Rund um den Monte Mulàz

Passo di Vallès – Forcella Venegia (2217m) – Passo di Venegiota (2302m) – Rifugio Mulàz (2571m) – Passo di Mulàz (2619m) – Campigol della Vezzana – Forcella Venegia – Passo di Vallès (Autor: Eugen E. Hüsler)
14 km
1100 m
6.00 h
Ein Matterhorn?
Den Auftakt zur Tour macht der gut halbstündige Anstieg vom Passo di Vallès (2031m) zur Forcella Venegia (2217m). An der Gratsenke bietet sich ein erster prächtiger Blick auf die Pala-Nordkette, angeführt vom Cimòn della Pala (3184m). Aus dieser Perspektive präsentiert sich der stolze Dreitausender allerdings nicht als das »Matterhorn der Dolomiten«; diesen Vergleich akzeptiert aber sofort, wer ihn vom Rollepass aus betrachtet. Erstmals bestiegen wurde er im Jahr 1870. Die Dreierseil-schaft – der Engländer E.R.Whitwell, geführt von Santo Siorpaës und Christian Lauener – nahm ihren Weg durch das stark steinschlaggefährdete nord-seitige Eiscouloir. Erst später wurde der Anstieg von Süden entdeckt, heute der übliche (Kletter-)Weg.
Höhenwandern.
Die Palazacken begleiten den Wanderer bis in den Passo di Venegiota (2303m; 1.30Std.), vorbei an einem winzigen See und mit kurzem Zwischenabstieg an der Südflanke der Cima Venegiota. Dabei rückt der zerfurchte Klotz des Mulàz allmählich näher und vermauert mehr und mehr die Aussicht auf die Nordkette.
Szenenwechsel am Venegiotapass: Nun schaut man nach Norden und Osten, bis zur Marmolada, in die Ampezzaner Dolomiten, zu Pelmo und Civetta. Aus dem Sattel steigt das Weglein kurz an zu einem Geländesporn, quert dann einige abschüssige Gräben (Vorsicht bei Altschnee im Frühsommer!) hinüber zum Ansatzpunkt des Mulàz-Nordgrats (ca. 2340m). Hier wird die Sicht auf die schlanken Türme der Campanili dei Lastei frei. Teilweise im Geröll steigt man ab gegen den Felsfuß (ca. 2200m). Nach einer Traverse mit hübschem Tiefblick auf den flachen Boden der längst verlassenen Alm von Focobòn (1894m) – zwei kurze, etwas ausgesetzte Passagen sind mit Drahtseilen gesichert – geht’s über leichte Felsstufen, ein Schneefeld und durch eine erdige Rinne aufwärts zu einem Gelände-rücken knapp oberhalb des kreuzgeschmückten Sasso Arduini (2582m) und flach weiter zum Rifugio Mulàz (2571m; 3.15Std.).
Abstieg.
Vom Passo del Mulàz (2619m), dessen Höhe von der Hütte in wenigen Minuten erreicht ist, zieht ein guter Weg in Serpentinen über den Geröllhang hinunter zum Campigol della Vezzana (1918m; 4.30Std.). Hier stößt man auf die Costazza-Passstraße, heute eine beliebte Bikerstrecke. Man folgt ihr ein Stück weit talauswärts, bis eine Tafel den Beginn des letzten Anstiegs signalisiert: rund 350Höhenmeter über die weiten, blumenreichen Almböden von La Manda, mit bemerkenswerter Aussicht gen Westen, durch die Täler des Travignolo und des Avisio bis zu den Brentagipfeln. Aus der Forcella Venegia (2217m) steigt man auf dem Hinweg ab zum Passo di Vallès (6.15Std.).

Passo di Vallès – Forcella Venegia 30Min., zum Passo di Venegiota 1Std., zum Rifugio Mulàz 1.45Std., zum Campigol della Vezzana 1.15Std., zum Passo di Vallès 1.45Std. Ins- gesamt 6.15Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortFalcade (1155m), Ferienort im Valle dei Biois
AusgangspunktPasso di Vallès (2031m), Straßenübergang vom Fleimstal ins Valle dei Biois
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterUm den Monte Mulàz (2908m) dreht sich auf dieser Runde fast alles; ständig ist er präsent, ein riesiger grauer Koloss, über den Tälern von Venegiota und Focobòn hockend, Blickfang und gleichzeitig Aussicht versperrend. Am Wendepunkt der Tour, oben am Passo del Mulàz (2619m), stellt sich dann die Frage, ob man diesem Esel (»mulàz«) nicht gleich aufs Haupt steigen soll – eine Stunde auf markierter Geröllspur, an einem schönen Herbsttag und bei ausreichender Kondition eigentlich keine Frage, denn die Aussicht ist ebenso weit wie kontrastreich, gewürzt mit schönen Talblicken.
Unterschätzt werden darf diese Runde vor der Nordkette der Pala-Dolo-miten trotz des hoch gelegenen Ausgangspunkts (auch ohne Gipfel) nicht; das Auf und Ab summiert sich zu rund 1000Höhenmetern.
Beste Jahreszeit
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 022 »Pale di San Martino«
VerkehrsanbindungÜber den Passo di Vallès führt eine ordentlich ausgebaute Straße, 20km ab Predazzo, 12km ab Falcade. Keine Busverbindung!
GastronomieRifugio Mulàz, 20.6.–20.9., Tel. 0437/599420

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