Romantische Burgruinen: Eisenberg und Hohenfreyberg

Forstwege und alpiner Steig (Autor: Martina Gorgas)
Bei dieser Wanderung erlebt man gleich zwei gewaltige Burgruinen, die in unmittelbarer Nachbarschaft liegen. Hoch über dem kleinen Ort Eisenberg thronen weithin sichtbar auf einem Kalkmassiv die zwei romantischen Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg.
Ausgangspunkt der kurzen und leichten Wanderung ist das Touristikbüro in Eisenberg. Dort zweigt rechts der Wanderweg zu den beiden Burgruinen ab, ein Schotterweg, der uns an Almwiesen vorbei bergauf bringt. Wenig später führt unser Weg in den Wald hinein, jetzt ganz schön steil ansteigend. Danach verlassen wir den Wald wieder, wandern über freies Gelände und genießen den fantastischen Alpenblick auf der linken Seite. Wir kommen an der Schlossbergalm vorbei, unserem späteren Einkehrtipp, die wir aber jetzt links liegen lassen. Hinter der Alm finden wir erneut einen Wegweiser zu den Ruinen, und ein Schotterweg bringt uns beim Tiergehege links bergauf. Nach etwa 45 Minuten haben wir unser erstes Ziel, die Burgruine Eisenberg erreicht.
Burgruine Eisenberg
Wo heute nur noch Ruinen von der einstigen Größe und Bedeutung der Burg Eisenberg zeugen, stand bereits im 14. Jahrhundert eine mächtige Burg, erbaut von Peter von Hohenegg nach erbitterten Auseinandersetzungen mit den Tiroler Landesfürsten. Er ließ die Burg in Sichtweite der Tiroler Burg Falkenstein errichten, um seinen Machtanspruch und seine Stärke zu demonstrieren. Im Jahr 1382 verkaufte Berthold von Hohenegg die Burg an den Herzog Leopold III. von Österreich, der nach dem Tod Bertholds dessen Schwiegersohn Friedrich von Freyberg um 1390 mit Burg und Herrschaft belehnte. 1525 wurde die Burg im Bauernkrieg kurzfristig von Bauern besetzt und beschädigt. Zehn Jahre später verwendete Werner Volker von Freyberg deren Entschädigungszahlungen für den Ausbau der Burg, die prächtiger denn je ausgestattet wurde. 1646, kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges, wurde die Burg Eisenberg gemeinsam mit Hohenfreyberg und Falkenstein von der Tiroler Landesregierung niedergebrannt, um nicht in die Hände der feindlichen Schweden zu fallen. Seitdem blieb sie Ruine. In den 1980er-Jahren rettete der örtliche Burgenverein das in Gemein - deeigentum übergegangene Gemäuer vor dem gänzlichen Verfall. Von der Burgruine aus hat man bei gutem Wetter einen traumhaften Alpenblick: Alpspitz, Aggenstein und Gehrenspitze sind nur einige der Gipfel, die man von hier aus sehen kann.
Burgruine Hohenfreyberg
Um von der Ruine Eisenberg zur Burgruine Hohenfreyberg zu kommen, gehen wir ein kurzes Stück auf dem Hinweg zurück. Dann weist uns ein Schild den weiteren Weg bergauf zur Burgruine Hohenfreyberg. Hohenfreyberg ist eine der größten Burgen Bayerns und einer der letzten Burgenneubauten des Mittelalters. Ihr Bauherr Friedrich von Freyberg, der älteste Sohn des damaligen Besitzers der Burg Eisenberg, erbaute sie von 1418 bis 1432 im Stil einer stauferzeitlichen Höhenburg. Mit der Errichtung dieser exponierten Gipfelburg wollte er in Zeiten des ritterlichen Niedergangs ein deutliches Machtzeichen setzen und die alte Ritterherrlichkeit erneut heraufbeschwören. Wie mühsam und gefährlich damals der Bau einer solchen Burg gewesen ist, erläutern mehrere Infotafeln und zeigt die Metallfigur, die stellvertretend für einen damaligen Arbeiter an der Mauer der Ruine angebracht wurde. Eine andere Figur macht auf die neue technische Errungenschaft des frühen 15. Jahrhunderts aufmerksam, auf die Hakenbüchse, die früheste Handfeuerwaffe der deutschen Ritter. Über dem ehrgeizigen Unterfangen des Burgenbaus verarmte die Familie von Freyberg und verkaufte die Burg samt Herrschaft um 1485 an Tirol. In den nächsten Jahrzehnten erfolgte unter dem wohlhabenden Pfandherrn Georg Gossenbrot der Ausbau der Burg zu einem modernen Wehr- und Wohnbau, an dem 1525 die aufständischen Bauern scheiterten. Im Jahr 1646 erlitt die Burg Hohenfreyberg das gleiche Schicksal wie die benachbarten Burgen Eisenberg und Falkenstein: Sie wurde in Brand gesteckt, damit sie der Feind nicht als militärischen Stützpunkt aktivieren konnte. Seitdem blieb die Ruine dem Verfall überlassen. Ab 1995 wurde die Burgruine erforscht, konserviert und schonend für den Tourismus erschlossen.
Nach der Besichtigung machen wir uns auf den Rückweg, die Burg Eisenberg im Blick. Dann geht es links den steilen Weg in Serpentinen bergab, danach eben dahin bzw. leicht bergauf, bis wir offenes Gelände mit saftigen Almwiesen erreichen. Nach ca. 15 Minuten angenehmen Fußwegs erreichen wir die Schlossbergalm, wo wir uns entspannt auf der Sonnenterrasse niederlassen. Nach der gemütlichen Einkehr gehen wir auf dem bekannten Weg zurück zum Parkplatz nach Eisenberg.
Burgenmuseum oder Käserei?
Auf der Rückfahrt bieten sich zwei lohnende Stationen an: Für Burgenfans das kleine Burgenmuseum in Eisenberg-Zell und für Feinschmecker die Bergkäserei Weizern im gleichnamigen Ort. In der hauseigenen Käserei und dem dazugehörigen kleinen Laden wird seit 1896 sehr wohlschmeckender Allgäuer Käse verkauft.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
StartortTouristikbüro Eisenberg
AusgangspunktTouristikbüro Eisenberg
EndpunktTouristikbüro Eisenberg
TourencharakterAuf den Spuren des Mittelalters wandern Sie bei dieser leichten Tour, die auch Kindern großen Spaß machen dürfte. Denn wo wird die Welt der Ritter und Burgfräulein lebendiger als beim Besuch einer Burgruine.
Hinweise
Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg Die Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg sind ohne Eintritt frei zugänglich. In den Sommermonaten gibt es wöchentliche Führungen auf den beiden Burgruinen. Termine und Preise sind beim Touristikbüro in Eisenberg zu erfragen. Alljährlich im August findet auf der Burg Hohenfreyberg ein großes Ritterspektakel statt.
KartentippKompass Nr. 4, Füssen Außerfern, 1:50 000
VerkehrsanbindungAuto. Auf der A 96 München– Lindau bis Ausfahrt Jengen-Kaufbeuren; weiter in Richtung Marktoberdorf; nach dem Ortsausgang geradeaus über Kühmoos, Lengenwang bis nach Osterreuten fahren, dort rechts nach Eisenberg abbiegen; in Eisenberg am Touristikbüro parken Bahn. Bahnlinie München– Kaufbeuren; von Kaufbeuren mit der Regionalbahn nach Weizern-Hopferau; vom Bahnhof Weizern-Hopferau mit Anruf-Sammel-Taxi Richtung Ried Bahnhof, Pfronten (Voranmeldung bitte bis 1 Stunde vor Abfahrt, Tel. 08363/92 46 92)
GastronomieSchlossbergalm Ein beliebtes Ausflugsziel rund ums Jahr ist die Schlossbergalm, im Sommer auf der Sonnenterrasse, im Winter in der gemütlichen Gaststube. Besonders zu empfehlen sind die gigantischen Kuchen und Torten, wegen derer so mancher auch eine weitere Anfahrt in Kauf nimmt. A propos: Von der Terrasse hat man zwar einen schönen Panoramablick, aber auch die parkenden Autos vor der Nase, was den ansonsten sehr angenehmen Aufenthalt etwas beeinträchtigt. Doch die Kinder stört das wenig, sie freuen sich über den kleinen Spielplatz und das Tiergehege mit Kaninchen, Ziegen und Lämmern. Josef Gast, Burgweg 50, 87637 Eisenberg- Zell, Tel. 08363/17 48, Fax 08363/17 44, zell@ schloss bergalm.de, www.schlossbergalm.de
Tipps
Bergkäserei Weizern Oft reicht die Schlange der Einkäufer bis weit in den Hof – so begehrt sind die aromatischen Allgäuer Käsespezialitäten der Traditionskäserei in Eisenberg- Weizern. Probieren Sie den typischen Bergkäse, den klassischen Emmentaler oder die verschiedenen Weichkäsesorten. Für Gruppen finden auf Voranmeldung auch Käsereiführungen statt. Vielleicht haben Sie Glück und können sich einer Führung anschließen. Weizern 3, 87637 Eisenberg, geöffnet tgl. 8–19 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen (saisonbedingt evtl. Mittagspause), Tel. 08364/98 66 82, info@ kaeserei-weizern.de, www.kaeserei-weizern.de
Informationen
Touristik Eisenberg, Pröbstenerstr. 9, 87637 Eisenberg, Tel. 08364/12 37, Fax 08364/98 71 54, info@eisenberg-allgaeu.de, www.eisenberg-allgaeu.de
Tourismusbüro
Touristikbüro Eisenberg, Pröbstenerstr. 9, 87637 Eisenberg, Tel. 08364/12 37, Fax 08364/98 71 54, info@eisenberg-allgaeu.de, www.eisenberg-allgaeu.de

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