Rotwandlspitze und Brunnensteinspitze

Klassische Karwendel-Bergwandertour; die Anstrengung hält sich in erträglichen Grenzen, da man sich auf halber Strecke sowohl beim Auf- als auch beim Abstieg in der Brunnsteinhütte stärken kann; rein nordwestseitiger Anstieg, also am frühen Morgen noch kühl. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
9 km
1300 m
6.00 h
Etwa eineinhalb Kilometer vom südlichen Ortsende Mittenwalds beginnt der übliche Hüttenweg. Man kann aber auch vom Wirtshaus Karwendelschanze, also direkt vom Südrand des Ortes, oder – sehr lohnend – auf dem Leitersteig (siehe Tour 3) herüberwandern. Sämtliche Zustiegsmöglichkeiten vereinigen sich spätestens am Auslauf der Sulzleklamm, und von dort sind es dann nur noch 300 Höhenmeter zur gastlichen Brunnsteinhütte, die – es bleibt einem nicht erspart – zuletzt mit etlichen Wegkehren erreicht wird.Nach einer, na ja – schon, verdienten Radlermass geht's in südlicher Richtung mäßig ansteigend durch latschenbewachsenes Schrofengelände bis vor den Geröllstrom der Roßlähne. Oberhalb von ihr in Ostrichtung mit Kehren über teilweise drahtseilgesicherte Schrofen und Geröll auf den Brunnensteinanger (auch Roßanger, 2100 m). Etwas unterhalb östlich steht die kleine, bisweilen einfachst bewirtschaftete Tiroler Hütte (2082 m). Jetzt südlich ohne Schwierigkeiten auf die Rotwandlspitze und weiter zur Brunnensteinspitze. Abstieg - Auf dem gleichen Weg. Es soll ja Zeitgenossen geben, die »bergab« die Brunnsteinhütte ignorieren. Ich mag nicht zu ihnen gehören, denn mit das Schönste bei einer tagesfüllenden Bergwandertour sind die Rasten. Und die lassen sich am angenehmsten in oder vor einer gemütlichen Hütte gestalten.

Dauer - Hoffeld – Brunnsteinhütte 2 Std.; Brunnsteinhütte – Rotwandl-/Brunnensteinspitze 1.45 Std.; Brunnensteinspitze – Brunnsteinhütte 1.15 Std.; Brunnsteinhütte – Hoffeld 1.15 Std. Höhenunterschied: Mittenwald – Brunnsteinhütte 648 m; Brunnsteinhütte – Rotwandlspitze 633 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1300 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortMittenwald (912 m).
AusgangspunktHoffeld an der Straße Mittenwald – Scharnitz, etwa 1,5 km südlich von Mittenwald.
TourencharakterSelbstredend, dass ich als echtes »Münchner Kindl« die üblichen Wege auf Rotwandl- und Brunnensteinspitze schon von Jugend an kenne. Und es ist auch keinesfalls so, dass ich die hier beschriebene Tour ausschließlich als Abstiegsroute nach dem Mittenwalder Klettersteig begangen hätte. Gut, auch das kam vor; ebenso, wie ich gerne den Heinrich-Noë-Weg als Zugang zur Brunnsteinhütte wählte. Aber nicht selten führten mich meine Schritte von Mittenwald, also ohne Seilbahnhilfe, auf die südlichsten Höhen der Nördlichen Karwendel-Kette hinauf. Zum Karwendel haben wir Münchner natürlich eine ganz spezielle Beziehung, bilden doch die Bäche des Roßlochs, der Lafatscherbach und der Birkkarbach die junge Isar – sozusagen »unseren« Fluss. Bereits in der Heimatkunde der Grundschule habe ich meine Gedanken aus dem Klassenzimmer hinaus isaraufwärts geschickt; habe mir vorgestellt, wie es dort, wo die »Reißende« entspringt, wohl aussehen mag. Aber meine allererste Karwendeltour führte mich dann doch nicht ins Roßloch – das lernte ich viel später kennen –, sondern auf die Dammkarhütte. In Bildern, in faszinierenden Fotos festgehalten hat diese einsamen Bereiche des Isarursprungs der geduldige Meisterfotograf Heinz Zak. Er lebt in Scharnitz und schuf mit seinem Karwendel-Bildband die vielleicht schönste publizistische Darstellung dieses Gebirges. Unsere Tour ist gut dazu geeignet, den Appetit auf ein intensiveres Kennenlernen des Karwendels anzuregen. Die Einblicke in die südseitigen Kare, die Schau auf die zerzackten Schneiden von Wörner und Hochkarspitze sowie auf die massige Pleisenspitze, den westlichen Eckpfeiler des Karwendelhauptkammes unmittelbar gegenüber; die Erkenntnis, dass sich hinter diesem Hauptkamm eine weitere gewaltige Felsenkette in West-Ost-Richtung ausbreitet und dahinter noch eine - Man beginnt dieses 900 Quadratkilometer große Gebirge ein bisschen zu begreifen und ahnt die Fülle der bergsteigerischen Möglichkeiten. Täler, Joche, Kare, Wände, Grate. Wer hat sie je alle kennen gelernt? Hermann von Barth, Otto Melzer, später Josef Julius Schätz, danach Heinrich Klier, Fritz März, Heinz Zak, Wolfgang Ehn – sie alle brachten Kunde vom Zauber einer Urlandschaft am nördlichen Rand der Alpen. Schnuppern wir ein wenig in sie hinein.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte Karwendelgebirge, Westliches Blatt, 1 - 25 000; Freytag & Berndt-Wanderkarte 322 (Wetterstein, Karwendel, Seefeld, Leutasch, Garmisch-Partenkirchen), 1:50 000; Kompass-Wanderkarte 26 (Karwendelgebirge), 1:50 000.
VerkehrsanbindungVon Norden über Garmisch-Partenkirchen und die B 2 oder auf der B 11 über Walchensee, Wallgau und Krün; von Süden über Seefeld/Scharnitz oder Leutasch. Mittenwald ist Bahnstation.
GastronomieBrunnsteinhütte (1560 m), DAV-Sektion Mittenwald, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Oktober, 35 Schlafplätze, Tel. - 0172/8909613; evtl. die n Tiroler Hütte (2082 m) beim Brunnensteinanger.
Unterkunft
Brunnsteinhütte (1560 m), DAV-Sektion Mittenwald, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Oktober, 35 Schlafplätze, Tel. - 0172/8909613; evtl. die Tiroler Hütte (2082 m) beim Brunnensteinanger.

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