Regalmwand (2227 m)

Auf dieser strammen Bergtour ist alles geboten, was das Wandererherz begehrt. Nach einem einfachen Anstieg über den Fahrweg zur Gaudeamushütte und schönen, leichten Bergwegen zum aussichtsreichen Baumgartenköpfl wird es zur Wildererkanzel und darüber schon etwas pfiffiger. Wer gar den Gipfel stürmen will, muss sich auf eine mäßig schwierige Kletterei im zweiten Schwierigkeitsgrad der UIAA-Skala einstellen. Obendrein ist in den Gipfeletappen mit Steinschlag zu rechnen. Diese Strecke hat das Prädikat »schwierig« wahrlich verdient. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Vom Parkplatz bei der Bergwirtschaft Wochenbrunner Alm den Wegweisern zur Gaudeamushütte gegen Norden folgen. Auf dem Fahrweg geht es erst einmal ziemlich steil hinauf, dann flacht das Sträßchen im lichten Wald spürbar ab. Unter dem nach links aufragenden Kübelkar dreht der Fahrweg nach rechts, und rund 20 Minuten später ist die Gaudeamushütte erreicht. Kurz vor der Hütte nach links schwenken und dem Wegweiser Richtung Wildererkanzel auf dem oberen Steig folgen. Er führt neben dem Waldrand nach Norden hinauf. Etwas über der 1300-m-Linie knickt der Steig scharf nach rechts ab. Er steigt dann in engen Kehren relativ steil durch lichten Wald nach Südosten an, flacht aber im weiteren Verlauf deutlich ab. Man kommt nun durch einen Buchen-Hochwaldgürtel, der sich neben einer Bachrunse bald lichtet. Auf 1482 m Höhe verzweigt sich die Route. Dort rechts und zur nächsten Verzweigung, wo es geradeaus weitergeht. Auf einem Rücken gabelt sich der Weg schon wieder. Geradeaus, dann ein wenig rechts, kommt man in zwei Minuten auf das Baumgartenköpfl (Brennender Palven; 1572 m). Der kurze Abstecher zu Kreuz und Rastbank lohnt sich. Nach der ersten Pause wieder zum Weg hinunter und noch im Latschenbuschwerk forsch nach Norden hinauf. Die Bergwege verzweigen sich, doch ist es egal, auf welchem man weiter aufsteigt, denn weiter oben führen sie wieder zusammen. Steil und felsig geht es nun weiter zur Wildererkanzel (1642 m). Bei der Wegverzweigung am Hochfeld (1674 m) lichtet sich das Krummholz. Dort links weiter und rechts eines Rückens in Kehren einen Steilhang überwinden. Auf der Höhe von rund 1910 m kommt man an senkrechte Felsenwände heran, und dort wird der Anstieg auch anspruchsvoller. Der Gildensteig wendet sich nach links über einen Gratrücken, fällt ein paar Meter ab und stößt in bizarres Berggelände. Auf deutlich markierter Route geht es nun hoch über einer wilden Schlucht einen steilen Schrofenhang beherzt zur Flachschneid (2050 m) weiter. Dort zweigt nach rechts der gut markierte Steig zur Regalmwand ab. Nach kurzer Schrofenpassage ist eine breite Felsenrinne zu queren, dann geht es am Felsenhang steil hinauf. Sich rechts haltend rund 30 Höhenmeter durch einen steilen Kamin. Diesen nach rechts verlassen, um ein Stück auf einem steinigen Grasgrat stramm anzusteigen. Nach einem Linksknick der Route geht es wieder nach rechts und abermals in einen anspruchsvollen Felsenkamin. Durch ihn in anregender Kletterei hinauf und anschließend wieder in steile Schrofenhänge. Dann am linken Rand einer steilen Schotterrinne hinauf und nach rechts an deutlich markierter Stelle zu einem steilen Felsen. Über ihn etwas luftig hinauf und die letzten Schritte zum höchsten Punkt der Regalmwand hinüber.
Abstieg.
Der Abstieg führt entlang der Aufstiegsroute ins Tal zurück. Dabei hat man die Möglichkeit, bei der Wegverzweigung kurz vor dem Baumgartenköpfl auf 1575 m nach rechts abzubiegen, muss aber darauf achten, dass man hinter der Baumgartenalm wieder links abdreht, um den Aufstiegsweg zu erreichen, auf dem es zur Wochenbrunner Alm zurückgeht.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied1180 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWochenbrunner Alm (1087 m; mautpflichtige Zufahrtsstraße ab Ellmau bzw. Going)
EndpunktWochenbrunner Alm (1087 m; mautpflichtige Zufahrtsstraße ab Ellmau bzw. Going)
TourencharakterDie Regalmspitze (auch Regalpspitze) und die gleich daneben liegende Regalmwand (auch Regalpwand) beherrschen das Kaiserpanorama zwischen Ackerlspitze und Ellmauer Tor, weil die Gipfel etwas vorgeschoben sind und dadurch höher wirken als sie sind. Wer auf diese wilden Felsenberge von unten hinaufschaut und nicht zu den schärferen Klettergesellen gehört, kommt wahrscheinlich nicht auf die Idee, diesen Berg in Angriff zu nehmen. Das ist richtig für die Regalmspitze, denn der Gipfelanstieg würde den Rahmen dieses Buchs sprengen. Doch die Regalmwand darf man sich zutrauen, wenn man alpine Erfahrung besitzt, trittsicher und schwindelfrei ist.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte 1:25000, Blatt 8 (Kaisergebirge)
MarkierungenWegtafeln und deutliche Markierungspunkte
VerkehrsanbindungLinienbusverbindung bis Ellmau; mautpflichtige Straße zur Wochenbrunner Alm
GastronomieWochenbrunner Alm am Ausgangspunkt und Gaudeamushütte
Tipps
Alternative für die Kleinen. Für Kinder eignet sich nur der Anstieg bis ins Kleine Törl. Um zu ihm zu gelangen, zweigt man bei der Flachschneid nicht rechts ab, sondern folgt dem markierten Bergweg über steile Felsenhänge bis in das 2102 m hohe Kleine Törl. Auch für diesen Anstieg sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unerlässlich.
Höchster Punkt
Regalmwand (2227 m)
Unterkunft
Gaudeaumushütte
Tourismusbüro
Going am Wilden Kaiser, Tel. 0043/50509/510; www.tirol.at/going
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