Rotwandhaus, 1737 m

Mittelschwere Tour, die wegen ihrer Länge und der diversen Steilstücke beim Aufstieg gute Kondition erfordert. Auch für größere Kinder geeignet, die trittsicher sind. (Autor: Martina Gorgas)
13 km
654 m
5.00 h
Aufstieg zur Hütte Wer die Rotwand von ihrer stillen Seite kennenlernen möchte, dem sei der Aufsteig über den Pfanngraben empfohlen. Dieser reizvolle, aber auch lange Anstieg beginnt am Spitzingsee, am Eingang ins Tal der Roten Valepp, führt über die Waitzinger Alm und den Pfanngraben zur Kümpflalm und zum Rotwandhaus. Am Anfang gehen wir etwa 20 Minuten an der für den Autoverkehr gesperrten Straße entlang, bis wir den links abzweigenden Steig (ausgeschildert) erreichen. Ab jetzt wandern wir größtenteils an Südhängen weiter, vorbei an Schluchten, Bächen, Wasserfällen und den Gumpen im Pfanngraben, eine Art natürlicher Badewannen im Gelände.Der Weg steigt kontinuierlich steil an und führt teils durch lichten Wald, meist aber über freies Gelände, das vor allem im oberen Bereich spektakuläre Ausblicke bietet. Das letzte Stück vor der Hütte ist noch einmal recht anspruchsvoll, mit leichten Klettereinlagen, die auch Kindern Spaß machen.Für den Abstieg vom Rotwandhaus empfiehlt sich der bequemere und kürzere Weg über die Wildfeldalm. Die Tour verläuft größtenteils auf einer bequemen Forststraße, die in Serpentinen bergab führt und schließlich auf die Teerstraße zum Spitzingsee trifft.Variante: Mit der Taubensteinbahn zum Rotwandhaus Wer einen bequemeren und kürzeren Aufstieg bevorzugt, fährt mit der Taubensteinbahn vom Spitzingsee zur Bergstation (Parkplatz bei der Talstation der Taubensteinbahn). Von dort führt eine leichte Wanderung in 1.30 Stunden über den Lembergsberg zum Rotwandhaus.Hüttenwirt und Bergbauer aus Leidenschaft Seit 20 Jahren lebt und arbeitet er schon auf dem Rotwandhaus, der sympathische Wirt Peter Weihrer. Und »nebenbei« betreibt er noch in alter Familientradition einen Bergbauernhof im Brixental – kein Wunder, dass ihm so gut wie keine Zeit für sein Hobby bleibt, seine schnelle Moto Guzzi! Denn er steht oft selbst am Herd in der offenen Küche der Hütte und lässt seine Gäste zuschauen, wie er Kässpätzle, Kaiserschmarrn und andere bayerische und Tiroler Spezialitäten zubereitet. Und wundern Sie sich nicht über Feuer auf dem Herd: Dann flambiert Peter vielleicht gerade die Rinderfiletspitzen für einen frischen Salat.Die hohe Qualität der verwendeten Produkte ist dem engagierten Wirt sehr wichtig, »auch wenn wir dafür etwas teurer sein müssen – dafür machen wir aber auch alles selbst und bereiten es frisch zu!« Besonders zu empfehlen sind die Fleischgerichte, vom Rind oder Lamm, das meist vom eigenen Bio-Bauernhof stammt. Es kommt als Braten oder Gulasch auf die Teller, und manchmal gibt es sogar Ossobuco – häufig serviert der Wirt dazu selbst gemachte Spätzle aus Rauchmehl und einen üppigen, gemischten Salat mit köstlichem Kürbiskernöl.Kulinarische Verbindung zwischen Frankreich und Tirol Zu den Lieblingsgerichten vieler Gäste gehört der gemischte Brotzeitteller: Den Speck räuchert der Hüttenwirt mit Buchenholz, die Kaminwurzn lässt er von seinen eigenen Rindern beim Metzger machen, und den Bergkäse bezieht er von Tiroler Bergbauern. Das gute Brot, das dazu serviert wird, stammt aus der eigenen Küche.Apropos Backen: Zum Kaffee oder als Nachtisch sind die selbst gemachten Strudel und Kuchen zu empfehlen, zumal die Stücke erfreulich groß sind! Den leckeren, karamellisierten Kaiserschmarrn gibt es (leider) nur unter der Woche, denn er wird frisch zubereitet, und dafür ist am Wochenende zu viel los auf der Hütte. Das Know-how für die Küche hat sich Peter Weihrer übrigens in Frankreich geholt, wo er in seiner Jungend mehrere Monate verbrachte. Die französische Küche hat es ihm angetan, und nicht zuletzt deshalb ist es ihm wichtig, dass es auf dem Rotwandhaus nicht nur Leberkäs und Würstel gibt. Unterstützt wird er von seinem jungen Koch und einem engagierten Team, das meist schon seit einigen Jahren auf der Hütte arbeitet.Autonomes Haus Das Rotwandhaus mag zwar schon über 100 Jahre alt sein (2007 feierte man den 100. Geburtstag), in ökologischer und technischer Hinsicht ist es jedoch ganz modern. Die gesamte Energie, die für die Bewirtschaftung nötig ist, wird durch die Photovoltaikanlage und durch den Dieselgenerator gewonnen. Seit 1995 besitzt das Rotwandhaus eine biologische Kläranlage, und seit 1997 trägt es das Umweltgütesiegel des DAV.Paradies für Kinder Rund um die Hütte finden Kinder viel Platz zum Spielen, außerdem einen hauseigenen Spielplatz und sogar ein Trampolin. Große und kleine Kinder freuen sich über die Gämsen auf dem hauseigenen Terrain, und vielleicht lässt sich sogar ein Murmeltier beobachten? Auf alle Fälle gibt es Kühe und Schafe auf ihren Weiden zu sehen, und die Eltern können währenddessen gemütlich im Biergarten sitzen, die gute Küche und die schöne Aussicht genießen. Auch bei schlechtem Wetter ist für Abwechslung gesorgt: In der Hütte kann man sich Spielkarten und verschiedene Spiele ausleihen.

Aufstieg über den Pfanngraben 3.30 Std., Abstieg über die Wildfeldalm 2 Std.; insgesamt 5.30 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied654 m
Dauer5.00 h
AusgangspunktSpitzingsee (1090 m)
TourencharakterEinsamkeit wird man auf dem Rotwandhaus nicht erleben, dafür ist der Münchner Hausberg zu beliebt. Umso erfreulicher sind jedoch der hohe Standard der Küche und die Qualität der verwendeten Zutaten.
Hinweise
Zum Gipfelkreuz der Rotwand Die Rotwand, der höchste Gipfel der Schlierseer Berge, zählt zu den beliebtesten Münchner Hausbergen – entsprechend groß ist an manchen Tagen der Andrang. Doch die Aussicht vom Hauptgipfel mit dem Kreuz ist beeindruckend, und eine große Übersichtstafel hilft bei der Orientierung. Nicht zu übersehen ist direkt gegenüber die mehrstufige Westwand der Ruchenköpfe, beliebter Kletterberge. Ihren Namen verdankt die Rotwand übrigens dem rötlichen Gestein der Felsen westlich des Hauptgipfels. Aufstieg von der Hütte 15 Min.
KartentippAV-Karte 1:25 000, 7/1 Bayrischzell/Schliersee
VerkehrsanbindungAuto: Auf der A 8 München–Salzburg bis Ausfahrt Weyarn, weiter nach Miesbach und auf der B 307 über Hausham, Schliersee und Fischhausen-Neuhaus zur Abzweigung der Spitzingstraße, dann über den Spitzingsattel zum großen Parkplatz bei der Kirche (gebührenpflichtig) n Zug: Mit der BOB (Bayerische Oberlandbahn) nach Schliersee und vom Bahnhof Schliersee mit dem Bus zum Spitzingsee
Tipps
Anregungen für Touren und Aktivitäten rund ums Rotwand- haus gibt’s unter www.rotwandhaus.de Kaiserschmarrn Zutaten für 4 Portionen: 160 g Mehl 250 ml Milch 3 Eier 1 Prise Salz 2 EL Zucker Butterschmalz 2 EL Rumrosinen 2 EL Vanillezucker etwas Rum zum Flambieren Aus Mehl, Milch, Eiern, Salz und 1 Esslöffel Zucker den Teig zubereiten – er soll nicht zu flüssig sein. In einer Pfanne mit Deckel (möglichst keine Teflonpfanne) etwas Butterschmalz erhitzen und den Teig hineingießen. Dann die Rumrosinen dazugeben. Den Deckel auflegen und den Teig bei mittlerer Hitze 3–4 Min. stocken lassen. Inzwischen den restlichen Zucker mit 1 Esslöffel Vanillezucker vermischen. Die Zuckermischung in die Pfanne geben und den Kaiserschmarrn mithilfe eines Tellers umdrehen. Dann wieder zudecken und weitere 3–4 Min. warten. In dieser Zeit muss der Kaiserschmarrn aufgehen. Zuletzt mit der Gabel in kleine Stücke zerreißen, den restlichen Vanillezucker dazugeben und mit etwas Rum flambieren.
Unterkunft
Rotwandhaus, Spitzingsee 3, 83727 Schliersee-Spitzingsee, Tel./Fax 08026/76 83, www.rotwandhaus.de n Hüttenwirt: Peter Weihrer n Öffnungszeiten: Ganzjährig geöffnet n Schlafplätze: 20 Zimmerlager, 99 Matratzen- lager

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Martina Gorgas, Georg Hohenester u.a.

Meine Lieblingsalm

Urige Gemütlichkeit, kulinarische Schmankerl, geniale Aussicht: Wer etwas Besonderes sucht, erliegt dem Charme der Lieblingsalmen in diesem originellen Hüttenführer

Jetzt bestellen