Reintalangerhütte

Der Anstieg zur Reintalangerhütte ist mit Schweiß markiert – denn er gehört zu den längsten Hüttenwegen in den gesamten Bayerischen Alpen. Der Weg ins »Hinterzimmer« des Wettersteingebirges bietet dafür aber ein Felsszenarium, wie man es sonst nur in den Österreichischen oder Schweizer Alpen findet. Steil steigen dort links und rechts eindrucksvoll die Felsmauern auf. (Autor: Heinrich Bauregger)
5 km
635 m
5.00 h
1 Von Garmisch-Partenkirchen Vom Olympischen Skistadion folgt man dem Fahrsträßchen zum Eingang der Partnachklamm. Durch Tunnels und auf einem mit Geländern gesicherten breiten Weg geht man durch die beeindruckende Klamm. Weiterhin auf breitem Wanderweg der Partnach entlang leicht ansteigend höher (von links mündet bald der steile Weg vom Berggasthaus Eckbauer ein) bis zum Steg über den Ferchenbach. Nun geht es rechts auf der breiten Forststraße weiter, über die Partnach und auf überwiegend schattigem Weg – immer der Partnach entlang – ins Reintal. Der Weg steigt leicht an und ist immer gut erkennbar ausgeschildert. Das Ende der Fahrstraße wird bei einem Lagerplatz (Materiallager für die Reintalangerhütte) erreicht. Nun wandert man auf schmalerem Weg weiter. Man überquert den Reintalbach und bald auch wieder die Partnach und steht unmittelbar nach der Brücke vor der Bockhütte (1052 m; 3 Std.). Auf Wanderweg (Mark.-Nr. 801) geht es nun talein und vorbei an den »Quellen der Sieben Sprünge« zur Blauen Gumpe, einem schönen Rastplatz. Man folgt weiter dem Talboden, steigt dann in Kehren über den folgenden Talriegel durch offeneres Gelände hinweg (schöner Wasserfall der Partnach) und erreicht schließlich durch ein Waldstück die Reintalangerhütte. 2 Über den Bernadeinsteig Vom Kreuzeck (Auffahrt mit der neuen Umlaufbahn) geht es zunächst auf dem breiten Wanderweg hinüber in Richtung Hochalm. Bei der Wegverzweigung folgen wir dem untersten Weg weiter, erst leicht abfallend, dann wieder ansteigend hinüber zur privaten Bernadeinhütte. Von dort wandern wir eben weiter durch Wald und über den oberen Rand des Gassentals links um die Ausläufer der Stuibenwand herum und dann über den eigentlichen Bernadeinsteig (kurze Seilsicherung) hinab ins Reintal, das man direkt bei der Bockhütte erreicht. Weiter wie Hüttenweg 1. 3 Abstieg von der Zugspitze Auf gesichertem Steig geht es steil hinab zum Zugspitzblatt (bzw. schneller mit der Hangbahn zum Restaurant Sonn Alpin). Dort folgen wir links der Ausschilderung zur Knorrhütte. Der Weg führt dabei leicht auf der linken Seite des Plattes durch Mulden und über Erhebungen durch eine zunächst unwirtliche Landschaft hinab zur Knorrhütte, dann weiter – bei der Wegverzweigung unterhalb der Hütte rechts halten – über zwei Geländestufen hinab ins grüne Reintal. Zuletzt geht es dann nahezu eben über kargen Weidegrund und durch ein Stück Wald zur Reintalangerhütte. 4 Übergang vom Schachen Vom Schachenhaus führt ein markierter Steig in Serpentinen steil hinab ins Oberreintal, dort rechts am Reintalbach entlang und über eine weitere steile Geländestufe hinab ins Reintal, das man kurz vor der Bockhütte erreicht. Dort links weiter auf Hüttenweg 1.

Hütte

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied635 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
TourencharakterCharly Wehrle und sein Team führen eine Alpenvereinshütte der besonderen Art: Der Weckruff um 6 Uhr erfolgt live per Hackbrett, und auch abends muss mit Musikeinlagen gerechnet werden. Vor der Hütte, am Ufer der Partnach, bietet der »Lido« mit Sonnenschirmen, tibetischen Gebetsfahnen und Bierausschank ein heiteres südliches Flair und Entspannung pur. Doch der Anstieg zur Reintalangerhütte ist mit Schweiß markiert – denn er gehört zu den längsten Hüttenwegen in den gesamten Bayerischen Alpen. Der Weg ins »Hinterzimmer« des Wettersteingebirges bietet dafür aber ein Felsszenarium, wie man es sonst nur in den Österreichischen oder Schweizer Alpen findet. Steil steigen dort links und rechts eindrucksvoll die Felsmauern auf. Die 1912 erbaute Reintalangerhütte hat ihr Gesicht seit damals nicht verändert. Besonders in den 20er- und 30er-Jahren waren hier die deutschen Spitzenkletterer – wie Welzenbach, Ertl, Schneider oder Heckmair – versammelt, die ihren Mut an der Hochwanner-Nordwand testeten.
Hinweise
Dauer: Hütte Zeit Von Garmisch-Partenkirchen: 4–5 Std.; über den Bernadeinsteig: 5 Std.; Abstieg von der Zugspitze: 3 1/2 Std.; Übergang vom Schachen: 3 Std. Schwierigkeit Lange Hüttenzugangswege. Der Anstieg durchs Reintal ist aber leicht, auch der Abstieg von der Zugspitze, sofern man von der Bergstation auf den Gipfel die Seilbahn zur Sonn Alpin (Bergstation Zahnradbahn) nimmt, sonst fordert der Abstieg Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Das gilt auch für die zwei anderen Hüttenzugangswege. Gipfel (Übergang) Zeit Von der Reintalangerhütte: 3 Std., Abstieg von der Hütte: 3 Std. Auch als Übergang nach Ehrwald empfehlenswert. Schwierigkeit Bergwanderweg, der Trittsicherheit voraussetzt.
KartentippTopogr. Karte 1 : 50 000 Werdenfelser Land (LVG).
GastronomieWeitere Hütten Kreuzeckhaus, siehe Tour 82. Hochalm, siehe Tour 82. Knorrhütte, siehe Tour 88. Oberreintalhütte, 1532 m (Selbstversorgerhütte der AV-Sekt. Garmisch-Partenkirchen, von Pfingsten bis Mitte Okt., Getränke erhältlich, 40 Lager, 13 Notlager). 3 Std. Gehzeit von der Reintalangerhütte.
Tipps
Kurzwanderung zum Partnachursprung: Eine Viertelstunde oberhalb der Reintalangerhütte tritt aus dem Fels eine Quelle aus, die landläufig als Partnachursprung bezeichnet wird. Tatsächlich handelt es sich um das Schmelz- und Sickerwasser des Schneefernergletschers auf der Zugspitze. Bis zu ihrem eigentlichen Ursprung in der Blauen Gumpe versickert das Wasser der Partnach immer wieder im ausgehöhlten Untergrund.
Informationen
Der Hüttengipfel Der eigentliche Hüttengipfel ist natürlich die Zugspitze (siehe Tour 88). Als alternatives Ziel bietet sich stattdessen der Aufstieg zum Gatterl (2023 m) an, das den Übergang nach Süden markiert. Von dort oben haben wir die Chance, über das tief eingeschnittene Trogtal hinaus einen Blick nach Süden auf die Mieminger Berge zu werfen. Der Anstieg erfolgt zunächst hinauf zur Knorrhütte, von dort leitet links – vor der Hütte – der Plattsteig hinüber zum Gatterl.
Höchster Punkt
Reintalangerhütte, 1369 m; Gatterl, 2023 m.
Unterkunft
Reintalangerhütte, 1369 m (AV-Hütte, Kat. I, 20 Betten, 70 Lager, von Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet, Winterraum mit 15 Lagern, nur mit AV-Schlüssel zugänglich; Tel. 08821/2903).

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