Rund um Blaubeuren

Abwechslungsreiche Rundwanderung mit zwei steilen Anstiegen an den bewaldeten Talhängen; überwiegend am Waldrand entlang und durch Wald; Blaubeuren mit Kloster, Blautopf (Karst-Quelltopf) und Urgeschichtlichem Museum; prähistorische Wohnhöhlen, zwei Burgruinen. (Autor: Peter und Ute Freier)
12 km
480 m
4.00 h
Blaubeuren – Burgruine Rusenschloss (11/4 Std.) – Geißenklösterle (1 Std.) –Weiler (15Min.) – Brillenhöhle (30Min.) – Burgruine Günzelburg (30Min.) – Blaubeuren (30Min.). Von Blaubeuren über die Burgruine Rusenschloss zur Blau: Vom Parkplatz am Rand der Altstadt von Blaubeuren gehen Sie durch die ehemalige Klosteranlage; sehenswert ist der Hochaltar in der spätgotischen Kirche sowie rechts des Konventgebäudes ein Badehaus der Mönche. Durch ein Klostertor und nach rechts erreichen Sie den Blautopf, mit 21Metern Tiefe die zweitgrößte Karstquelle Deutschlands. Hat es längere Zeit nicht geregnet, ist das Wasser klar und blau, nach Regenfällen und zur Zeit der Schneeschmelze hellblau bis grün aufgrund der im Wasser mitgeführten Schmutzteilchen. Wie es im Inneren der Alb aussieht, hielt der Taucher Jochen Hasenmayer in einem eindrucksvollen Film fest. Durch den Blautopf stieg er ein und erforschte in unzähligen Tauchgängen ein ganzes Höhlensystem, dessen Wasser im Blautopf austritt. Dieser Film mit dem Titel »Im Reich der schönen Lau« – die schöne Lau ist eine sagenhafte Figur – wird in der Historischen Hammerschmiede am Blautopf gezeigt. An der Hammerschmiede – einer alten Werkstattmit Souvenirgeschäft und Café – gehen Sie links vorbei, steigen hinter dem Blautopf (Markierung: rote Gabel, Weidacher Hütte) steil an und kreuzen die Straße Blaubeuren–Sonderbuch. An der Hangkante nach rechts passieren Sie einen Grill- und Spielplatz sowie ein Segelfluggelände und kreuzen am Ortsrand von Sonderbuch erneut die von Blaubeuren heraufführende Straße. Wenige Meter nach einem Gefallenen-Ehrenmal vor einem Aussichtsfelsen halten Sie sich rechts (Ausschilderung: Rusenschloss; der markierte Weg geradeaus ist länger) entlang der Hangkante zum Knoblauchfels und zur beeindruckenden Burgruine Rusenschloss (eigentlich: Hohengerhausen), die auf einem zerklüfteten Felsen sitzt. Der am höchsten Punkt stehende Wohnturm ist ein hervorragender Aussichtspunkt. Abstecher für prähistorisch Interessierte: Unterhalb der Burgruine befindet sich am Fuß des Burgfelsens die Große Grotte, eine wichtige archäologische Fundstätte (hin und zurück knapp 30Min.; Betretungsverbot 1. Febr.–15. Juli). In dieser Grotte schlugen während der letzten, vor etwa 12 000 Jahren endenden Eiszeit immer wieder Jäger ihr Lager auf. Zugang: Aus dem Burgvorhof am Hang des Blautals bergab (Waldlehrpfad), auf quer verlaufendem Waldweg nach links und wenig später steil ansteigen zur Grotte. Geißenklösterle, Weiler und Brillenhöhle, Küssende Sau und Günzelburg: Von der Burgruine setzen Sie Ihren Weg geradeaus (Markierung: rote Gabel) auf der felsigen Scheitelhöhe des schmalen Bergrückens fort und steigen in Kehren steil hinunter auf die Talsohle, überqueren die Blau und steigen wenige Meter hoch zur B 28, Blaubeuren– Ulm. Sofort nach Überqueren der Brücke über die Gleise der Bahnlinie Ulm–Ehingen (Donau) wenden Sie sich nach rechts in die Straße Unter dem Kühnenbuch. Nach nur 10Metern folgen Sie einem links abzweigenden Forstweg (keine Markierung; Ausschilderung: Waldgaststätte zum Schillerstein), steigen 300Meter weit an und halten sich an einer Weggabelung rechts entlang des Waldrands (keine Markierung), nur wenige Meter oberhalb des Talgrunds (gelegentliche Markierung: Piktogramm eines »Mammuts«). Nach ca. 20Minuten halten Sie sich an einer Weggabelung links (Markierung: »Mammut«- Täfelchen), an einer zweiten Gabelung rechts und gehen dann an der dritten Gabelung geradeaus (»Mammut«-Täfelchen). Der Weg verengt sich, und nach 250 Metern, kurz nach dem schiffsbugartig aus dem Talhang vorragenden Bruckfels, steigen Sie steil an zur Höhle Geißenklösterle. Die geschützt in einem felsigen Halbrund gelegene Höhle ist durch Metallgitter abgesperrt, da die von Archäologen der Universität Tübingen durchgeführten Grabungen andauern. Gefunden wurden hier u. a. Knochenflöten und aus Mammut-Elfenbein geschnitzte Tierfigürchen wie Bison, Bär und Mammut; eine Reliefschnitzerei zeigt einen Menschen mit erhobenen Armen (»Adorant«, Anbetender) und gilt als eine der frühesten Menschendarstellungen weltweit. Sie kehren zurück, steigen am Bruckfels (keine Markierung) zur Talsohle hinunter und folgen geradeaus einem Sträßchen über die Ach und die Bahngleise. Sie überqueren die B 492 Blaubeuren–Ehingen und gehen nun geradeaus durch die Ortschaft Weiler; nicht dem markierten Fuß- und Radweg an der verkehrsreichen Durchgangsstraße folgen! Zwar ist die »Dorf«-Strecke wenige hundert Meter länger, aber erheblich ruhiger. Weiter geht es durch die Achtalstraße, anschließend folgen Sie der Straße Weilerhalde und gelangen zum Ortsende, von wo Sie der Durchgangsstraße (Markierung: rote Gabel) 250Meter weit folgen. Scharf nach links steigt ein Pfad (Markierung: rotes Dreieck, Günzelburg) am Talhang an zu einem sogenannten Felsenmeer, einer Anzahl unterschiedlich großer Schwammriffe; ein abzweigender Pfad führt steil hinauf zur Brillenhöhle. In der Höhle, die ihren Namen aufgrund zweier runder Öffnungen im Höhlendach erhielt, wurden vor allem altsteinzeitliche Werkzeuge gefunden. Kurz darauf passieren Sie ein Felsentor, das seiner Form wegen treffend als »Küssende Sau« bezeichnet wird, und gelangen an die Talkante. Abstecher: nach links möglich zur Burgruine Günzelburg (hin und zurück 5Min.), von der noch der Burggraben und spärliche Mauerreste erhalten sind. Zurück nach Blaubeuren: An der Hangkante wenden Sie sich nach rechts (Markierung: gelbe Gabel, Seligengrund) und erreichen nach einigen Schwenks die Hangkante oberhalb von Blaubeuren. Der Weg führt hangabwärts zu einem Aussichtspunkt und wenig später gelangen Sie durch eine Straßenunterführung nach Blaubeuren und in den alten Stadtkern. Besichtigung der Altstadt: In der Bergstraße gehen Sie nach links und dann in der quer verlaufenden Marktstraße rechts zum Marktplatz mit Rathaus und Brunnen. Von hier biegen Sie entweder rechts in die Webergasse mit einigen stattlichen Fachwerkhäusern ein oder folgen der Weilerstraße nach links zum Urgeschichtlichen Museum in der Karlstraße (Fußgängerzone). Wenn Sie vom Marktplatz nach rechts abbiegen, erreichen Sie ebenfalls die Karlstraße mit dem Urgeschichtlichen Museum, vorbei an der Stadtkirche (14./15. Jh) und dem ehemaligen Spital. Vom Museum gehen Sie nach links zurück zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied480 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBlaubeuren, Kleinstadt in einer Talschlinge der Ur-Donau.
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterDas alte Städtchen Blaubeuren liegt in einer Talschlinge der Ur-Donau, die sich schon vor Zehntausenden von Jahren ein anderes Flussbett am Südrand der Alb geschaffen hat. Heute fließen in diesem Tal die Flüsschen Blau, Ach und weiter südlich die Schmiech. Die Wanderung führt zu Aussichtsfelsen, Burgruinen und Grotten, die bis vor etwa 10 000 Jahren immer wieder Eiszeitjägern als zeitweilige Jagdlager dienten. Ausgrabungen in der Höhle Geißenklösterle brachten u. a. kleine, mehr als 30 000 Jahre alte Skulpturen von Tieren zutage, die mit den in den Höhlen des Lonetals ausgegrabenen Skulpuren (?Tour 4) als die ältesten Kunstwerke der Menschheit gelten.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte des LVA B-W, Blatt 525 (Ulm), 1:50 000.
VerkehrsanbindungPKW: A 8 Stuttgart–München, Ausfahrt 62 (Ulm-West); B 10 nach Ulm, an großem Kreisverkehr nach rechts B 28 nach Blaubeuren; ausgeschilderte Parkplätze am Rand der Altstadt in der Nähe des Klosters. Bahn: Linie Ulm–Ehingen (Donau), Haltestelle Blaubeuren.
GastronomieIn Blaubeuren mehrere Restaurants und Cafés; in Weiler der Gasthof Forellenfischer und eine Pizzeria.
Tipps
URGESCHICHTLICHES MUSEUM IN BLAUBEUREN: Das Museum informiert sehr anschaulich, u. a. mit lebensgroßen Nachbildungen altsteinzeitlicher Menschen, über die Altsteinzeit, als in den Höhlen der Umgebung Jäger Werkzeuge und auch Tierfiguren herstellten, von denen Replikate ausgestellt sind (15.März–31. Okt. Di–So 11–17 Uhr, 1. Nov.–14.März Di und Sa 14–17, So 11–17 Uhr; www.urmu.de). EINKEHRTIPP: An Wochenenden ist die einzeln stehende »Waldgaststätte zum Schillerstein « oberhalb von Blaubeuren ein beliebtes Ausflugsziel. Serviert werden schwäbische Gerichte, Vesper und hausgemachter Kuchen; Abwechslung für Kinder bieten ein Spielplatz, Esel, Schafe und Ziegen (Tel. 07344/76 69). Anfahrt: Von Blaubeuren auf der B 28 nach Gerhausen, im Ort rechts abbiegen und auf der Albhochfläche rechts abbiegen, durch Beiningen und 3 km auf schmalen Straßen.
Unterkunft
In Blaubeuren mehrere Gasthöfe und eine Jugendherberge.
Tourismusbüro
Tourist-Info, Karlstr. 2, 89143 Blaubeuren, Tel. 07344/9669-0, www.blaubeuren.de

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