Rosenhorn

Hochalpine Tour mit zum Teil großen Spalten, komplette Gletscherausrüstung (und sicherer Umgang damit) notwendig, ebenso gute Kondition. Der Abstieg über die Dossenhütte erfordert unter der Hütte nochmals volle Konzen - tration. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
1 km
2459 m
10.00 h
Hüttenaufstieg Vom Hotel Wetterhorn (1230 m) kurz der Straße entlang und über einen Weg zu einer langen Querung am Hüttenweg (ca. 1600 m). Der Aufstieg kann um fast 1 Std. verkürzt werden, wenn man den Bus Richtung Grosse Scheidegg nimmt und vom Abzweig Glecksteinhütte direkt hierher gelangt. Der Weg führt nun teilweise ausgesetzt und drahtseilgesichert bis oberhalb der alten Bergstation des Wetterhornaufzuges. Oberhalb des Grindelwaldgletschers fällt der Steig über Grasgelände leicht ab und erreicht über Serpentinen und eine kurze seilgesicherte Stufe die Wiesen der Glecksteinhütte (2317 m). Gipfelaufstieg Am nächsten Morgen folgt man im Schein der Stirnlampen dem abfallenden rot-weiß markierten Steig in Richtung Beesibärgli. Ein Bach wird mithilfe eines Drahtseils überwunden, bevor Eisenklammern in eine Schlucht hinab führen. Auch über den folgenden Bach hilft ein Drahtseil hinweg, Eisenklammern leiten aus der Schlucht. Über Moränenschutt wird das Beesibärgli erreicht. Bei der Weggabelung folgt man der weißen Markierung (Aufschrift Rosenhorn) zu P. 2841 m am Gletscher. Der Übertritt auf das Eis kann bei Ausaperung schwierig sein. Auf dem Oberen Grindelwaldgletscher wird bis 3300 m angestiegen, anschließend nach rechts abgebogen. Man gelangt oberhalb der Felsinsel auf das weite Gletscherbecken unterhalb des Rosenhorns. Bei Ausaperung ist es am einfachsten, diese Stelle möglichst nah an den Felsen des Mittelhorns zu überqueren. Der Weiterweg führt in Richtung Rosenegg (3470 m), vorher links abbiegen und über steilere Hänge und einen kurzen Firngrat zum Vorgipfel. Über den unschwierigen Felsgrat geht es in wenigen Minuten zum Gipfel des Rosenhorns (3689 m). Die Aussicht auf Schreckhorn und Lauteraarhorn, die man bereits den ganzen Aufstieg genießen konnte, entschädigt für die Aufstiegsmühen. Besonders schön sind Eiger mit dem Mittellegigrat und das gegenüberliegende Mittelhorn. Die Abstiegsroute zum Dossen ist gut sichtbar. Abstieg zur Dossenhütte Am Anstiegsweg zurück zur Rosenegg, danach links ab und über mäßig steile Firnhänge, zwei Spaltenzonen ausweichend, immer direkt auf den Dossen zu. Meistens leitet eine gute Spur unter dem Gipfel des Dossen zu einem Steinmann in der Nordwestflanke. Von hier führt ein markantes, ausgesetztes Band (Bohrhaken) in den Dossensattel. Die Umgehung des Dossen ist nur empfehlenswert, wenn das Band aper ist, ansonsten steigt man über das Firnfeld auf den Dossen. Über den Nordgrat (III–) gelangt man ebenfalls in den Dossensattel (ca. 3032 m). Ist der Dossenfirn unter dem Sattel nicht vereist oder ausgeapert, empfiehlt sich ein Abstieg über das steile Schneefeld (ca. 40 Grad). Der Felsriegel wird rechts umgangen und meistens relativ problemlos die Dossenhütte (2663 m) erreicht. Diese thront wie ein Adlerhorst auf den Felsen. Ist der Dossenfirn nicht begehbar, sollte man über den Dossengrat absteigen, dieser ist blau markiert und mit Drahtseilen, Stiften und Abseilstellen ausgerüstet. Nach Rosenlaui Bereits von der Hütte aus sieht man das Hotel Rosenlaui. Der drahtseilgesicherte Steig mit seinen zwei Leitern fordert nochmals Konzentration, auch wenn man bereits die Länge der Tour spürt. Ist erst einmal der Gletscherbach erreicht, kann man ein wenig entspannen, zur Hütte und zum eindrucksvoll zerrissenen Rosenlauigletscher zurückblicken. An der Rosenlaui schlucht vorbei geht es weiter zum Endpunkt der grandiosen Tour, dem Hotel Rosenlaui (1328 m). Vom Hotel gelangt man gemütlich mit dem Grindelwaldbus zurück zum Hotel Wetterhorn.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied2459 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGrindelwald, Parkplatz am Hotel Wetterhorn, 1230 m.
EndpunktHotel Rosenlaui, 1328 m.
TourencharakterDas Wetterhorn (3692 m) beeindruckt von Grindelwald und ist trotz seiner Lage am Fuße der Eiger-Nordwand das eigentliche Wahrzeichen des Ortes. Es bildet gemeinsam mit dem Mittelhorn (3704 m) und dem Rosenhorn (3689 m) den Hauptgipfel der Gruppe. Der Normalweg auf das Wetterhorn über das Willsgrätli wird bei Neuschnee und Vereisung sehr schnell ungenießbar. Deshalb wird hier mit dem Rosenhorn eine etwas unbekanntere, aber nicht weniger lohnende Überschreitung vorgestellt. Diese Variante ist erst seit dem Gletscherrückgang des Oberen Grindelwaldgletschers und der neuen Routenführung am Beesibärgli möglich.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 25 000, 1229 Grindelwald.
MarkierungenBis zum Gletscher Markierung, zum Gipfel keine Markierung, ab der Dossenhütte wieder Markierung.
VerkehrsanbindungZugverbindung von Interlaken nach Grindelwald (312); erreichbar auch per Pkw. Bus von Grindelwald zum Hotel Wetterhorn und wieder zurück ab Hotel Rosenlaui.
GastronomieGlecksteinhütte, 2317 m, Juni bis Sept. Tel. +041/33/853 11 40, www.glecksteinhuette.ch, Dossenhütte, 2663 m, Juni bis Okt. Tel. +041/33/971 44 94
Unterkunft
Glecksteinhütte, 2317 m, Juni bis Sept. Tel. +041/33/853 11 40, www.glecksteinhuette.ch, Dossenhütte, 2663 m, Juni bis Okt. Tel. +041/33/971 44 94
Tourismusbüro
Grindelwald Tourismus, CH-3818 Grindelwald, Tel. +041/33/854 12 12, www.grindelwald.ch