Rund um den Peitlerkofel

Aussichtsreiche Höhenwanderung auf überwiegend guten, viel begangenen Wegen. Lediglich bei der Hangquerung vom Graben des Schartenbachs hinüber zu den Peitlerwiesen etwas abschüssige Passagen (Autor: Eugen E. Hüsler)
12 km
600 m
4.00 h
Es war einmal.
Neben diesen Fernblicken bietet die Runde gleich zum Auftakt Einblick in die Entstehungsgeschichte der Dolomiten: Am Weg zu den Peitlerwiesen zeigt der große Berg freundlicherweise auch seinen vielschichtigen Unterbau, vom Grödner Sandstein (leicht zu erkennen an der intensiven Rotfärbung) über die weißlichen Bellerophonschichten und die an Fossilien reichen Werfener Schichten bis zur markanten Wandstufe des Mendeldolomits. Darauf liegt dann der eigentliche Bergkörper aus Schlerndolomit, wandbildend und nochmals gut 600 Meter hoch bis zum Gipfelkreuz – ein geradezu beispielhafter Aufschluss der klassischen Dolomiten-Schichtfolge.
Außen herum.
Die Runde beginnt auf sandiger Unterlage, am Almsträßchen, das vom Würzjoch (1987 m) südwärts sanft steigend zu den Blumenteppichen der Peitlerwiesen führt. An der Alp Munt de Fornela (2067 m) hält man sich links und folgt dem markierten Weg, der in leichtem Auf und Ab durch ein Bergsturz-gelände verläuft. Zur Rechten steht die ge-waltige Felsmasse der Peitlerkofel-Nordwand und links geht der Blick über die grünen Hügel um das Gadertal bis zu den fernen Firngipfeln des Zillertaler Hauptkamms. Hinter der Ütia de Göma (2030 m), die links abseits liegt, verliert der Pfad etwas an Höhe, bevor er ins grüne Gömajoch (2111 m; 1.15 Std.) ansteigt. Von der Scharte bietet sich ein schöner Blick ins innere Campilltal, ein Bild, das den Wanderer auf dem Weiterweg bis in die Peitlerscharte begleitet. Den östlichen Horizont bildet die aus Kreuz-kofelgruppe, Lavarela und Conturines gebildete Riesenmauer, und im Südosten zeigen sich Pelmo und Civetta (3220 m), die beiden »Riesen« des Zoldano.
Die Fortsetzung der Runde um den Peitler-kofel verläuft über ausgedehnte Almböden: Sommerfrische fürs Vieh. Höher am Hang sind die Murmeltiere zu Hause, lassen sie sich beim Herumtollen und Fressen beobachten, und gelegentlich ist ein schriller Warnpfiff zu hören.
Zur Peitlerscharte.
Über die Ütia Vaciara (2020 m) wandert man an der Grenze des Naturparks Puez–Geisler in leichtem Auf und Ab in das Tälchen des Seresbachs (2140 m), wo ein Zustieg von Campill einmündet. Er setzt sich bergwärts in den markanten Einschnitt der Peitlerscharte (2357 m; 3 Std.), dem höchsten Punkt der Runde, fort. Hier beginnt der markierte, im Gipfelbereich gesicherte Normalweg auf den Peitlerkofel, den man in etwa 1.30 Stunden auf sehr lohnendem Weg (aber nur für erfahrene und absolut trittsichere Berggänger!) erreichen kann.
Rückweg.
Aus der Scharte geht es im Zickzack hinunter in den Graben des Schartenbachs und noch oberhalb der Waldgrenze dann rechts (Tafel) in die abschüssige Westflanke des Bergstocks. Hier ist erhöhte Vorsicht geboten, vor allem, wenn Kinder dabei sind. Zuletzt wandert man über Blumen-wiesen hinaus zur Einkehr Munt de Fornela (2067 m) und auf dem Hinweg zurück zum Würzjoch (4.30 Std.).

Gehzeiten: Würzjoch – Gömajoch 1.15 Std., Gömajoch – Peitlerscharte 1.15 Std., Peitlerscharte – Würzjoch 2 Std. Insgesamt 4.30 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied600 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortSt.Martin in Thurn (1127m) im Gadertal
AusgangspunktWürzjoch (1987m), Straßenpass zwischen Eisack- und Gadertal
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterAuf der Fahrt übers Würzjoch ist er die dominierende Berggestalt; fast einen Kilometer hoch ragt die mächtige Nordwand des Peitlerkofels (2875m) in den Dolomitenhimmel. Sein Gipfel gilt als einer der besten Aussichtspunkte im Nordwesten der Dolomiten, und das Panorama ist so weit wie kontrastreich, ein herrlicher Bilderbogen in Grün, Grau und Weiß. Da auch der Peitlerkofel seine »schwache« Rückseite hat – was man ihm von Norden gar nicht ansieht –, kann es vorkommen, dass sich an einem Sommertag, wenn der Morgenhimmel gute Sicht verspricht, an die zweihundert Leute auf-machen, ihm aufs Haupt zu steigen. Und dies kann dann am felsigen Kopf, entlang den vor ein paar Jahren erneuerten Sicherungen, gelegentlich zu einem leichten Gedränge führen. Wer nur außenherum wandert, hat’s entschieden leichter: weniger Anstrengung, nicht so viel Volk auf Weg und Steg – und trotzdem jede Menge Aussicht, vor allem auf die Berge des Hochabtei und nördlich übers Pustertal bis zum firnbedeckten Zillertaler Hauptkamm.
Hinweise
Gehzeiten: Würzjoch – Gömajoch 1.15 Std., Gömajoch – Peitlerscharte 1.15 Std., Peitlerscharte – Würzjoch 2 Std. Insgesamt 4.30 Std.
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 07 »Alta Badia–Arabba–Marmolada«
VerkehrsanbindungVon Brixen über die »Brixner Dolomitenstraße« 28 km, von St.Martin in Thurn via Untermoi 13 km. Busverbindung im Sommer ab St.Martin
GastronomieMunt de Fornela, Ütia de Göma, Ütia Vaciara; alle im Sommer bewirtschaftet
Tourismusbüro
Tourismusverein St. Martin in Thurn, Dorf 10, I-39030 St. Martin in Thurn, Tel. +39-0474-52 31 75, info@sanmartin.it, www.sanmartin.it

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