Rund um das Eggishorn

Landschaftlich einmalige Runde auf durchwegs guten Wegen; lediglich der Abstieg vom Bettmergrat ist etwas rau. Absoluter Star ist natürlich der Grosse Aletschgletscher; daneben bietet die Tour ein schönes Panorama der Oberwalliser Drei- und Viertausender. (Autor: Eugen E. Hüsler)
10 km
490 m
4.00 h
Schmelzendes Eis Im Bereich des Konkordiaplatzes erreicht das Eis des Aletschgletschers, das sich mit einer Geschwindigkeit von immerhin einem halben Meter pro Tag talwärts bewegt, eine maximale Dicke von fast 900 Metern! Doch so eindrucksvoll der Eisstrom auf den Betrachter wirken mag, die Klimaveränderung macht auch ihm zu schaffen. Seine Zunge hat sich in den letzten 150 Jahren um rund drei Kilometer zurückgezogen, die Eisdicke stark abgenommen. Das belegen die hohen Geröllhänge, die den Eisstrom flankieren, noch eindrucksvoller der berühmte Märjelensee. Das vom Eis aufgestaute Gewässer – im Tal einst gefürchtet für seine verheerenden Überschwemmungen – war im Jahr 1878 über 1700 Meter lang, es wies eine maximale Tiefe von 78,5 Meter auf und hatte ein Volumen von rund elf Millionen Kubikmetern. Noch 1911 konnte der »Baedeker« berichten vom »tiefgrünen Märjelensee, in dem oft Eisblöcke und andere Eisgebilde in herrlichen Farbspielen zu sehen sind«. Geblieben ist eine kümmerliche Lacke als unmittelbare Folge des Eisschwundes. Zum Bettmergrat Die Runde startet auf einer Sandstraße, führt von der Seilbahn (2212 m) zunächst flach zu den letzten Häusern der Fiescheralp, wo rechts eine breite, aber recht raue Trasse abzweigt. Sie steigt über Wiesen und Geröllhänge bergan und quert dann unter den Felsen des Bettmerhorns (2858 m) schräg hinaus zur Hohbalm (2475 m). Hier bietet sich ein erster Blick auf das Naturwunder Aletschgletscher. Eine halbe Stunde höher an dem breiten Rücken liegt die Seilbahnstation Bettmergrat (2647 m; 1.30 Std.); ein Schild weist zum »Gletscherweg Aletsch«. Er führt leicht fallend durch die Westflanke des Bettmerhorns, dann über die Blockhalde des Grossen Gufer steiler bergab zur Weggabelung beim Roti Chumma (2369 m). Da ist das Eis dann so nahe, dass man einen kühlen Hauch zu verspüren glaubt ... Zum Märjelensee und zurück zur Fiescheralp Die Fortsetzung des Weges führt flach hinüber zu einem felsigen Eck (2347 m) im Nordwestgrat des Eggishorns. Über die vom Eis in Jahrtausenden rund geschliffenen Granitblöcke leiten die Markierungen hinab zum bescheidenen Rest des Märjelensees (2300 m) und ein paar weiteren Tümpeln. In der Nähe der Gletscherstube Märjelen (2360 m; 3.15 Std.), die zur Einkehr lädt, verschwindet der Weg in einem rund einen Kilometer langen (beleuchteten) Stollen. Er führt unter dem Tälligrat hindurch und verkürzt den Rückweg erheblich. Auf einem Sandsträßchen wandert man abschließend zurück zur Seilbahnstation auf der Fiescher - alp (4.30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied490 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortFiesch (1049 m) im Goms
AusgangspunktStation Fiescheralp (2212 m) der Eggishorn-Seilbahn
EndpunktStation Fiescheralp (2212 m) der Eggishorn-Seilbahn
TourencharakterMit Superlativen soll man bekanntlich sparsam umgehen, doch das fällt im Wallis manchmal recht schwer. Die Natur hat hier Monumente entstehen lassen, die im gesamten Alpenraum ihresgleichen suchen. Wie den Grossen Aletschgletscher: 22 Kilometer lang und 27 Milliarden Tonnen schwer, ist er der größte Eisstrom zwischen Wien und Marseille.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 264 T
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungFiesch liegt im Goms an der Straße/Bahnlinie Brig–Furka. Die Seilbahn aufs Eggishorn verkehrt Anfang Juni–Ende Oktober
GastronomieWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger Kühboden (2212 m). Bettmergrat (2647 m). Gletscherstube Märjelen (2360 m), Anfang Juli–Mitte Okt., Tel. 027/971 47 83, www.gletscherstube.ch
Tipps
Eggishorn Ein ganz großes Panorama bietet der Gipfel des Eggishorns (2927 m), und das gibt’s fast ohne Anstrengung. Die Seilbahn bringt Gipfelstürmer von Fiesch hinauf zum Gipfelgrat, und nach kurzem Aufstieg (15 Min.) steht man vor der Riesenschau, die schon den berühmten Panoramenzeichner Xaver Imfeld bezauberte. Seine 360-Grad-Ansicht der Berner und Walliser Hochalpen wurde 1892 im Jahrbuch des Schweizer Alpenclubs veröffentlicht.
Informationen
Tourist-Info Eggishorn Tourismus, CH-3984 Fiesch, Tel. 027/979 60 70, Fax 970 60 71, E-Mail: info@fiesch.ch, www.fiesch.ch

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Eugen E. Hüsler

Oberwallis

Wenn es eine alpine Region der Superlative gibt, dann ist es das Oberwallis: mit 4000ern, Gletschern und Höhenwegen. On top gibt es Aprikosen und Wein!

Jetzt bestellen