Wandern auf dem Rheinsteig

Rheinsteig Etappe 4 - Von Johannisberg nach Assmannshausen

Das berühmte Niederwalddenkmal oberhalb von Assmannshausen ist eines der herausragendsten Wanderziele auf dieser Rheinsteigtour. Herrliche Aussichten auf das Rheintal runden das Erlebnis ab. (Autor: Tassilo Wengel)
17 km
450 m
5.00 h
Vom Haus Neugebauer folgen wir dem Rheinsteig bergan und erreichen an Grenzsteinen vorbei eine Wegespinne. Hier folgen wir dem Weg aufwärts, gehen zu einem Wiesengrund hinunter, um zum Steinbruch Sandkopf an der L 3272 zu gelangen. Wir überqueren die Straße, schwenken kurz danach links in den Wald und folgen nach rechts dem Wegweiser zum Philosophenweg.

Auf einem schönen Hangweg genießen wir die Aussichten ins Elsterbachtal, wo das Kloster Marienthal liegt. Bevor wir das Kloster erreichen, müssen wir bei einer Linkskurve auf einen rechts abzweigenden Pfad achten, der abwärts zum Kloster Marienthal führt. Der erste Wallfahrer war 1309 ein Blinder, der hier vor dem Marienbild kniend sein Augenlicht wieder erlangte. Im 15. Jh. hatte das Klosters seine Blüte; heute bewahren sieben Franziskaner diese Tradition und betreuen auch Pilger. Von der Kirche gehen wir die Marienthaler Straße aufwärts zum Waldhotel Gietz und folgen einem Pfad steil aufwärts.

Wir kommen an der Statue des Heiligen Franziskus vorbei und erreichen das Neubaugebiet von Marienthal. Mit der Rheinsteig-Markierung durch die Straßen »Im Sonnrech« und »Im Talergrund« gehend, überqueren wir bald die Kreisstraße 630. Gegenüber erwartet uns ein Grillplatz mit Schutzhütte und der kleinen Antoniuskapelle. Hier folgen wir dem Steig in den Wald und erreichen das Blaubachtal an zwei Fischteichen, wo wir auch das ehemalige Kloster Nothgottes sehen.

Von den Fischteichen folgen wir dem Blaubach weiter zur ehemaligen Nonnenmühle, überqueren nach etwa einem halben Kilometer den Bach und sehen bald rechts in den Weinbergen die trutzige Abtei St. Hildegard auftauchen, die wir schließlich auf einem Weinbergsweg erreichen. Bei der Abtei schwenken wir nach links, wandern durch die Weinberge und kommen zur Zufahrtsstraße zum Niederwalddenkmal. Diese überqueren wir und folgen einem Teersträßchen durch die Weinberge zu einer Wegspinne mit dem »Brahmsweg«. Nun wandern wir aufwärts, gelangen zur Bergstation der Seilbahn, die von Rüdesheim heraufführt und schließlich zum Niederwalddenkmal. Von der Terrasse am Denkmal bietet sich eine großartige Aussicht auf Rüdesheim und den Rhein.

Nach diesem Genuss wenden wir uns einem Pavillon zu und folgen hier dem Wegweiser »Jagdschloss 30 Minuten«. Unser Weg führt an einer Tafel über das Leben in einem Reisighaufen vorbei zur Eremitage, und den Wegweisern »Rossel« sowie »Zauberhöhle« folgend an weiteren Lehrtafeln über das Leben des Waldes vorbei zum Aussichtsplatz Rossel.

Vom Fuß des Turmes, der als Rest einer kurmainzischen Burg aus dem 13 Jh. erhalten blieb, bietet sich eine schöne Aussicht in das Rheintal. Um den Turm herum und einige Stufen im Wald führt der Rheinsteig zum Rittersaal, dem Rest eines Bauwerkes, das Graf Ostein 1791 hier errichten ließ. Von den Grundmauern direkt über dem berühmten Binger Loch bietet sich eine schöne Aussicht auf den Rhein mit dem Binger Mäuseturm, der im 14. Jh. als Wachturm der Zollburg Ehrenstein errichtet wurde.

In wenigen Minuten ist die Zauberhöhle des Grafen Ostein erreicht, ein 60 m langer Gang mit einem Rundpavillon am Ende, und schließlich das Jagdschloss Niederwald, das Graf Ostein um 1790 erbauen ließ. Am Wildgatter vorbei erreichen wir die Bergstation der Sesselbahn. Hier bietet sich die Möglichkeit, nach Assmannshausen hinabzuschweben. Wer wandern möchte, erreicht den Ort über Serpentinen in der Waldstraße und gelangt über die Niederwaldstraße zur Talstation der Sesselbahn und weiter in die Ortsmitte zur Kirche.

Rheinsteig Etappe 3 - Von Kiedrich nach Johannesberg
Rheinsteig Etappe 5 - Von Assmannshausen nach Lorch

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied450 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktJohannisberg, Hotel Haus Neugebauer.
EndpunktAssmannshausen, Kirche.
TourencharakterStreckenwanderung auf bequemen Wegen, teilweise Asphalt, schöne Aussichten.
Beste Jahreszeit
KartentippRheinsteig, topografische Freizeitkarte, Maßstab 1:50000.
MarkierungenRheinsteig-Zeichen.
VerkehrsanbindungAuf der A 3 bis Anschlussstelle Wiesbadener Kreuz, A 66 bis Eltville, auf B 42 bis Geisenheim, Wegweiser Johannisberg. Bahn bis Geisenheim, Bus nach Johannisberg.
GastronomieUnterwegs: Waldhotel Gietz, Jagdschloss Niederwald.
Tipps
Das Niederwalddenkmal. Das Denkmal wurde zwischen 1877 und 1883 zum Andenken an den deutsch-französischen Krieg und die Wiedergeburt des deutschen Kaiserreichs errichtet. Gekrönt wird es von der 38 m hohen »Germania«, einer 700 Zentner schweren bronzenen Figur, die zum Zeichen des Friedens das Schwert gesenkt hält. In der Mitte über dem Sockel, wo 200 Personen in Lebensgröße stehen, befindet sich Kaiser Wilhelm I. Das Denkmal ist von Rüdesheim aus bequem mit einer Seilbahn erreichbar, die 1954 in Betrieb genommen wurde und eine bereits 1884 erbaute Zahnradbahn ablöste.
Unterkunft
Assmannshausen, Hotel Historisches »Altes Haus«, Lorcher Straße 8, Tel. 06722/40350; Hotel Alte Bauernschänke, Tel. 06722/49990.
Tourismusbüro
Verkehrsamt Geisenheim, Tel. 06722/7010, E-Mail: verkehrsamt@geisenheim.de, Internet: www.geisenheim.de.

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