheimer Tal.
VerkehrsanbindungVon der Allgäu-Autobahn (Ausfahrt Oy) an Wertach vorbei nach Oberjoch und hinüber nach Tannheim; dorthin auch von Pfronten durchs Engetal. Buslinien von Sonthofen und von Reutte.
GastronomieLandsberger Hütte (1805 m), DAV, 150 Schlafplätze, Tel. 0043/5675/6282.
Tipps
Vilsalpsee und Vils In einem Seitenast des Tannheimer Tals versteckt sich in 1165 m Höhe der Vilsalpsee, der immerhin 1,4 km lang und bis zu 27 m tief ist und in dem sich einige markante Felsberge wie das Geißhorn (2249 m) spiegeln. Ein Sträßchen führt im Osten, ein breiter Fußweg im Westen um die meist intensiv getönte Wasserfläche. Das fordert natürlich zu einer Rundwanderung heraus, die man mit dem kleinen Abstecher nach Süden ergänzen wird, um das Berggasthaus Vilsalpe (1178 m) zu besuchen. Eine Stunde dauert dieser Ausflug. Den Namen bekam die Wasserfläche von der recht eigenwilligen Vils. Zuerst nimmt das Flüsschen einen durchaus logischen Weg aus dem Vilsalpsee über Tannheim und Schattwald und durch das waldreiche Vilstal ins Becken von Pfronten. Doch dann strömt sie nicht nach Norden hinaus ins nahe Oberallgäuer Voralpenland, sondern knickt bei Ried rechtwinklig ab und fließt nun nach Südosten wieder in die Berge hinein, um dann hinter dem Städtchen Vils – nach gut 30 km – in den Lech zu münden.
Höchster Punkt
Landsberger Hütte (1805 m) Rauhhorn (2241 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Tourismusverband Tannheimer Tal, Oberhöfen 110, A-6675 Tannheim, Tel. 0043/5675/62200, E-Mail: info@tannheimertal.com.
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