Rinnenspitze (3000 m)

Bergwege, nur am Gipfel eine steile Flanke mit Sicherungen (Autor: Dieter Seibert)
11 km
1270 m
6.00 h
Zur Franz-Senn-Hütte (1.15 Std.).
Vom Parkplatz bei der Oberisshütte über die Matten zum Bergfuß und in vielen kurzen Serpentinen auf breitem Weg über die Buschwerkhänge empor. Von der Oberkante der Stufe flach talein, an der Alpeinalm vorbei und rechts des wild schäumenden Baches zur längst sichtbaren Hütte.
Auf die Rinnenspitze (2.45 Std.).
Gleich hinter der Franz-Senn-Hütte über den Bach und auf dem rechten Weg zu einer Verzweigung. Links über die steilen Graspleisen, die nach unten in Wänden abbrechen, empor und nach links auf den fast ebenen Boden der Unteren Rinnengrube. Auf die andere Seite des Kars und auf Schutt und zwischen Blöcken zu einer weiteren Verzweigung. Links kann man in wenigen Minuten den herrlich gelegenen Rinnensee (2655 m) erreichen. Der Weiterweg führt rechts über einen Rücken im Gelände und schließlich über die Felsflanke (Sicherungen) auf den Gipfel.
Abstieg: (2.45 Std.) verläuft auf der Anstiegsroute.
Vier-Tage-Rundtour der besonderen Art für Trittsichere.
Eindrucksvolle Passagen in manchmal fast beängstigend steilem Gelände und imponierende Nahblicke wie auf die 1200 Meter hohe Flanke des Lisenser Fernerkogels oder die jähen Südwände der Villerspitzen, in denen die Kletterer noch manche lohnende Neutour finden könnten. Bei dieser Tour warten vier Gipfel auf Ihren Besuch, von denen jedoch nur die Rinnenspitze gerade noch die 3000-Meter-Grenze berührt. Vier Tage dauert diese Bergfahrt auf wenig begangenen Steigen, wenn man nicht allzu große Anstrengungen auf sich nehmen will. Man beginnt sie am besten in Lisens.
Über den Schafgrübler zur Franz-Senn-Hütte (4.30 bis 5 Std.).
Durch das Sellraintal nach Lisens (1636 m, Gasthaus, Parkplatz). Links des Baches auf dem breiten Weg 200 Meter talein zur Abzweigung eines Fußwegs. Über die Wiese zum Waldrand und in Serpentinen steil aufwärts, dann nach rechts in eine grüne Hochmulde, die Spielgruben. Gegen die Felsen empor und unter ihnen, mehrere Bachläufe und Runsen querend (ausgesetzte Passagen, Drahtseil), weit nach Süden ins Große Horntal, eine eindrucksvolle, mit Gras ausgekleidete Mulde, über der die erwähnten Wände der Villerspitzen aufragen. Talein und über Geröll und Blockwerk in den innersten Karwinkel. Auf Schutt steil in das Horntalerjoch (2812 m).
Von hier Abstecher von 20 Minuten auf den Schafgrübler (2921 m): Nach Süden über den Kamm mit brüchigem Fels zum Gipfelaufbau und knapp neben dem Grat auf dem Steiglein zum höchsten Punkt. Vom Joch nach Osten hinab in die oberste Villergrube, dann rechts hinaus auf den Ostrücken des Schafgrüblers. Über die Hänge auf Gras und Schutt in einen kleinen Graben, dann schräg im steilen Gelände zu einem querenden Höhenweg hinab. Auf ihm nach rechts und hinab zur längst sichtbaren Franz-Senn-Hütte.
Auf die Rinnenspitze (2.45 Std.).
Gleich hinter der Franz-Senn-Hütte über den Bach und auf dem rechten Weg zu einer Verzweigung. Links über die steilen Graspleisen, die nach unten in Wänden abbrechen, empor und nach links auf den fast ebenen Boden der Unteren Rinnengrube. Auf die andere Seite des Kars und auf Schutt und zwischen Blöcken zu einer weiteren Verzweigung. Links kann man in wenigen Minuten den herrlich gelegenen Rinnensee (2655 m) erreichen. Der Weiterweg führt rechts über einen Rücken im Gelände und schließlich über die Felsflanke (Sicherungen) auf den Gipfel.
Über das Schwarzhorn zur Potsdamer Hütte (5 bis 6 Std.).
Gleich hinter der Franz-Senn-Hütte über den Bach und auf dem rechten Weg zu einer Verzweigung. Nun auf dem Höhenweg weit, weit nach Nordosten; dabei werden immer wieder äußerst steile, manchmal felsdurchsetzte Hänge – am Schafgrübler-Ostgrat und unter der Schaldersspitze – gequert. So kommt man zur Seduck-Hochalm (2249 m). Von dort über die steile Halde in die Wildkopfscharte (2599 m). Nun drüben durch die Kare zum Fernerboden hinab und talaus zur Potsdamer Hütte.
Alternativ und ungleich eindrucksvoller, aber nur für stabiles Wetter geeignet, erreicht man die Potsdamer Hütte auf folgender Route: Von der Wildkopfscharte unterhalb des Kammes nicht weniger als 1,4 Kilometer weit nach Nordosten – stets mit hindernislosen Ausblicken – bis in den 2675 Meter hohen Sattel an der Hohen Schöne, einer zur Rast einladenden Rasenmulde dort oben. Von hier eventuell Abstecher durch deutlich schrofferes Gelände über den Grat auf den Gipfel des Schwarzhorns (2812 m, 0.30 Std. Aufstieg), der seine Umgebung deutlich überragt und der zudem nach Westen mit bis zu 500 Meter hohen Wänden abbricht.
Weiter geht es von der Hohen Schöne erst über die Halde hinab, dann schräg rechts durch die Schrofenflanke ins folgende Kar. Steil abwärts zur Seealm und 100 Höhenmeter wieder empor zur gemütlichen Potsdamer Hütte (2012 m, DAV, 50 Schlafplätze, Tel.: 05238/2060).
4. Tag: Über den Roten Kogel.
Zum Ausklang folgt noch eine gemütliche Tour über endlos weite, hochalpine Matten. Gleich von der Hütte über die Hänge empor auf einen Vorsprung im Gelände; Wegverzweigung. Auf der rechten Route über grüne Böden fast eben zur nächsten Gabelung. Von dort immer ziem- lich gerade über die sehr weiten, meist sanften Mattenböden und -hänge mit ein paar kleinen Seen empor zum Grat und nach rechts auf den Roten Kogel (2834 m, 2.30 Std., nebelfreies Wetter wichtig). Nur kurz über den Nordgrat hinab, dann durch die Flanke zu weiträumigen Weidehängen. Es gibt ab 2560 Meter Höhe zwei Varianten, die oberhalb der Aflingeralm wieder zusammentreffen. Schließlich in dem steilen Gelände durch Schneisen und zwischen Bäumen hinab ins Tal, das man knapp zwei Kilometer außerhalb von Lisens erreicht.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1270 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortNeustift (994 m), bekannter und viel besuchter Hauptort des Stubaitals, der auf einem weiten, sonnigen Boden liegt
AusgangspunktOberisshütte (1742 m; bewirtschaftet)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterHier treffen die Extreme aufeinander - kleinster Dreitausender und größte Hütte in den Zentralalpen. Eine Neuvermessung der Region könnte für die Rinnenspitze »gefährlich« werden, ist sie doch bei den letzten Aufnahmen bereits von 3003 auf 3000 m zurückgestuft worden. Aber das ändert natürlich nichts am Reiz unserer Tour, die bei relativ geringem Aufwand – insgesamt nur 1250 Hm im Auf- und Abstieg – eine Fülle schönster Eindrücke vermittelt. Ganz rasch kommt man aus den Tiefen des Tales in die freien Hochregionen, wo unsere wahrlich stattliche Hütte – mit 250 Schlafplätzen – thront. Das nächste Element sind dann die Bergwiesen mit einer Fülle von Blumen, das übernächste der Rinnensee, eine immerhin 280 Meter lange Wasserfläche zwischen Matten und Blockwerk, in dem sich die Östliche Seespitze (3416 m) mit ihren steilen Gletschern spiegelt. Oberhalb wird das Gelände dann so richtig alpin mit einem Blockkar und einer steilen Felsflanke zum Gipfel, in der ein paar Sicherungen den Aufstieg erleichtern. Dort oben gibt es die letzte und größte Überraschung: Man sitzt hier nur 150 Meter scheinbar senkrecht über dem kilometerweiten Gletscherbecken des Lisenserferners, dahinter ragen mit auffallend kantigem Fels die Brunnenkögel (3325 m) und der bekannte Lisenser Fernerkogel (3298 m), das Wahrzeichen des inneren Sellrains, auf.
Lieben Sie wenig bekannte Wege in stillem Bergland? Dann laden wir Sie hier zu einer Rundtour der besonderen Art (siehe unten) ein.
Hinweise
Siehe Tour 6 in Karte.
KartentippAV-Karte, Stubaier Alpen, Blatt 31/2 (Sellrain)
VerkehrsanbindungAuf der Brenner-Autobahn zur Ausfahrt Schönberg und im Stubaital nach Neustift, hier nach Milders und durch das Oberbergtal zum Ausgangspunkt
Höchster Punkt
Rinnenspitze (3000 m)
Unterkunft
Franz-Senn-Hütte (2147 m), OeAV, 260 Schlafplätze, Tel. - 05226/2218

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