Wandern auf dem Rheinsteig

Rheinsteig Etappe 7 - Von Kaub nach St. Goarshausen

Die längste Etappe unserer Rheinsteig-Wanderung führt durch das Herz des UNESCO-Welterbes Mittelrheintal zur Loreley, dem berühmtesten Aussichtspunkt im gesamten Rheintal. (Autor: Tassilo Wengel)
Vom Bahnhof Kaub wandern wir zur Ortsmitte, wo wir auf der Höhe der Adolfstraße auf den Rheinsteig treffen. Wir gehen zum Brunnen am Stadtturm und schwenken nach rechts in den Schlossweg. Wir steigen Stufen aufwärts und gelangen dann auf einem Plattenweg zur Blücherstraße. Beim Haus 33 steigen wir nun wieder aufwärts (Wegweiser Dörscheid und Loreley) und gelangen am Leiterbergerturm vorbei in die Weinberge.

Hier folgen wir dem Rheinsteig auf einem Wirtschaftsweg, schwenken bei einem Wegdreieck nach links und können in Richtung Rheintal zurückgehend den Blick auf den Pfalzgrafenstein im Rhein genießen. Aus dem Wirtschaftsweg wird bald ein schmaler Weg auf felsigem Grund, auf dem wir zwischen aufgelassenen Weinbergen auf eine Wiese mit Ginster, Wildrosengebüsch und Streuobstbeständen gelangen. Wir folgen dem Rheinsteig an einem Gebüschhang leicht aufwärts und können den Blick auf Oberwesel mit der darüber thronenden Schönburg werfen.

Durch lichten Mischwald erreichen wir schließlich den Ortsrand von Dörscheid und folgen dem Rheinsteig an einer Schutzhütte vorbei aufwärts in das Dörscheider Neubaugebiet. Weiter geht es zum Aussichtspavillon auf der Hahnenplatte und auf einem Pfad abwärts zum Rossstein, wo wir wieder die herrliche Aussicht auf Oberwesel genießen können. Unser Weg führt nun durch lichten Hochwald und bei einer Wegspinne nach links schwenkend zu den Resten der Alten Burg.

Sie wurde 1359 als Burg Rineck von Pfalzgraf Ruprecht begonnen, aber bald wieder zerstört. Kurz danach kommen wir zu einer Schutzhütte mit Aussicht zum Rhein, wandern am Hang über dem Urbach und nehmen nach einer Kehre Kurs auf den Talgrund. Nachdem wir einen Steg überquert haben, wandern wir aufwärts. Wir steigen auf Stufen hinauf zur Hangkante, kommen an einem Aussichtstempel vorbei und wandern nun in das Tal des Bornichbaches hinab. Dort überqueren wir den Bach, steigen wieder aufwärts und folgen dem Wegweiser »Fünfseenplatte, Spitznack«. Nach dem Fünfseenplatz mit Bank kommen wir zum Hof Leiselfeld, wo sich ein Abstecher zur Felsenkanzel und zum Spitznack lohnt. Der Blick schweift zur Loreley und hinab zum Rhein, bevor wir dem Rheinsteig zur Loreley folgen, dem wohl berühmtesten Aussichtspunkt am Rhein.

Von der Aussichtskanzel bietet sich ein großartiges Panorama auf den Fluss, nach links schweift der Blick über St. Goar zum Hunsrück, rechts breitet sich St. Goarshausen aus. Wir gehen zum Besucherzentrum (Wegweiser) und folgen dahinter dem Rheinsteig nach Heide, einem Ortsteil von St. Goarshausen. Über den »Loreleyring« gelangen wir auf einen Pfad, der uns abwärts zur Burg Katz leitet. Hier wandern wir kurz auf der Fahrstraße, gehen die Forstbachtalstraße aufwärts und steigen nun dem Wegweiser »Patersberg« folgend hinauf zum Wanderparkplatz Herschelberg.

Dort gehen wir die Straße Rheinblick entlang und kommen zum Dreiburgenblick mit einem Pavillon. Eine schöne Aussicht bietet sich hier auf den Rhein, die Burg Rheinfels gegenüber sowie auf die Burgen Katz und Maus. Nach dieser Rast steigen wir auf einem Serpentinenpfad abwärts in das Hasenbachtal und erreichen bald den Bahnhof von St. Goarshausen.

Rheinsteig Etappe 6 - Von Lorch nach Kaub
Rheinsteig Etappe 8 - Von St. Goarshausen nach Kestert

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied780 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKaub, Bahnhof.
EndpunktSt. Goarshausen.
TourencharakterStreckenwanderung, vorwiegend auf bequemen Wegen, teilweise steile Passagen auf Stufen, zahlreiche Aussichtspunkte.
Beste Jahreszeit
KartentippRheinsteig, topografische Freizeitkarte, Maßstab 1:50000.
MarkierungenRheinsteig-Zeichen.
VerkehrsanbindungA 3 bis Anschlussstelle Idstein, auf der B 275 über Bad Schwalbach durch das Wispertal nach Lorch, weiter auf der B 42 nach Kaub.
GastronomieDörscheid: Landgasthof Blücher. Auf der Loreley: Biergarten und Berghotel Loreley.
Tipps
Die Loreley. Hoch über dem Rheintal am Mittelrhein erhebt sich in einer Höhe von 132 m der sagenhafte Felsen der Loreley, der wohl berühmteste rheinische Felsen. Wasserwirbel und die Enge des Tales verursachen an dieser schräg gelagerten Felsbarriere Echo-Klänge, über die bereits in Reiseschilderungen vom 16. Jh. an berichtet wird. Es wird angenommen, dass aus dem Echo auch der Name des Felsen zu erklären ist. Mundartlich liegt das Wort »loren« (brüllen) oder »luren« zugrunde und »Lei« heißt Felsen, sodass man ableiten kann, dass der Name »Lore-Ley« nichts anderes als Echofelsen heißt. Die Sage von der schönen Loreley mit ihrem güldenen Haar ist eine Schöpfung der Romantik und geht auf Texte von Eichendorff und Clemens von Brentano zurück, der ihn nicht als Echofelsen, sondern als Mädchenname verstand. Heinrich Heine übernahm in seinem Gedicht »Ich weiß nicht, was soll es bedeuten« nur den Kernpunkt dieser Texte mit der schönen Jungfrau auf dem Felsen.
Unterkunft
Unkel: Weinhaus »Zur Traube«, Lühlingsgasse 5, Tel. 02224/3315.
Tourismusbüro
Städtisches Verkehrsamt Kaub, Schulstraße 12, 56349 Kaub, Tel. 06749/9100, Fax 910309, E-Mail: verkehrsamt@kaubamrhein.de, Internet: www.kaubamrhein.de.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Tassilo Wengel

Rheinsteig

»Deutschlands schönster Wanderweg 2006« bietet auf 320 km zwischen Bonn und Wiesbaden schönste Naturerlebnisse und spektakuläre Ausblicken auf den Rhein.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema