Rund um das Walberla

Sehr schöne Wanderung auf bequemen Wegen, teilweise zwischen Kirschgärten, vom Walberla großartige Ausblicke über Täler und Höhenzüge. (Autor: Tassilo Wengel)
8 km
244 m
2.00 h
Auf die Ehrenbürg.
Ausgangsort ist Kirchehrenbach, am nördlichen Fuß der Ehrenbürg gelegen. Den zentralen Dorfplatz umrahmen zahlreiche hübsche Fachwerkhäuser, die von der mächtigen Bartholomäuskirche aus dem 18. Jh. überragt werden. Hier beginnt unsere Wanderung, die uns zunächst mit der Markierung roter Querstrich entlang der Asphaltstraße bis zum Wanderparkplatz bei der Speisegaststätte Zum Walberla leitet. Hier kann man eine wunderschöne Aussicht auf das Wiesenttal sowie kulinarische Köstlichkeiten genießen. Zu den Gerichten zählen typisch fränkische Speisen wie Schäuferla und Bohnenkern mit Klößen, Fischgerichte sowie saisonale Spezialitäten wie Wild, Pfifferlinge und Spargel. Von hier gelangen wir zu einem Rastplatz und wenden uns kurz danach bei einer Quelle nach links. Nun wandern wir auf einem steinigen Pfad mit der Markierung stilisiertes Walberla weiter. Bei einer Wanderwegtafel treffen wir auf eine Asphaltstraße, wenden uns hier nach links und gelangen nach kurzem Anstieg zu einem hölzernen Kreuz, von dem sich eine herrliche Aussicht auf Kirchehrenbach bietet. Durch niederen Buchenwald führt unser Weg weiter aufwärts, bis wir zur Walpurgiskapelle gelangen. Sie steht auf einer Hochebene und wurde im 17. Jh. als Wallfahrtskapelle errichtet. Weit reicht der Blick von der Westseite des Plateaus in das untere Wiesenttal sowie das Regnitztal mit Forchheim. Hier oben findet jeden ersten Sonntag im Mai das Walberla-Fest statt, aber auch an anderen Sommerwochenenden herrscht auf dem Walberla Hochbetrieb. Bergsteiger finden am Rodenstein günstige Klettermöglichkeiten und Drachenflieger auf der Hochebene einen idealen Startplatz.
Über die Ehrenbürg ins Tal.
Wir überqueren die Hochfläche, wo seltene Pflanzen wachsen, und wandern in einen Sattel hinab. Von dort steigen wir dann auf den Rodenstein (532 m) mit dem hölzernen Kreuz. Von dieser höchsten Erhebung des Walberla geht es nun abwärts (Markierung roter Querstrich), auf einem schönen Panoramaweg kommen wir zu einem Wanderparkplatz im Tal. Dort halten wir uns rechts und erreichen in wenigen Minuten das Dorf Schlaifhausen, wo sich im historischen Gasthaus Kroder eine Rast lohnt. In diesem hübschen Fachwerkhaus an der Hauptstraße schmeckte schon dem Prinz- regent Luitpold von Bayern die fränkische Küche. Auch jetzt lohnt sich die Einkehr in diesem Haus, das seit 1864 besteht und seitdem in der fünften Generation nach alter Tradition bewirtschaftet wird. Hausgemachte Brotzeiten aus eigener Landwirtschaft und deftige fränkische Küche gehören ebenso dazu wie selbst gebackener Kuchen. Dazu werden Schnäpse aus eigener Brennerei serviert. In Schlaifhausen folgen wir der Markierung gelbes Kreuz nach Wiesenthau, wo an der Hauptstraße das Schloss-Hotel Wiesenthau zur Rast einlädt. Diese Dreiflügelanlage mit fünf Rundtürmen wurde nach der Zerstörung 1430 (Hussiten Kriege) und 1525 (Bauernkrieg) wieder aufgebaut und gehörte zu den wichtigsten Renaissanceschlössern des Bamberger Hochstifts. Heute verbirgt sich hinter den Mauern ein Hotelrestaurant, und der Schlosshof ist im Sommer ein Biergarten mit besonderem Flair. In Wiesenthau folgen wir der Markierung blauer Schrägstrich in Richtung Walberla und biegen dort, wo wir auf die Markierung blauer Punkt treffen, nach links ab. Nun wandern wir wieder nach Kirchehrenbach, wo wir auf die Markierung roter Querstrich treffen und zum Ausgangspunkt beim Wanderparkplatz gelangen.
Das Naturschutzgebiet Ehrenbürg.
Um die einzigartige Natur zu schützen, wurde die Ehrenbürg 1987 zum Naturschutzgebiet erklärt. Wandert man von der Niederung mit den Dörfern Schlaifhausen, Wiesenthau und Kirchehrenbach bergan zur Ehrenbürg, wird das Ackerland von einem Ring Wiesenland mit Streuobstwiesen abgelöst. Stellenweise gibt es hier auch kleine Quellbereiche und sumpfige Stellen, wo man die gelben Blü- ten der Sumpfdotterblumen antreffen kann. Auf feuchten Wiesen wachsen Kuckuckslichtnelken und Schlangenknöterich. Solche Wiesen bieten auch Orchideen wie der Breitblättrigen Kuckucksblume ideale Bedingungen, die in der zweiten Maihälfte in Blüte stehen. Auch in den Waldgebieten rund um das Gipfelplateau des Walberla gibt es Orchideen. Hier ist die Breitblättrige Stendel- wurz recht häufig. Auf den Lichtungen rund um das Walberla kann man gelegentlich die Mücken-Händelwurz antreffen, die außerdem besonders häufig am Rodenstein vorkommt. Die Nordostseiten sind von Buchenmischwäldern mit Eschen und Spitzahorn bedeckt, unter denen Wiesen-Schlüssel- blumen sowie Wald-Bingelkraut blühen. Wo sich Eichenwälder ausbreiten, siedeln sie in Gemeinschaft anderer Wärme lieben- der Pflanzen wie Pfirsichblättriger Glockenblume, Rauem Veilchen und Echter Goldrute. Unterhalb der Dolomitfelsen am Walberla breitet sich ein Halbtrockenrasen aus, wo unter anderem das Kleine Habichtskraut, das Gemeine Sonnenröschen, Karthäuser-Nelken und Zypressen-Wolfsmilch wachsen. Hier erfüllt der Duft des Arznei-Thymian die Luft, und an weniger zugänglichen Stellen stehen sogar die kleinen Pflanzen des Brand-Knabenkrautes, einer recht seltenen Orchidee.

Gehzeiten.
Kirchehrenbach – Walberla 1 Std. – Schlaifhausen 3/4 Std. – über Wiesenthau zurück nach Kirchehrenbach 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied244 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortKirche
AusgangspunktKirche in Kirchehrenbach.
EndpunktKirche in Kirchehrenbach.
TourencharakterVon der breiten Wiesentaue im Nordwesten begrenzt und vom Ehrenbach im Osten von der Frankenalb abgetrennt, erhebt sich die Ehrenbürg – im Volksmund nur »Walberla« genannt – über der Regnitzebene. Hierbei handelt es sich um einen mächtigen Felsklotz mit zwei Gipfeln, dem Rodenstein (532 m) und dem Walberla (512 m), die durch ein breites Plateau von 1500 Metern Länge und 300 Metern Breite voneinander getrennt sind. Schon in der Bronzezeit um 1000 v. Chr. besiedelt, errichteten die Kelten hier eine Wallburg. Im 1. Jh. n. Chr. ließen sich auf dem Felsen die Germanen nieder und errichteten eine Walpurgis-Kapelle, aus der der Name »Walberla« entstand. Jedes Jahr zieht das »Walberla« Tausende von Besuchern an. Sie strömen hinauf auf das kahle Hochplateau, um die herrlichen Aussichten in das untere Wiesenttal und das Regnitztal zu genießen oder um am 1. Sonntag im Mai das Walberla-Fest zu feiern.
Beste Jahreszeit
KartentippFritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst – Hersbrucker Alb, Blatt Süd, Maßstab 1 - 50000.
VerkehrsanbindungAuto. Auf der Autobahn A 73 bis zur Anschlussstelle Forchheim-Nord oder -Süd, auf der B 470 bis Unterweilersbach, hier Abzweig nach Kirchehrenbach. Bahn. Bahnstation Forchheim, weiter mit dem Bus.
GastronomieKirchehrenbach - Gasthaus-Brennerei Sponsel mit Biergarten, Hauptstraße 45, Tel. 09191/94448 (Di Ruhetag); Restaurant-Café Zum Walberla, Straße zur Ehrenbürg 21, Tel. 09191/4765 (Do Ruhetag). Schlaifhausen: Gasthaus Kroder, Schlaifhausen Nr. 43, Tel. 09199/416 (Mo Ruhetag, Di ab 17 Uhr geöffnet). Wiesenthau: Biergarten und Weinstube im Schlosshotel, Tel. 09191/ 79590.
Tipps
Brennerei-Gasthaus Sponsel Zum Schwarzen Adler. Vor über 300 Jahren entstand der Schwarze Adler, der inzwischen seit fünf Generationen in Familienbesitz ist. Fränkische Küche wie Schäuferla oder Haxen mit Kloß, aber auch Gerichte der internationalen Küche stehen auf der Speisekarte. Im Rahmen der Entdeckungsreise durch das »Fränkische Jahr« kann man sich jeden Monat anders kulinarisch verführen lassen. Die Palette reicht von Eintöpfen über Lammgerichte während der Fastenzeit bis Ostern, Spargelwochen, Karpfen, Scharfe Wochen im Oktober bis zu Wild und Geflügelgerichten. In den Sommermonaten kann man die gepflegte Gastlichkeit des Schwarzen Adler auch im Lindenkeller am Fuß des Walberla zwischen Kirchehrenbach und Wiesenthau genießen. Zu fränkischen Schmankerln aus eigener Schlachtung wird im schönen Biergarten kühles Kellerbier serviert. Schließlich werden in der Schnapsbrennerei Sponsel Branntweine und Edelbrände noch nach überlieferten Familienrezepten hergestellt.
Informationen
Landgasthof Zur Sonne. In Kirchehrenbach lädt an der Hauptstraße der Landgasthof Zur Sonne mit Bier- garten ein. Er befindet sich seit 1650 in Familienbesitz und beherbergt drei gemütliche Stuben. Als Spezialitäten findet man Wild aus heimischer Jagd, Geflügel und Fleisch von heimischen Bauern sowie Karpfen aus dem Aischgrund auf der Speisekarte. Dazu werden Schnäpse aus eigener Brennerei serviert, die aus biologisch angebautem Obst der eigenen Gärten hergestellt werden.
Unterkunft
Kirchehrenbach - Landgasthof Zur Sonne, Hauptstraße 25, Tel. 09191/9265, www.dennerschwarz.de.
Tourismusbüro
Tourismusverein »Rund ums Walberla- Ehrenbürg«, Heugasse 13, 91356 Kirch- ehrenbach, Tel. 09191/978931, E-Mail: info@walberla.de, www.walberla.de.

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