Rund um den Lago di Ledro

Auf meist ebenen Wegen lässt sich der See bequem umwandern. Wer möchte, kann an zwei Stränden ein erfrischendes Bad nehmen. Sonnenschutz ist zu empfehlen. Die Tour ist auch mit Kinderwagen möglich. (Autor: Joachim Lutz, Sabine Malecha)
10 km
50 m
3.00 h
Der Ledrosee ist einer der saubersten Seen im Trentino: auf einer Höhe von 650 m. Eine Moräne schuf den See nach der letzten Eiszeit. Seit 1929 hängt sein Wasserstand von der Menge des Wassers ab, die das Kraftwerk in Riva del Garda braucht. Der See ist umrahmt von hohen Bergen, die sich in der Wasseroberfläche spiegeln. Im See finden wir einen enormen Fischreichtum, der auch Angler anlockt. Hier leben Barsche, Aale, Renken, Perlfische, Forellen verschiedener Arten, Hechte und Karpfen. Entlang den Ufern gibt es vier Strände: in Molina im Ort Besta, in Mezzolago, in Pieve di Ledro und im Ort Pur. In Pieve kann man Tretboote, Katamarane, Segelboote und Surfbretter mieten, um den See auch auf dem Wasser zu genießen.

Rund um den Ledrosee

Eine kurzweilige Wanderung erwartet uns an den Ufern des Ledrosees. Familien- und Wandergenuss pur: Wege, die direkt am See entlangführen und auch kinderwagentauglich sind; herrliche Blicke auf die umliegenden Berge; Pizzeria und Gelateria für das leibliche Wohl; Pfahlbau- und Apotherkermuseum für die Bildung, Schwimmen und Tretbootfahren zum Kalorienverbrauchen – was will man an einem Tag im Urlaub noch mehr.

Von Molina di Ledro nach Mezzolago

Die Wanderung beginnt am Parkplatz in Molina di Ledro. Sobald wir den See erblicken, sind wir auch schon beim Parkplatz. Hier führt unser Weg auf dem Gehweg weg von den Pfahlbauten in Richtung Campingplatz. Wir schlendern auf einem relativ neu angelegten Weg am Zaun an den Zelten vorbei. Direkt am Ufer geht es so auf dieser Seite des Sees weiter, bis oben am Hang eine burgähnliche Villa in Sicht kommt. Hier müssen wir die Fahrstraße überqueren. Nun kommt eine kleine Steigung, die leicht zu meistern ist, mit schöner Aussicht auf den See. Oben angekommen, führt der Weg durch die Via Aldo Toccali direkt nach Mezzolago zur Kirche. Das Dorf ist ein Ortsteil von Pieve di Ledro und verdankt seinen Namen der Vulgarisierung des lateinischen Ausdrucks »in medio laco« (»inmitten des Sees«), der dessen privilegierte Lage verdeutlicht. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die Kirche San Michele, deren besondere Faszination einem Fresko aus dem 15. Jh. zu verdanken ist, das den heiligen Christophorus, den Schutzheiligen der Reisenden, darstellt und auf der südlichen Außenseite des Gebäudes zu sehen ist.

Weiter nach Pieve

Holzschilder weisen uns den Weg Richtung Pieve. An den Häusern von Mezzolago finden wir wunderschön bemalte Elektrokästen, die sonst oft an den Häusern eher wie Fremdkörper wirken – eine wirklich originelle Idee. Auch üppiger Blumenschmuck ist zu sehen. Ein wirklich pittoreskes Ortsbild. Am Ortsende geht es links wieder an den See. Wir überqueren die Fahrstraße. Der schön angelegte Weg mit Rastbänken verläuft nun unterhalb der Straße in Richtung Pieve di Ledro. Wer schnell wieder zum Auto zurück möchte, geht vor dem Hotel Lido gleich links am See entlang weiter. Ansonsten gehen wir Richtung Friedhof und Straße, überqueren diese und kommen in den Ort (1.10 Std.). Ein Besuch in Pieve di Ledro bietet drei Höhepunkte: das verträumte Ortsbild, das Apothekermuseum und die hervorragende Pizzeria im Hotel Sport. Nach einer Stärkung gehen wir von der Pizzeria Sport vorbei am Parkplatz zur Straße und am Fußgängerübergang hinüber Richtung Campingplatz.

Vor dem Campingplatz kann man einen Abstecher nach links zum See machen und eine Runde schwimmen oder Tretboot fahren. Natürlich gibt es dort auch eine Gelateria. Die Verführungen sind zahlreich ... Später gehen wir dann am Campingplatz Azzurro vorbei, danach bleiben wir links haltend auf dem Sträßchen. Bald kommt ein schöner schattiger Abschnitt durch ein Waldstück etwas höher über dem See. Wieder an der Straße angekommen, geht der Weg abwärts weiter. Er führt uns an Ferienhäusern vorbei in die Ortschaft Pur (1.30 Std.). Hier laufen wir direkt am »Naturstrandbad «, ohne Eintritt, aber mit Liegewiese vorbei. Danach halten wir uns links auf dem Sträßchen bleibend. In mehreren Kurven (Achtung, hier dürfen Autos fahren) kommen wir zur »Staumauer« des Sees. Wenn man nicht genau aufpasst, merkt man es nicht: Denn es handelt sich mehr um Wasserabläufe als um eine Mauer. Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zum Pfahlbaumuseum und zu unserem Ausgangspunkt zurück (30 Min.).

Besuch im Pfahlbaumuseum

Die Ausgrabungsstätten am Ufer des Lago di Ledro wurden ab 1929 erforscht, dann aber jahrzehntelang bis in die 60er-Jahre aufgegeben und geplündert. Es kam zu zahlreichen und fortwährenden Diebstählen und Beschädigungen durch selbst ernannte »Archäologen«, die nicht fachgerecht und ohne Erlaubnis Grabungen vornahmen. Über drei Phasen (1961, 1965 und 1967) zogen sich die neuen Ausgrabungen, die eine ungeheure Menge an Material zutage förderten.

Der Bau des Museumsgebäudes dauerte von 1968 bis 1972. Im Museum befindet sich ein Einbaum aus dem Stamm einer riesigen Kiefer, der 4,5 m lang und 0,75 m breit ist. In den Vitrinen sind zahlreiche Gegenstände aus Keramik ausgestellt. Auch auf die Ernährung der damaligen Bewohner können umfassende Rückschlüsse gezogen werden. Vervollständigt wird das Pfahlbaumuseum im Außenbereich durch die Rekonstruktion eines Pfahlbaus. Ein Modell, das nicht wissenschaftlich belegt ist, da bisher kein Fundstück Angaben über Details dieser Behausungen lieferte.

Museo delle Palafitte di Ledro, Via Lungolago 1, Molina di Ledro, Tel. 0039/0464/50 81 82, Fax 0039/0464/ 59 15 77; Öffnungszeiten: März–Nov. Di–So 10–13 und 14–17 Uhr

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied50 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortMolina di Ledro
AusgangspunktParkplatz in Molina direkt am See beim Pfahlbaumuseum
EndpunktParkplatz in Molina direkt am See beim Pfahlbaumuseum
TourencharakterDurch den Tunnel in eine andere Welt. In Riva del Garda ist die Fahr - straße zum Lago di Ledro gut beschildert und lässt sich leicht finden. Die Straße führt heute durch einen langen Tunnel. Am Ende des Tunnels öffnet sich der Blick in eine andere Welt. Nichts von dem turbulenten Touristentreiben am Gardaseeufer in der Hochsaison – hier finden wir Ruhe und herrliche Landschaft. Der heutige Stausee hat eine lange und geschichtsträchtige Vergangenheit. Funde in Molina di Ledro lassen sich bis in die Bronzezeit vor ca. 3700 Jahren zurückdatieren. Das Museum in Molina zeigen Pfahlbauten und Fundstücke aus dieser Zeit. Bis 1847 war das Tal vom Gardasee abgeschnitten. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde die erste Straße ins Ledrotal eingeweiht.
Hinweise
Baden möglich
KartentippKompass-Wanderkarten - 1:25 000, Blatt 690 Alto Garda e Ledro; 1:35 000, Blatt 096 Alto Garda, Val di Ledro
MarkierungenHinweistafeln
VerkehrsanbindungBrennerautobahn A 22, Ausfahrt Trento Centro oder Rovereto Sud, der Beschilderung nach Riva del Garda folgen, dort weiter Richtung Lago di Ledro bis zum Ortsende von Molina.
GastronomieIn Molina, Mezzolago, Pieve di Ledro und Pur
Tipps
PIZZERIA HOTEL SPORT. Der Pizzabäcker und seine Pizzen sind nicht nur bei den Kindern und Besuchern des Campingplatzes bestens bekannt. Auch die Einheimischen wissen die Pizzeria im Hotel Sport zu schätzen. Auch wenn Sie draußen sitzen, lohnt es sich, einen Blick hinein zu werfen und dem Pizzabäcker über die Schulter zu schauen. Unglaublich, mit welcher Geschwindigkeit er aus einer Teigkugel einen hauchdünne Pizza zaubert. Nur eines müssen Sie selbst mitbringen – Hunger, denn die Pizzen sind groß! Hotel und Restaurant Sport, Via Cassoni 14, 38060 Pieve di Ledro, Tel. 0039/0464/ 59 10 30, Fax 0039/0464/59 22 00, E-Mail - hotel-sport@libero.it
Tourismusbüro
Consorzio Pro Loco Valle di Ledro, Via Nuova 9, 38060 Pieve di Ledro, Tel. 0039/0464/59 12 22, Fax 0039/0464/59 15 77, E-Mail - info@vallediledro.com, www.vallediledro.com

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