Rund um den Gebhardsberg

Einfacher Spaziergang mit zwei Naturlehrpfaden. Beim Abstieg Vorsicht bei Eisglätte (Autor: Karin Pegoraro, Manfred Föger)
1 km
150 m
1.00 h
Am Waldrand, direkt oberhalb der Landesbibliothek im St. Gallusstift beginnt der erste Naturlehrpfad, der uns zunächst anhand kleiner Tafeln mit Zeichnungen ihrer Blätter und Früchte mit einzelnen Baumarten vertraut macht. Unmittelbar anschließend folgt ein Wegstück, das besonders Kinder begeistern wird. Der Walderlebnispfad animiert dazu, die Natur und natürliche Materialien mit allen Sinnen zu erfahren. Ein kleiner Abstecher führt uns über den Barfußpfad, also Schuhe ausziehen und das unterschiedliche Gehgefühl auf verschiedenen Böden erleben! Bald darauf können Kinder ihr »architektonisches« Talent ausprobieren und selbst ein Haus bauen. Am Waldklavier lassen sich die Töne einer Melodie hervorzaubern – um welche handelt es sich wohl? Weitere Stationen beschäftigen sich etwa mit dem Thema Wasser, sind einer großen Lärche gewidmet oder erforschen das Wissen über den Wald und seine Bäume.
Der Aufstieg vergeht wie im Flug und bald nähern wir uns dem höchsten Punkt des Gebhardsberges. Zwischen 1077 und 1097 ließen die Grafen von Bregenz hier die Burg (Hohen-)Bregenz errichten. Über einen schmalen Weg steigen wir zu den alten Mauerresten auf und betreten durch ein Tor den ehemaligen Innenhof der Festungsanlage. Die Steinmauern sind teilweise dicht mit Farnen und Moosen bewachsen. Inmitten einer kleinen Wiesenfläche steht eine große Edelkastanie, ein deutliches Zeichen für das milde Klima, das die Nähe zum Bodensee mit sich bringt. Wir erreichen am Südende der Anlage das Burg-Restaurant Gebhardsberg, das zu einer Rast verlockt. Mit seinem herrlichen Ausblick auf das darunter liegende Lichtermeer kann man auf der Terrasse auch so manchen romantischen Sommerabend genießen (Montag und Dienstag – außer an Feiertagen – geschlossen). Daneben lädt das Kirchlein zur stillen geistigen Einkehr ein. Vom höchsten Punkt wandern wir auf einem gepflasterten Weg abwärts. Für ein kurzes Stück folgen wir nun dem Känzeleweg, doch schon nach wenigen Metern zweigen wir rechts in den F.-Kinz-Weg ab, der an der Westflanke des Gebhardsberges talwärts führt und als Geologielehrpfad ausgestaltet ist.
Hier tauchen wir in die Erdgeschichte ein und lernen die Geburtsstunde des Gebhardsberges kennen. Vor etwa 21 Millionen Jahren herrschte hier ein feuchtes, subtropisches Klima; es breitete sich das Molassemeer aus, in dem üppige Korallenriffe gediehen. Im warmen Wasser tummelten sich Haie, verschiedenste Knochenfische und Delfine. Am anschließenden Land führte das warme Klima zu reichem Pflanzenwuchs, der verschiedensten Landlebewesen, wie etwa dem elefantenartigen Mastodon, Nahrung bot. Die Gesteinsschichten, die wir entlang des Weges sehen, enthalten allerdings im Gegensatz zu anderen Vorarlberger Molassegebieten nur sehr wenige Fossilien. Genau dort, wo heute der Gebhardsberg ist, mündete nämlich ein Fluss ein und verhinderte durch sein Süßwasser die Ansiedlung zahlreicher Meeresorganismen.
Weitere Tafeln des Weges informieren uns über den Aufbau des Pfänderstockes und des vorderen Bregenzerwaldes, die Rolle der Eiszeiten für das Landschaftsbild und vieles mehr. Zweimal passieren wir steil aufragende Felsen, an denen Schilder auf das bestehende Kletterverbot hinweisen. Es wurde erlassen, da hier mitunter seltene Vögel, so etwa der riesige Uhu, unsere größte Eule, einen Brutversuch starten und nicht unnötig gestört werden sollen. Schließlich ist der Lehrpfad zu Ende, wir wenden uns dort scharf rechts und gehen die letzten Meter zur Langener Straße hinunter, der wir nach rechts folgen. Hinter der nächsten Kurve treffen wir an einem Weingarten auf einen kleinen Parkplatz. Wir gehen dann rechts, überqueren den Platz und kommen auf einen Waldweg, der uns in nur wenigen Minuten wieder zurück bis zum Ausgangspunkt bringt (1 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied150 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStadtrand von Bregenz, Landesbibliothek im Gallusstift.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterUnser Ziel verdankt seinen Namen dem heiligen Gebhard (949–995), Bischof aus dem Geschlecht der Udalrichinger, dem zu dieser Zeit mächtigsten im Bodenseeraum. Nach ihrem Stammsitz nannten sie sich auch Grafen von Bregenz. Gebhards größtes Anliegen waren geistliche Reformen; dafür gründete er bei Konstanz mit der Benediktinerabtei Petershausen das erste bischöfliche Kloster der Region. Dort liegt auch sein Grab, an dem sich alsbald Wunder ereignet haben sollen, die zu der Heiligenverehrung führten. Auf dem Gebhardsberg selbst erinnert ein kleines Gotteshaus an den Heiligen; es ist eine der beliebtesten Tauf- und Hochzeitskirchen rund um Bregenz. Und neben den historisch interessanten Örtlichkeiten locken uns zwei Themenwege, die viel Spannendes über die Natur und den Aufbau der nördlichen Ketten des Bregenzerwaldes erzählen.
Beste Jahreszeit
Kartentippfreytag & berndt-WK Bregenzerwald, 1:50 000. freytag & berndt Stadtplan Bregenz/Dornbirn, 1:10 000.
MarkierungenWegweiser an allen Kreuzungspunkten.
VerkehrsanbindungDie Landeshauptstadt ist auf allen wichtigen Straßenverbindungen leicht zu erreichen. Reist man auf der Rheintalautobahn an, wählt man die Ausfahrt Bregenz-Weidach. Von hier nicht in den City-Tunnel einfahren, sondern über Kennelbacher-, Gallus- und Fluher Straße zur Landesbibliothek; hier in der Regel ausreichende Parkmöglichkeiten. Auch mehrere Stadtbuslinien halten in unmittelbarer Nähe.
GastronomieEinkehrmöglichkeiten aller Art in Bregenz; gediegenes Restaurant am Gebhardsberg.
Unterkunft
Bregenz bietet Unterkunftsmöglichkeiten aller Art.
Tourismusbüro
Bodensee-Vorarlberg Tourismus, Römerstraße 2, A-6900 Bregenz, Tel. 0043 (0)5574-43443, Fax 0043 (0)5574-43443-4, service@bodensee-vorarlberg.com, www.bregenz.ws
Mehr zum Thema