Wandern auf dem Rheinsteig

Rheinsteig Etappe 1 - Von Wiesbaden nach Schlangenbad

Die erste Etappe auf dem Rheinsteig führt in den Rheintaunus, und wer diese Etappe im Frühling unternimmt, wird mit rauschenden Blütenfesten belohnt. Vor allem in der Gegend um Frauenstein blühen dann Tausende von Kirschbäumen, deren Anblick man besonders auf dem Weg vom beliebten Ausflugslokal Nürnberger Hof zum Goethestein genießen kann. (Autor: Tassilo Wengel)
15 km
370 m
4.00 h
Der Goethestein erinnert an den Besuch Johann Wolfgang von Goethes im Nürnberger Hof, der damals schon als Ausflugslokal sehr beliebt war. Goethe weilte während seiner Kuren in Wiesbaden 1814 und 1815 öfter hier, denn die Schönheit dieser Landschaft begeisterte auch den berühmten Dichter.

Aber auch der Kurort Wiesbaden bietet dem Gast einiges an Kultur - Das älteste Bauwerk der Stadt ist das Rathaus von 1609 mit aufwendigem Jugendstildekor; im Inneren befindet sich das Kaiser-Friedrich-Bad. Weitere Sehenswürdigkeiten sind u.a. in der Wilhelmstraße das klassizistische Erbprinzenpalais (1813–17) oder auch auf dem Luisenplatz das Waterloo-Denkmal. Unweit davon prägen die neugotische Bonifatiuskirche (1844–66) mit ihren beiden 70Meter hohen Türmen sowie die Marktkirche im gleichen Stil das Bild der Stadt; letztere ist mit ihrem 92Meter hohen Westturm zugleich das höchste Bauwerk von Wiesbaden.


Bevor wir uns vom Barockschloss Biebrich mit seiner prachtvollen Fassade am Rheinufer auf den Weg machen, lohnt sich ein Spaziergang im schönen Schlosspark. Maximilian von Welsch legte ihn barock an, bis er 1811 nach englischem Geschmack verändert wurde. Schon 1806 errichtete man – ebenfalls nach englischem Vorbild – auf den Resten einer mittelalterlichen Burg die Mosburg, eine Ruine mit kostbarer Ausstattung, die eine romantische Zierde des Schlossparks darstellt. Teiche, Baumgruppen und ein gepflegtes Wegenetz ergänzen das Ensemble des Schlossparks.

Von Biebrich zum Nürnberger Hof

Wir starten am Rheinufer beim Schloss Biebrich und folgen der Rheinsteigmarkierung auf der Rheingaustraße nach rechts (flussabwärts). Auf der mit Platanen bepflanzten Uferstraße nähern wir uns der Autobahnbrücke über den Rhein und folgen der Markierung nach der Brücke auf einem alten Damm des Schiersteiner Hafens zur Dyckerhoff-Brücke.

Entlang der Schiersteiner Au leitet uns die Markierung zum westlichen Ende des Hafenbeckens, schwenkt beim Regatta-Zielhaus nach links, und über die Kleinaustraße gelangen wir zur Söhnleinstraße. Diese überqueren wir, folgen der Neckarstraße einige Meter, biegen nach rechts und laufen durch eine Wohnsiedlung. Beim betonierten Bachlauf halten wir uns links und folgen der Markierung durch die Unterführung der A66, achten dabei genau auf das Zeichen und wandern ins Lindenbachtal hinab. Beim Wegdreieck leitet uns die Markierung halbrechts ins Leierbachtal, wo wir bald auf den Rieslingpfad treffen. Auf diesem erreichen wir den Rastplatz Quellenhof, verlassen den Rieslingpfad bald nach rechts und gelangen zwischen Kirschbäumen zum Nürnberger Hof.

Auf der Kirschblütenstraße nach Frauenstein

Wir wandern nun weiter auf einem bequemen Asphaltweg zwischen Kirschbäumen zum Goethestein, einer Natursteinpyramide. Sie wurde 1932 aus Anlass des 100. Todestages von Johann Wolfgang von Goethe errichtet. Nur zwei Minuten sind es vom Goethestein zum Aussichtsturm auf dem Spitzen Stein (254m), einem Quarzit.

Von hier folgen wir einem Pfad zur Burg Frauenstein, die schon im 12.Jahrhundert existiert haben soll und einst eine mächtige Burg mit hoher Ringmauer und Vorburg war. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg verfiel sie allmählich, bis dank einer privaten Burginitiative der Bergfried restauriert wurde.Wir wandern auf der »Kirschblütenstraße« hinunter nach Frauenstein, einem Obst- und Weinort mit der Kirche St.Georg und Katharina (15.Jahrhundert) sowie einer 1000-jährigen Linde davor.

Von Frauenstein nach Schlangenbad

Bei der Kirche wenden wir uns nach rechts, gehen die Straße Am Lindenbaum entlang und folgen der Rheinsteigmarkierung zum Schloss Sommerberg. Hier überqueren wir die Georgenborner Straße, gehen an der Mauer des Anwesens entlang und schwenken nach links. Dann folgen wir der Markierung nach rechts in den Hang und wandern durch das Naturschutzgebiet Sommerberg hinab ins Erlenbachtal.

Leicht ansteigend leitet uns der Rheinsteig zu einem Wanderparkplatz an der Georgenborner Straße zurück, wo sich das Naturdenkmal »Monstranzenbaum« befindet. Dieser abgestorbene Baum erinnerte in den Jahren seiner Blütezeit an ein Hostiengefäß.

Auf dem Rheinsteig gehen wir nun weiter zum Grauen Stein (339m), einem frei stehenden, schräg aus dem Boden ragenden Quarzitfelsen bei der Ludwig-Schenk-Hütte. Wir folgen von der Hütte dem rechten Weg abwärts, halten ins im Talgrund halbrechts und kommen nach Schlangenbad-Georgenborn. An einem Freizeitgelände schwenken wir nach links in den Wald und gelangen zu einem Wegekreuz hinab, wo wir auf einem Pfad zum Ortsrand zurückgehen. Nach links abzweigen und an einem Bachgraben zur B260 sowie zur Lochmühle. Der Weg biegt im Bachgrund nach rechts und führt aufwärts nach Schlangenbad, wo wir die Wanderung im Kurzentrum beenden.

Die geschützte Lage am Südrand des Taunus sowie warme Quellen sorgten dafür, dass Schlangenbad ein begehrter Kurort wurde. Dort, wo der Warme Bach in die Walluf mündet, begann 1650 die Entwicklung zum Kurort. Zahlreiche Adlige kamen bereits im 17.Jahrhundert zur Erholung, und selbst die Zarin Alexandra weilte Mitte des 19.Jahrhundert hier. Schöne Fassaden der Bäderarchitektur prägen das Bild des Kurorts mit wunderbarem Kurpark und mehr als einem Dutzend warmer Quellen. Wahrzeichen des Orts ist die ungiftige Äskulapnatter, die aus Südeuropa stammt und hier einen idealen Lebensraum gefunden hat.

Rheinsteig Etappe 2 - Von Schlangebad nach Kiedrich

Wiesbaden-Biebrich – Frauenstein 2.15Std. – Ludwig-Schenk-Hütte 1Std. – Schlangenbad 0.45Std. Insgesamt 4Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied370 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRheinufer am Schloss in Wiesbaden-Biebrich
EndpunktKurzentrum in Schlangenbad
TourencharakterStreckenwanderung auf bequemen Wegen, besonders schön im Frühjahr zur Baumblüte auf der Kirschblütenstraße
Hinweise
Monopteros auf dem Neroberg. Lohnend ist auch ein Ausflug auf den Neroberg, von Wiesbaden leicht mit der Nerobergbahn zu erreichen. Im Drei- kaiserjahr 1888 gebaut, rumpeln die kleinen Wagen dieser Drahtseil-Zahnstangenbahn auf den 245Meter hohen Berg, von dem sich großartige Ausblicke auf die Stadt, nach Mainz und zum Rhein bieten. Der Name leitet sich von »Neresberg« ab, was so viel wie »hinterer Berg« bedeutet. Wer wandern möchte, kann einen gemütlichen Ausflug zur Platte unternehmen, wo die Ruine des ehemaligen Jagdschlosses von Herzog Wilhelm von Nassau steht. Der Weg dorthin führt an der Griechischen Kapelle vorbei, die zwischen 1847 und 1855 im russisch-orthodoxen Stil als Grablege für die aus St.Petersburg stammende Gattin des Herzogs Adolph von Nassau errichtet wurde.
KartentippRheinsteig mit RheinBurgenWeg, Topographische Freizeitkarte 1 - 50000, 2.Auflage 2006
VerkehrsanbindungAuto: Auf der A3 bis zur Anschlussstelle Wiesbadener Kreuz, auf der A66 bis Wies- baden.
Bahn: Bahnstation Wiesbaden- Biebrich
GastronomieIn Frauenstein der Nürnberger Hof
Tipps
Wer mit der Bahn anreist, folgt am Bahnhof in Biebrich der Äppelallee zum Schlosspark, durchquert ihn bis zum Schloss und erreicht den Ausgangspunkt am Rheinufer.
Unterkunft
In Schlangenbad - Hotel Russischer Hof, Rheingauer Str. 37, Tel. 06129/2005; Wambacher Mühle, 06129/1227 (1,3 km vom Rheinsteig entfernt)
Tourismusbüro
Tourist-Information, Marktstr. 6, 65183 Wiesbaden, Tel. 0611/17 29-780, Fax 172 97 98, tourist-service@wiesbaden.de, www.wiesbaden.de

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