Wandern auf dem Rheinsteig

Rheinsteig Etappe 6 - Von Lorch nach Kaub

Vom Wispertal bei Lorch bis zur Festung Pfalzgrafenstein im Rhein bei Kaub vermittelt diese Wanderung eine bunte Vielfalt an Eindrücken auf Felswegen und sonnigen Panoramawegen. (Autor: Tassilo Wengel)
14 km
700 m
3.00 h
Start ist die Brücke über die Wisper in Lorch. Wir folgen der Wisperstraße und halten uns bei der Straße Weiselberg links. Nun wandern wir etwa 200 m aufwärts und biegen dann halb links in einen Hohlweg. Zwischen Trockenmauern gewinnen wir an Höhe, treten in den Wald ein und treffen auf einen Querweg. Hier wenden wir uns nach links und kommen zur Ruine Nollig, einst Teil der Befestigungsanlage um Lorch. Bis 1300 noch ein hölzerner Turm, wurde er später aus Mauerwerk errichtet. Von der Ruine gehen wir durch ein Wildgatter und treffen auf den Panoramaweg Lorchhausen. Er leitet zwischen Weinbergen und Gebüsch aus Schlehen, Weißdorn, Kreuzdorn und Berberitze an einer Mauer entlang aufwärts. Wir schwenken am Abzweig nach halb rechts und folgen Kuhweg und Peterwaldweg mit schönem Blick zum Schloss Fürstenberg auf der anderen Rheinseite aufwärts.

Von der Höhe leitet die Rheinsteig-Markierung leicht abwärts zur Clemenskapelle. Hier treffen wir auf den Rheingau-Riesling-Pfad, dem wir mit dem Rheinsteig zusammen in das Betzbachtal folgen. Hier laden Bank und Infotafel zur Rast ein, bevor wir auf dem »Panoramaweg Kaub« in den Hang unterhalb des Engweger Kopfes steigen. Wir können einen schönen Blick zur Clemenskapelle genießen und wandern oberhalb von Lorchhausen zu einem Aussichtspunkt mit Bank.

Leicht ansteigend erreichen wir eine Gabelung, wo wir dem Wegweiser »Kaub über das Niederthal« folgen. Nach wenigen Metern stehen wir am Abzweig zur Wirbellay, einem wunderschönen Aussichtspunkt etwa 50 m abseits. Hier gedeihen seltene Halbtrockenrasen mit Glanzlieschgras, Sonnenröschen, Ziest und Kugelköpfigem Lauch. Gut erkennbar ist Bacharach mit der romanischen Peterskirche und der Burgruine Stahleck auf der Höhe.

Nach diesem Genuss zum Rheinsteig zurückgekehrt, wandern wir über Schieferschutthalden am Obertal um den Scheibigkopf in das Niedertal. Dort erwartet uns ein Grenzstein von 1531, denn hier verläuft die Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen, die in früheren Zeiten häufig zu Grenzstreitigkeiten führte. Unterhalb des Rastplatzes steht eine kleine Hütte mit Infotafel und »Grenzbuch«. In Serpentinen wandern wir nun auf dem »Prof.-Dr.-Paul-Claus-Pfad« aufwärts, treffen auf einen Querweg und schwenken hier nach links.

Aus dem breiten Weg wird bald ein Pfad, wir treffen an eine Gabelung und gelangen dem Weg halb rechts folgend (der Pfad abwärts führt direkt zum Bahnhof in Kaub) durch Laubmischwald in den hinteren Teil des Schenkelbachtales. Beim nächsten Abzweig steigen wir weiter aufwärts, treffen auf einen Querweg und schwenken nach links. An einer Schutzhütte vorbei, kommen wir zu einer Wegekreuzung und biegen etwa 100 m danach links ab, um zu einem Aussichtspavillon zu gelangen.Nun folgen wir dem Rheinsteig abwärts in das Volkenbachtal, gelangen nach einer Kehre an Tennisplätzen vorbei und können vom Wanderweg zwischen aufgelassenen Weinbergen die herrlichen Aussichten zur Festung Pfalzgrafenstein genießen.

Plötzlich taucht vor uns die Burg Gutenfels auf. Kurz vor der Burg folgen wir einer Kehre nach links und erreichen über die Adolfstraße und Zollstraße den Bahnhof in Kaub.

Rheinsteig Etappe 5 - Von Assmannshausen nach Lorch
Rheinsteig Etappe 7 - Von Kaub nach St. Goarshausen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied700 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLorch, Brücke über die Wisper.
EndpunktKaub, Bahnhof.
TourencharakterAbwechslungsreiche Wanderung auf breite Wegen und schmalen Pfaden, zahlreiche Aussichtsplätze.
Beste Jahreszeit
KartentippRheinsteig, topo- grafische Freizeitkarte, Maßstab 1:50000.
MarkierungenRheinsteig-Zeichen.
VerkehrsanbindungA 3 bis Anschlussstelle Idstein, auf B 275 über Bad Schwalbach durch das Wispertal nach Lorch; Bahnstation.
GastronomieIn Lorch und Kaub zahlreiche Möglichkeiten.
Tipps
Festung Pfalzgrafenstein. Die Burg Pfalzgrafenstein auf der Felseninsel Falkenstein im Rhein faszinierte Schriftsteller und Dichter wie Heinrich Heine oder Victor Hugo. Heute sind es die Besucher, die zu einer Besichtigung übersetzen und Interessantes aus der Geschichte erfahren. Begonnen wurde der Bau 1327 von den Wittelsbacher Pfalzgrafen, die hier eine Zollburg errichteten. Trotz Streitigkeiten mit der katholischen Kirche, die gern selbst die Zölle kassierten wollte, bauten die Grafen die Zollburg noch weiter aus. Wer nicht zahlen konnte, wurde im Kerker auf der Burg festgehalten, bis er seine Schulden beglichen hatte. Die letzten Zolleinnahmen erfolgten 1866, als die Burg Pfalzgrafenstein und Kaub preußisch wurden.
Unterkunft
Kaub: Hotel Deutsches Haus, Schulstraße 1, Tel. 06774/266; Hotel & Restaurant Zum Turm ***, Zollstraße 50, Tel. 06774/92200.
Tourismusbüro
Städtisches Verkehrsamt Lorch, Markt 5, 65391 Lorch am Rhein, Tel. 06726/1815, Fax 1844, E-Mail: info@lorch-rhein.de, Internet: www.lorch-rhein.de.

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