Raritäten im Bayerischen Oberland

Die Urlaubsregion Tegernsee/Schliersee/Wendelstein liegt in der Gunst der Münchner ganz vorne. Hauptgründe sind die reizvollen Voralpenseen und die Berge mit exzellenten Wandermöglichkeiten. (Autor: Armin Scheider)
54 km
710 m
3.00 h
See und Ort Tegernsee. Unsere Rundfahrt beginnt am Tegernsee, der schönster und beliebtester See Oberbayerns sein soll, wofür in der Tat einiges spricht - ausnehmend reizvolle Lage zwischen sanft ansteigenden Vorbergen, Landschaft und Atmosphäre am See sind freundlich und die alpenländisch geprägten Uferorte gepflegt und einladend. Bis 73 Meter ist er tief, sein Umfang beträgt gut 21, seine Länge über sechs, die Breite bis zwei Kilometer. Der schönste Ausblick auf den See als Ganzes bietet sich vom Wallberg aus. Der Ort Tegernsee gilt als historisches und kulturelles Zentrum am See. Sein Kloster wurde bereits 746 gegründet und ist damit nach Benediktbeuern älteste Abteigründung im Voralpenland. Heute beherbergt die Anlage ein Gymnasium und das Herzogliche Brauhaus Tegernsee. Zu Letzterem gehört auch das Herzogliche Bräustüberl, das wohl bekannteste Bierlokal am Tegernsee und im Oberland. In den historischen Gewölberäumen sitzt man an langen Holztischen und genießt das zünftige Lokalkolorit. Radeln durchs Oberland. Um Seen und Oberland näher kennen zu lernen, bietet sich eine Radtour an. Man kommt gut voran und hat trotzdem ein Auge für das Detail. Die folgende Tour ist über 50 km lang, mit einer Reihe von Anstiegen gespickt und trotz alledem ein lohnendes Unterfangen. Bringen Sie genug Zeit mit, machen Sie längere Pausen und pflegen Sie einen ruhigen Fahrstil. Start erfolgt im Ort Tegernsee. Die Strecke genau zu beschreiben, würde hier den Rahmen sprengen. Ihr Verlauf ist jedoch aus der Skizze oben zu ersehen. Nehmen Sie sich eine gute Karte mit – z. B. die topographische Karte 1:50000, Blatt Mangfallgebirge – und Sie werden keine Mühe haben, den richtigen Weg zu finden. Hier die wichtigsten Eckpunkte: St. Quirin – Berg – Ostin – markierte Route bis Hausham – Umrundung des Schliersees – Kalkgraben – Attenberg – Agatharied – Reit – Gieshof – Waldhof – Schmerold – Mangfalltal – Gmund – Umrundung des Tegernsees bis Ort Tegernsee. Eine sehr anstrengende Tour, aber auch ein großartiges Erlebnis! Top-Kirchen in Fischbachau. Auf der Fahrt zum Wendelstein empfiehlt sich ein kurzer Abstecher nach Fischbachau. Dort steht mit der prachtvoll ausgestatteten Pfarrkirche St. Martin (1110) eine der besterhaltenen romanischen Basiliken Oberbayerns und mit der Friedhofskirche Mariä Schutz (1087) gleich neben St. Martin zudem der älteste noch bestehende Kirchenbau des Leitzachtals. Bergwandern am Wendelstein. Im Sommer ist der 1838 m hohe Wendelstein mit seiner weithin sichtbaren Felskuppe ein sehr beliebter Berg zum Wandern. Die wichtigsten Aufstiegsrouten gehen aus von Osterhofen, Bayrischzell, Brannenburg, Bad Feilnbach und Birkenstein. Das Wendelstein-Panorama ist eines der berühmtesten am Alpenrand. An klaren Tagen präsentiert sich eine Gipfelparade, die vom Watzmann im Osten bis zu den Allgäuer Alpen im Westen reicht. Dazwischen die Felsriesen der Hohen Tauern sowie der Zillertaler- und Stubaier Alpen und die markanten Riegel des Kaiser-, Karwendel- und Wettersteingebirges, Letzteres mit der Zugspitze. Zur anderen Seite hin liegt das oberbayerische Alpenvorland zu Füßen, an manchen Tagen ist sogar die Kammlinie des Böhmerwaldes zu erkennen. Der Wendelstein ist noch in anderer Hinsicht ein Berg der Superlative. Da ist einmal die historische Zahnradbahn von Brannenburg zum Gipfel, älteste Hochgebirgszahnradbahn der deutschen Alpen. 1910 gebaut, kommt sie heute nur noch bei besonderen Anlässen zum Einsatz. Den Betrieb hat die 1991 modernisierte Zahnradbahn übernommen, die auf der 7,6 Kilometer langen Strecke einen Höhenunterschied von 1217 Metern überwindet und rund 30 Minuten zum Gipfel braucht. Seit 1970 fährt von Osterhofen im Leitzachtal aus eine Großkabinenbahn, die den Weg zum Gipfel in nur sieben Minuten schafft. Eine andere Rarität ist das Wendelstein-Kircherl oberhalb der Bergstation. Es gilt nämlich als höchstgelegene Kirche Deutschlands und noch heute als begehrter Schauplatz für Hochzeiten. Seit 1890, dem Jahr der Weihe, soll dort über 300-mal der Bund fürs Leben geschlossen worden sein. 1927 hatte das Kircherl hohen Besuch: Der päpstliche Nuntius in Bayern, Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., war zum Gipfel gekommen. Sehenswert sind außerdem die 1864 entdeckte und seit 1921 für Besucher zugängliche Wendelsteinhöhle, eine rund 200 Meter lange Kalksteinhöhle mit bizarren Eisbildungen im Innern und der GEO- PARK mit vier Wegen rund um den Gipfel, wo Tafeln die Entstehung und Entwicklung der Alpen erklären. Nicht zu vergessen die technischen Anlagen auf der Gipfelkuppe, die freilich den Berg eher verschandeln als seine Schönheit fördern: ein Sonnenobservatorium, eine Wetterwarte und eine Sendestation des Bayerischen Rundfunks. Und natürlich gibt es auch ein Restaurant mit großer Terrasse, auf der Sie die Brotzeit mit herrlichem Großglocknerblick verbinden können.

Länge - Autorundfahrt: ca. 30 km (Tegernsee–Wendelstein) Radtour: ca. 53 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour54 km
Höhenunterschied710 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOrt Tegernsee Autoanfahrt von München auf A 8 und B 318 (ca. 60 km) Bahnverbindung München–Tegernsee
TourencharakterDie Urlaubsregion Tegernsee/Schliersee/Wendelstein liegt in der Gunst der Münchner ganz vorne. Hauptgründe sind die reizvollen Voralpenseen und die Berge mit exzellenten Wandermöglichkeiten. Und das erwartet Sie unter anderem -
der beliebteste See Oberbayerns;
eine besonders erlebnisreiche Radtour um die Seen;
die ältesten Kirchenbauten des Leitzachtals;
ein Aussichtsberg mit Superlativen.
Beste Jahreszeit
GastronomieTegernsee Ort Herzogl. Schlossgaststätte Terrasse, kein Ruhetag Herzogliches Bräustüberl kein Ruhetag Rottach-Egern Mesner-Gütl Terrasse, kein Ruhetag Bad Wiessee Seegarten Terrasse, kein Ruhetag Schliersee Terofal Biergarten, kein Ruhetag Hammer Café Krugalm Terrasse, Do. und Fr. Ruhetage Bayrischzell Zur Post Biergarten, kein Ruhetag
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