Rappenseehütte

Die erste Hütte am Standort des heutigen Waltenbergerhauses wurde bereits 1875 eingeweiht, doch bereits 1885 wurde dem wanderwilligen Publikum ein völliger Neubau übergeben, da der Zustrom in die Allgäuer Alpen nach dem Bau der Eisenbahnlinie bis Sonthofen großen Zulauf brachte. Namensgeber der Hütte war Anton Waltenberger, Landvermesser und Erschließer der Allgäuer Alpen, der auch schon früh die Organisation der Bergführer im Allgäu vorantrieb. Das hoch über dem Bacherloch am Fuße des Bockkars gelegene Haus erfuhr mehrere Vergrößerungen. 1987 wurde eine große Terrasse angelegt und ein Selbstversorgerraum eingerichtet. (Autor: Heinrich Bauregger)
1 km
1050 m
3.00 h
1 Von Faistenoy bzw. Einödsbach Vom Parkplatz im Stillachtal gehen wir auf gesperrtem Fahrweg (links davon führt ein markierter, unbefestigter Wirtschaftsweg ebenfalls dorthin) nach Birgsau. Kurz dahinter verzweigt sich der Weg. Man nimmt den linken Ast und steigt leicht ansteigend hinauf zum Weiler Einödsbach. Beim Berggasthof Einödsbach beginnt der markierte Hüttenweg; zunächst hinab zum Steg, der den Bacherlochbach quert, dann jenseits leicht ansteigend durch Wald zu einer Wegverzweigung. Dort geht es nun links in Serpentinen zur Petersalpe. Der Weiterweg zur Jausenstation Enzianhütte erfolgt in sehr steilem Gelände. Von dort geht es in Kehren hinauf zu einem wenig ausgeprägten Sattel (Wegverzweigung), dann weiter zum Sattel am Seebichl. Jenseits kurz hinab zum großen Unterkunftshaus am idyllischen Rappensee. 2 Aus dem Hinteren Rappenalptal Vom Parkplatz im Stillachtal wandern wir auf dem gesperrten Fahrweg bis kurz hinter Birgsau, dann rechts durch Bergwald ins Rappenalptal. Bei der Breitengernalpe bietet sich links der Wirtschaftsweg hinauf zur Petersalpe an. Oder wir wandern weiter geradeaus bis zur Jausenstation Schwarze Hütte, wo links der markierte Wanderweg zur Rappenseehütte abzweigt. Erst wandern wir durch Wald, dann über Alpwiesen hinauf zur Mittleren Rappenalpe. Dort geht es in weitem Rechtsbogen vor den Hängen des Muskopfes hinauf zum quer laufenden Verbindungsweg von Lechleiten. Auf diesem links zur Rappenseehütte. 3 Von Lechleiten Vom Holzgauer Haus steigen wir wenige Meter talwärts, dann rechts auf ausgeschildertem Wanderweg steil hinauf zur verfallenen Vorderen Lechleitner Alpe (1783 m). Dort geht es nahezu eben weiter zur Hinteren Lechleitner Alpe, dann leicht abwärts und rechts haltend über freie Hänge hinauf – zuletzt durch Felsblöcke – zum höchsten Punkt der Schlosswand (1876 m), wo man auch die Grenze übertritt. Nun wandern wir auf bayerischer Seite weiter und nahezu eben hinüber zur bereits sichtbaren Oberen Biberalpe. Nach kurzem Anstieg haben wir einen Höhenverlust durch Abstieg in den tiefen Mutzentobel (einige Seilsicherungen). Dann geht es im Auf und Ab links um die Westhänge des Kleinen Rappenkopfs hinüber zur Schafalpe. Dort wandern wir wieder leicht ansteigend über einige Gräben hinweg hinauf zu einem schwach ausgeprägten Sattel (1919 m) direkt vor dem Muskopf. Dort rechts haltend weiter (Wegtafeln) steil hinauf über Grashänge und Schrofen zum Sattel am Seebichl und leicht hinab zur Rappenseehütte. 4 Von Prenten Zunächst gehen wir etwa einen halben Kilometer auf der B198 in Richtung Warth, bis rechts ein Wirtschaftsweg abzweigt. Auf diesem wandern wir parallel zum Lech bis zu einer Brücke, hier über den Lech und jenseits hinauf die Forststraße abkürzend zum Alpweg, der hinter der großen Lechbrücke (B198) beginnt. Wir wandern nun auf markiertem Weg (Mark.-Nr. 432) durch Wald hinauf ins Hochalptal. Der Weg führt vorbei an der Mittleren Hochalpe und weiter durch den Talgrund, dann auf einem Pfad über eine Geländestufe in Kehren hinauf ins Wieslekar, das links von der Hochgundspitze und rechts vom Hohen Licht begrenzt wird. Dann geht es links hinauf durch steiles Geröll zur Großen Steinscharte (2263 m), wo man auf den Heilbronner Weg stößt, von dem bald rechts der Anstiegsweg zum Hohen Licht abzweigt. Jenseits der Scharte steigen wir hinab (Mark.-Nr. 439) zur schon sichtbaren Rappenseehütte.

Hütte

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied1050 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
TourencharakterDie 1895 ganz aus Holz erbaute Hütte stellt sich heute als stattliches Haus dar und verfügt über die größte Aufnahmekapazität aller in diesem Band genannten Unterkunftshütten (sie gilt als größte Alpenvereinshütte überhaupt). Über 80 Jahre wurde sie von der Familie Geißler geführt, bis sie in andere Hände überging. Die Hütte musste mehrmals erweitert werden, zuletzt in den Jahren 1964/65, in denen sie ihre heutige Gestalt erhielt. 1949 wurde unterhalb des Rappensees ein kleines Kraftwerk gebaut, das endlich das ersehnte elektrische Licht brachte. Zur großen Beliebtheit dieser »Hütte« – im Jahre 1970 gab es einen Übernachtungsrekord mit 681 Gästen – tragen nicht nur die zwei Rappenseen bei, sondern auch die Fülle der kleinen und großen Gipfelziele. Überdies ist hier der Start- bzw. Endpunkt des beliebten Heilbronner Wegs.
Hinweise
Dauer: Hütte Zeit Von Faistenoy: 4 Std. (von Einödsbach 3 Std.); aus dem Hinteren Rappental: 4 bzw. 3 Std.; von Lechleiten: 3 Std.; von Prenten: 3 Std.; Übergang zur Kemptner Hütte: 5–6 Std.; Übergang zum Waltenberger Haus: 4 Std. Schwierigkeit Die Anstiege von Faistenoy (Einödsbach), von Birgsau und von Lechleiten sind leicht, die Anstiege durch das Hochalptal und aus dem Hinteren Rappenalptal sind etwas beschwerlich. Gipfel Zeit Von der Rappenseehütte: 1 1/4 Std., Abstieg zur Hütte: 1 Std.; insgesamt: 2 1/4 Std. Schwierigkeit Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, aber nicht schwierig. >>>
KartentippTopogr. Karte 1 : 50 000 Allgäuer Alpen (LVG).
GastronomieWeitere Hütten Berggasthof Einödsbach, siehe Tour 119. Enzianhütte, 1780 m (privat, bewirtschaftet von Pfingsten bis etwa Mitte Oktober, 110 Lager). Petersalpe, 1296 m (privat, während der Weidezeit bewirtschaftet). Gasthof Holzgauer Haus, 1512 m, bei Lechleiten (privat, ganzjährig bewirtschaftet, 20 Betten, 10 Lager; Tel. 0043/5583/3513). 1/2 Std. von Warth. Breitengernalpe, 1150 m (privat, während der Weidesaison einfach bewirtschaftet). 2 Std. von Faistenoy auf Alpweg. Schwarze Hütte, 1235 m (pri-vat, von Mitte Juni bis Anfang Oktober einfach bewirtschaftet). Von der Breitengernalpe 1/2 Std.
Informationen
Der Hüttengipfel Rappenseekopf, 2469 m: Von der Rappenseehütte wandert man links um den Großen Rappensee herum und steigt in Serpentinen zum Sattel zwischen Rappenseekopf und Hochrappenkopf an. Von dort führt ein Pfad links über den Westrücken zum Gipfel. Etwas anspruchsvoller als der Aufstieg ist der Abstieg über den Ostgrat. Man steigt hinab in die Scharte unterhalb der Hochgundspitze, folgt links den Pfadspuren durch Geröll zum Großen Rappensee und wandert anschließend den grasigen Rücken hinauf zum Rappenseehaus.
Höchster Punkt
Rappenseehütte, 2091 m; Rappenseekopf, 2469 m.
Unterkunft
Rappenseehütte, 2091 m (AV-Hütte, Kat. I, 42 Betten, 300 Lager, von Mitte Juni bis Mitte Oktober bewirtschaftet; Winterraum offen, 24 Lager; Telefon und Hüttenfax: 0171/2631250; Info-Tel. 08322/700155).

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