Rund um den Ebersberger Forst

Wer im Osten Münchens eine Oase der Ruhe sucht, findet sie mit Sicherheit im Ebersberger Forst, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Oberbayerns. Ein weites Netz einsamer Waldwege garantiert ungestörte Spaziergänge. Zu empfehlen ist auch ein Abstecher in die Region östlich des Forstes, etwa zwischen Ebersberg und Albaching, die vor allem mit unberührter Landschaft und weiten Ausblicken besticht. (Autor: Armin Scheider)
5 km
105 m
1.00 h
Besuch im Wildpark Poing. Der Ausflug beginnt in der Gemeinde Poing im Osten Münchens. Bevor Sie jedoch losfahren, ist ein Besuch des Wildparks am Nordostrand des Ortes überlegenswert, besonders dann, wenn Sie Kinder dabeihaben. Der Wildpark ist 57 Hektar groß und beherbergt u. a. Rot-, Dam- und Schwarzwild, aber auch Marder, Wolf und Luchs sowie Sumpfbiber und Waschbären. Besonders attraktiv ist die Vorstellung des Falkners. Im Zentrum des Wildparks ist ein großer Spielplatz mit Kiosk, auch gibt es einen Naturlehrpfad. Im Sommer ist der Park täglich von 9–17 Uhr geöffnet. Gasthof »Zum Vaas«. Von Poing geht es über Anzing nach Forstinning. Dort befindet sich im Ortsteil Schwaberwegen der Gasthof Zum Vaas, Sieger im Wettbewerb »Bayerische Küche« 2004– 2007 im Landkreis Ebersberg. Zugehörig auch ein kleiner gemütlicher Biergarten. Wenn Sie vor der Rundfahrt noch etwas essen wollen und bayerische Wirtshauskultur schätzen, kann dieses Haus nur empfohlen werden. Die Schlacht von Hohenlinden. Wir bleiben auf ruhigen Straßen und gelangen über Forstinning und Karlsdorf nach Hohenlinden. Hier fand vor gut 200 Jahren eine erbitterte Schlacht statt. Seit Monaten hatte das französische Heer den österreichisch-bayerischen Truppen gegenübergelegen, beide Seiten je gut 100.000 Mann stark. Dann, am 3. Dezember 1800, stießen die Österreicher vor, wurden aber am Waldrand östlich von Hohenlinden zum Stehen gebracht und von ihren Rückzugswegen abgeschnitten. So kam es zu einem blutigen Nahkampf im Haager Forst mit rund 5000 Toten und Verwundeten. Auch die Landbevölkerung hatte in diesen Jahren schwer unter dem Joch der Besatzungstruppen zu leiden. Heute sind Schlachtenlärm und Kanonendonner längst verhallt, über der Gemeinde liegt nur noch der Hauch der Geschichte. In Ortsnähe erinnert ein Denkmal an das Ereignis. Weitere Informationen liefert ein kleines Museum im Schulhaus Hohenlinden, das jeden ersten Samstag im Monat von 13–15 Uhr geöffnet hat. Im Ebersberger Forst. Von Hohenlinden folgen wir der Straße Richtung Ebersberg und werden nach ca. zwei Kilometern rechts zur Hohenlindener Sauschütt gelenkt. Dort gibt es einen Walderlebnispfad, der gut drei Kilometer lang ist und 17 Stationen aufweist, so u. a. Gehege für Dam-, Schwarz- und Rotwild, ein Insektenhotel, eine erzählende Fichte und ein Arboretum, also eine Station mit verschiedenen Bäumen und Sträuchern. Man kann aber auch auf Wanderschaft gehen. In Frage käme eine Radtour durch den Forst, dann könnten Sie auch weiter entfernte Punkte anfahren. Nehmen Sie aber unbedingt eine genaue Karte (siehe empfohlene Karten) mit, denn sonst droht ein Abdriften ins »Nirwana«! Eine Spezialkarte der Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst e.V. mit dem Titel »Natur erleben im Ebersberger Forst« erhält man für € 1,50 u. a. beim Neubert-Verlag in Poing, Tel. 0 81 21/77 84 40. Die Karte enthält neben wissenswerten Informationen über den Ebersberger Forst auch Rad- und Wanderwege. Mit dem Auto durchs Albachinger Land. Weiter geht es für ca. drei Kilometer nach Süden, dann weist ein Schild (u. a. Richtung Thailing und Golfplätze) nach links, wo nach einer Mülldeponie eine kurze Waldfahrt auf schmalen Sträßchen folgt. Dann treten wir ein in ein bäuerlich geprägtes und unberührt wirkendes Hügelland mit teils prächtiger Aussicht bis zur Alpenkette. Genießen Sie die Bilder, die sich hier bieten. Es drängt Sie niemand, die Ausflugsströme fließen (noch) an dieser Region vorbei. Zum Verlauf der Route siehe die große Übersichtskarte. In Albaching lohnt es sich, einen Blick in die Nikolauskirche (1790) zu werfen. Sie zählt zu den schönsten Landkirchen der ganzen Region und spiegelt den Übergang vom Rokoko zur Renaissance wider. Eindrucksvoll vor allem die noblen Marmoraltäre und ein riesiges Deckenfresko, das vom namhaften Barockmaler Christian Wink stammt. Wer dagegen Ausschau hält nach einer zünftigen Einkehr, kann wählen zwischen dem Wirtshaus Kalteneck, dem Brauereigasthof Gut Forsting und dem Hotelgasthof Huber in Oberndorf, samt und sonders empfehlenswerte Häuser (siehe Info Einkehr). Wanderung in St. Christoph. Eine gute Gelegenheit, das Auto für eine Stunde stehen zu lassen, um einen Rundgang zu machen, bietet sich in St. Christoph. Die fünf Kilometer lange Wanderroute (siehe Karte links) bietet sehr schöne Ausblicke auf dieses stille Hügelland bis hin zu den Bergen. Zwei längere Steigungen fallen wegen der Kürze der Route konditionell nicht besonders ins Gewicht. Radtour nach Albaching. Noch unmittelbarer als im Auto lässt sich diese Gegend auf dem Fahrrad erleben. Die empfohlene Tour ist ca. 34 Kilometer lang und enthält – als Wermutstropfen – vor allem im ersten Teil einige kräftezehrende Steigungen. Der Reiz und die Beschaulichkeit der Landschaft sind jedoch Entschädigung genug, nicht umsonst zählt diese Radlgegend zu den schönsten im Münchner Osten. Wer sich also anstelle der Autorundfahrt zum Radeln entschließt, fährt von der Hohenlindener Sauschütt direkt nach Ebersberg und startet dort mit dem Fahrrad. Hinaus geht es ab Marienplatz auf der Sieghart- und Abt-Häfele-Straße und direkt vor der B 304 links hoch Richtung Mailing. Die weitere Route kann man der Übersichtskarte entnehmen. Eine kritische Stelle ist die Ortsdurchfahrt Steinhöring an der B 304. Um dieses verkehrsreiche Stück zu meiden, wird zu folgender Durchfahrt geraten - Einfahrt auf der Abersdorfer Straße, dann rechts in die Höfterstraße und schräg links weiter in die Frühlingsstraße, am Ende rechts in den Waldweg und über die Von-Waldeck- und Otto-von-Fleury-Straße zur B 304. Gegenüber geht es nach Oberndorf und Ebersberg.

Länge - Autoroute ca. 60 km (Poing-Albaching-Ebersberg) Radtour ca. 34 km Wanderung ca. 5 km.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied105 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGemeinde Poing, 20 km östlich von München Anfahrt auf der A 94 über Parsdorf oder auf Nebenstrecke über Trudering, Ottendichl und Neufarn Bahnverbindung S 2
TourencharakterWer im Osten Münchens eine Oase der Ruhe sucht, findet sie mit Sicherheit im Ebersberger Forst, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Oberbayerns. Ein weites Netz einsamer Waldwege garantiert ungestörte Spaziergänge. Zu empfehlen ist auch ein Abstecher in die Region östlich des Forstes, etwa zwischen Ebersberg und Albaching, die vor allem mit unberührter Landschaft und weiten Ausblicken besticht.
Beste Jahreszeit
GastronomieForstinning Gasthof Zum Vaas Biergarten, Mo/Di Ruhetage Hohenlindener Sauschütt Biergarten, kein Ruhetag Kalteneck Gasthof Steinacker Biergarten, Mi Ruhetag Oberndorf Hotelgasthof Huber Terrasse, kein Ruhetag Forsting Brauereigasthof Biergarten, Mi Ruhetag
Tourismusbüro
Poing Tel. 0 81 21/97 94-0 www.poing.de Hohenlinden Herr Nagl Ansprechpartner Schlacht von Hohenlinden; Tel. 0 81 24/16 41 Ebersberg Tel. 0 80 92/82 55-0 www.ebersberg.de Albaching Tel. 0 80 76/93 55 www.albaching.de
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