Rast in der Boltenmühle

Vorwiegend Waldwanderung auf breiten Wegen, viel Schatten, schöne Aussichten auf Seen, mehrere Bademöglichkeiten. (Autor: Tassilo Wengel)
17 km
325 m
4.00 h
Am Tornowseeufer Vom Waldmuseum Stendenitz gehen wir auf der Kopfsteinpflasterstraße bis zur Kreuzung, wenden uns hier nach rechts und wandern auf dieser Straße weiter bis zum Rottstielfließ, das den Tornowsee mit dem Zermützelsee verbindet. Hier am Forsthaus Rottstiel halten wir uns beim Wanderparkplatz links (Wegweiser Boltenmühle) und folgen der Markierung blauer Querstrich auf breitem Weg durch Buchenwald am Westufer des Tornowsees entlang. Unser Wanderweg mündet auf den Fontaneweg und mit ihm zum Kunsterbach, den wir auf einer Brücke überqueren. Wir gelangen nach einer Schranke auf einen Querweg, gehen hier rechts und wandern auf einer Asphaltstraße in Richtung Boltenmühle. Nach einem Parkplatz verlassen wir die Straße und folgen nun dem Pfad unmittelbar am Ufer des Tornowsees entlang zur Boltenmühle, wo sich eine Rast lohnt. Neben dem gesamten Ambiente der Boltenmühle gehört der durch die Gaststube fließende Binenbach zur besonderen Attraktion.Variante: Wer die Wanderung abkürzen möchte, folgt bei der Boltenmühle dem Wegweiser Waldmuseum Stendenitz 5,5km.Wir folgen dem Wegweiser zum Binenbach und erreichen an seinem Ufer entlanggehend den Kalksee. Dort überqueren wir den Bach auf einer Brücke und wandern nun am Ufer des Kalksees entlang nach Binenwalde. Unterwegs lädt eine Badestelle zum Verweilen ein, bevor wir den Ort erreichen. Hier feiert man jedes Jahr im August das Sabinenfest in Gedenken an die schöne Sabine (1715–1783), die einst die Geliebte von Kronprinz Friedrich war.Wir gehen auf der Asphaltstraße durch Binenwalde, wandern neben der Straße in Richtung Gühlen-Glienicke zu einem Parkplatz, wo sich die Gelegenheit bietet, an einer FKK-Badestelle am Kalksee eine Pause einzulegen.Nach der Rast führt unser Weg neben der Straße weiter, bis wir sie beim Wegweiser »Boltenmühle 3km« (etwas versteckt) links auf einen Pfad verlassen. Nun folgt ein schöner Weg durch Buchenwald, zwischen dem See auf der einen Seite und auffälligen Erosionshügeln auf der anderen. Wir gelangen zur Brücke über den Binenbach und kommen auf bekanntem Weg zur Boltenmühle zurück.Dort gilt der Wegweiser »Waldmuseum Stendenitz«, dem wir auf breitem Weg durch Buchenwald folgen. Wir biegen rechts in eine Fahrstraße ein und kommen zum Campingplatz am Rottstielfließ mit Liegewiese und Badestelle sowie dem Restaurant »Am Rottstielfließ«. Weiter führt unser Weg über das Rottstielfließ zum Forsthaus Rottstiel, um dort dem Wegweiser »Stendenitz 1,2km« auf bekannten Weg zum Waldmuseum zu folgen.Die Boltenmühle Sie wurde 1718 auf Geheiß des Preußenkönigs Friedrich WilhelmI. vom Müller Hans-Joachim Boldte aus Rathenow errichtet, denn einst war sie eine durch den Binenbach angetriebene Schneidemühle, später kam eine Mahlmühle dazu. Als Ausflugs- und Fremdenheim wurde die Mühle 1932 eingerichtet. Seit 1939 gibt es hier eine Gaststätte, die wegen ihrer malerischen Lage ein beliebtes Ausflugsziel ist. Nach einem ver-heerenden Brand 1992 wurde die Mühle auf alten Grundmauern neu errichtet und seit Pfingsten 1996 wieder für Gäste geöffnet. Am rauschenden Binenbach – von dem ein Teil durch den Gastraum fließt – klappert das funktionstüchtige Mühlrad von vier Meter Durchmesser. Angeboten werden Gerichte der märkischen Küche, Fisch aus dem Tornowsee und Wild aus den Wäldern der Um-gebung. Zu den Spezialitäten gehören geschmorte Hirschkalbskeule, gedünstete Forellen sowie Fleisch- und Kartoffelspezialitäten.

Waldmuseum Stendenitz – Boltenmühle 1.15Std. – Binenwalde 0.30Std. – Boltenmühle 1Std. – zurück zum Waldmuseum Stendenitz 1.15Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied325 m
Dauer4.00 h
AusgangspunktWaldmuseum Stendenitz.
EndpunktWaldmuseum Stendenitz.
TourencharakterTornowsee und Kalksee sind zwei malerisch gelegene Seen im Ruppiner Land, zwischen denen die Boltenmühle als Ausflugsgaststätte schon seit Generationen Gäste anzieht. Auch Theodor Fontane schwärmte vom

Zauber in der Ruppiner Schweiz mit der Boltenmühle und widmete ihr in seinen »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« einige Zeilen.

Im Jahre 1992 fast vollständig abgebrannt, wurde die Boltenmühle in-

zwischen in alter Schönheit wieder aufgebaut. Eine Wanderung dorthin – mit zahlreichen Bademöglichkeiten – gehört zu den schönsten Natur-

erlebnissen in der Region.
KartentippKompass Wander- und Radtourenkarte Nr.743, Ruppiner Land, 1:50000.
VerkehrsanbindungAuto: Von Neuruppin auf der Straße Richtung Flecken-Zechlin, beim Abzweig nach Stendenitz zum Waldmuseum. Schiff: Von Neuruppin nach Stendenitz.
GastronomieUnterwegs: Restaurant »Am Rottstielfließ«, am Campingplatz; Gasthof und Restaurant Boltenmühle. Binenwalde: Gaststätte Hacker mit Biergarten, Seestraße 42; Gaststätte Futterkrippe, Seestraße 32.
Tipps
Abstecher nach Neuruppin Am Nordufer des Ruppiner Sees gelegen, wurde Neuruppin bereits im Mittelalter planmäßig, fast quadratisch, mit rechtwink- ligem Straßennetz angelegt. Mitte des 18.Jh. durch einen ver- heerenden Stadtbrand nahezu vollständig zerstört, wurde die Stadt zwischen 1788 und 1796 durch Bernhard Matthias Brasch im Stil des Frühklassizismus wiederaufgebaut. Auffallend sind zweigeschossige Gebäude mit Kolossalpilastern, Gebälksimsen, Dachbrüstungen mit Vasenschmuck und Fensterbrüstungen mit Medaillonschmuck. In einem dieser Häuser ist das Heimatmuseum (August-Bebel-Straße 14/15, Tel. 03391/458060, geöffnet Di–Fr 10–17Uhr, Sa, So, Feiertag 10–16Uhr) untergebracht. Hier gibt es unter an- derem eine Dokumentation zu Karl Friedrich Schinkel, dem bedeutendsten Baumeister des Klassizismus, und Theodor Fontane, der unter anderem durch die »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« bekannt ist. Beiden sind Denkmäler gewidmet, die am Kirchplatz für Schinkel und in der Franz-Künstler-Straße für Fontane stehen. Einen Besuch wert ist auch der Amalthea- oder Tempelgarten, der zwischen 1853 und 1856 mit türkischer Villa und einer Mauer im maurischen Stil romantisch angelegt wurde.
Unterkunft
Neuruppin: Hotel »Brandenburger Hof«, Tel. 03391/45360; Hotel »Berliner Hof«, Tel. 03391/358662; Pension Vogler, Tel. 03391/841114.

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