Rappenseehütte, 2091 m

Anspruchsvolle Tour, die aufgrund der zu überwindenden Höhenmeter gute Kondition erfordert. Der Weg ist oftmals steil, Trittsicherheit notwendig (Autor: Martina Gorgas)
11 km
1135 m
7.00 h
Aufstieg zur Hütte Der erste Teil der insgesamt sehr abwechslungsreichen und schönen Tour verläuft durch den Wald auf einer für den Verkehr gesperrten Fahrstraße bis zum Gasthof Einödsbach. Dort beginnt der Anstieg zur Hütte, der sogleich recht steil auf einem Steig bergauf leitet. Unterwegs kommen wir an der Petersalpe vorbei und später an der Enzianhütte, die wir aber links liegen lassen. Von dort quert man zunächst die Hänge unterhalb der Hütte und steigt schließlich in steileren Serpentinen bergauf. Nach einer weiteren knappen Stunde erreichen wir unser Ziel, die schön gelegene Rappenseehütte in über 2000 Metern Höhe. Der Weg ist durchweg gut zu gehen, fordert aber an einigen Stellen Trittsicherheit.Gute Stimmung auf der Hütte Es ist schon erstaunlich, wie nett und entspannt das Wirtspaar Sylvia und Andreas ist – trotz des großen Andrangs, den die Rappenseehütte während der Saison erlebt. Kein Wunder, denn das Unterkunftshaus ist mit dem nahe gelegenen Rappensee ein besonders reizvolles Tourenziel und das Panorama mit Oberstdorf, Widderstein und den Schafalpenköpfen inklusive Mindelheimer Klettersteig einzigartig. Mittags und am frühen Nachmittag füllt sich die Terrasse meist gut mit Tagesgästen. Auch am Abend ist viel los in der großzügigen Stube, denn zahlreiche Wanderer bleiben über Nacht, um am nächsten Morgen auf dem Allgäuer Hauptkamm zu einer der benachbarten Hütten oder auf dem Heilbronner Weg weiterzuwandern. Die gute Stimmung der sympathischen Wirtsleute scheint auf die Hüttenbesucher abzufärben, wie Andreas erzählt - »Unsere Gäste sind durchweg sehr freundlich, und wenn es mal eng wird auf der Hütte, dann rücken sie einfach zusammen.«Versorgung der Rappenseehütte Alle Speisenzutaten und Getränke werden über eine Materialseilbahn zur Rappenseehütte befördert, der Strom wird über ein kleines Wasser- bzw. Blockheizkraftwerk erzeugt, und das Wasser für die Hütte kommt aus der eigenen Quelle, läuft aber zur Sicherheit durch eine UV-Filteranlage.Allgäuer Kässpatzen und Speck-Käse-Platte Die Küche auf der Rappenseehütte muss zwar große Mengen bewältigen, man spürt aber dennoch die große Herzlichkeit aller: von Andreas, dem Hüttenwirt und gelernten Konditor, seiner Lebensgefährtin Sylvia, die sich gern auch einmal auf einen kleinen Ratsch zu den Gästen setzt, und der stets freundlichen Crew des Hauses.Die Speisekarte ist liebevoll gestaltet, und der Gast erfährt zudem, welche Produkte aus der Region kommen – etwa der Bergkäse aus dem Rappenalptal, aus dem die leckeren Allgäuer Kässpätzle gemacht werden, die Milch von einheimischen Bergbauern, die im Käsekuchen und im leckeren Schokopudding landet. Das Schwarzbrot, das zu allen Brotzeiten serviert wird, stammt von einer regionalen Dorfbäckerei, die Kaminwurzn und der Leberkäse kommen vom Metzger in Nesselwang. Die Karte bietet alles, was dem Wanderer gut schmeckt – und noch etwas mehr: zum Beispiel den Salatteller mit Putensteak für Figurbewusste oder die Speck-Käse-Platte zum Wein.Apropos: Auch die Weinkarte kann sich sehen lassen – es gibt verschiedene offene und Flaschenweine zu reellen Preisen.Hochprozentiges aus der Region Gehaltvoll sind auch die verschiedenen Schnäpse, die auf der Rappenseehütte angeboten werden: der Obstler vom Bodensee, der Enzian aus Sonthofen, der Kräuterschnaps aus Oberstdorf und nicht zuletzt der selbst gemachte Holunderlikör. Der wird im Herbst angesetzt, wenn es auf der Hütte allmählich ruhiger wird.Kühe auf 2000 Meter Höhe Wer übrigens im August zur Rappenseehütte aufsteigt, wird über die vielen Kühe staunen, die auf den Almwiesen rund um das Haus stehen. Aber nur kurze Zeit verbringen die Tiere dort oben, denn schon im Herbst werden die Nächte zu kalt, sodass man die Kühe vorher ins Tal treibt. Doch die Zeit auf der Alm bekommt ihnen gut: Ihre Milch hat dann rund sechs Prozent Fett und übertrumpft damit jede Milch aus dem Kühlregal.

Aufstieg ab Parkplatz Fellhornbahn ca. 5 Std., ab Birgsau ca. 4.15 Std., Abstieg 3 Std.; insgesamt ca. 7.15–8 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1135 m
Dauer7.00 h
AusgangspunktBirgsau bei Oberstdorf
TourencharakterAnspruchsvolle Tour, die aufgrund der zu überwindenden Höhenmeter gute Kondition erfordert. Der Weg ist oftmals steil, Trittsicherheit notwendig
Hinweise
Aufstieg auf den Rappenseekopf, 2468 m Die Besteigung des Hausbergs der Rappenseehütte sollte man sich – nach einer gemütlichen Pause – nicht entgehen lassen. Vorbei am großen und kleinen Rappensee ist der Gipfel unschwer zu erreichen, Trittsicherheit ist jedoch erforderlich. Aufstieg ca. 1 Std.
KartentippAV-Karte 1 - 25.000, 2/1 Allgäuer/Lechtaler Alpen; UKL 8 Allgäuer Alpen, 1:50 000
VerkehrsanbindungAuto - Auf der A 96 München–Lindau bis Autobahnkreuz Memmingen. Weiter auf der A 7 Richtung Kempten/Füssen bis Autobahndreieck Allgäu, dort auf die A 980 Richtung Oberstdorf, bis zur Ausfahrt Waltenhofen und dann auf die B 19. In Oberstdorf Richtung Fellhornbahn; dort Parkplatz. Von dort weiter mit dem Bus nach Birgsau n Zug: Bahnlinie Mün- chen–Oberstdorf, vom Bahnhof Oberstdorf mit dem Bus zum Parkplatz Renksteg, weiter mit dem Bus nach Birgsau
Tipps
Anregungen für Touren und Aktivitäten rund um die Rappenseehütte gibt’s unter www.rappenseehuette.de Schokopudding Zutaten für 4 Personen - 40 g Speisestärke Zucker nach Belieben 0,5 l Milch 50–100 g dunkle Kuvertüre (je nach persönlicher Vorliebe) Die Speisestärke und den Zucker mit etwas Milch verrühren. Die restliche Milch in einem Topf zum Kochen bringen. Inzwischen die Kuvertüre grob hacken und unter die kochende Milch rühren. Dann die Mischung aus Speisestärke, Zucker und Milch unterrühren und den Schokopudding noch mal kurz aufkochen lassen. Den Pudding in eine kalt ausgespülte Schüssel gießen, auskühlen lassen und servieren.
Unterkunft
Rappenseehütte, Postfach 14 12, 87554 Oberstdorf, Info-Tel. 08326/70 01 55, Hüttenfax 0171/263 12 50, www.rappenseehuette.de n Hüttenwirte - Sylvia Socher & Andreas Greiner n Öffnungszeiten: Mitte Juni bis Anfang Oktober n Schlafplätze: 42 Zimmerlager, 300 Matratzen- lager

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