Rappensee (Hochrappenkopf)

Im Tal bis Einödsbach bzw. zurück ab der Schwarzen Hütte breite Wege, teils autofreie Teerstraße. Der Anstieg zum Rappensee ist steil und in den schattigen Hängen nicht nur nach Regentagen oft nass und rutschig. Teleskopstöcke sind unbedingt zu empfehlen. Der Abstieg hinunter zur Schwarzen Hütte ist ebenfalls sehr steil, aber weitgehend trocken und problemlos zu gehen. (Autor: Gerald Schwabe)
21 km
1150 m
6.00 h
Auftakt im Stillachtal.
Für Autofahrer, für die das Tal südlich der Fellhornbahn gesperrt ist, wird diese Wanderung noch mal ca. 90 Minuten länger, deshalb ist es empfehlenswert, den (halbstündlich verkehrenden) Bus ab Oberstdorf zu nehmen und sich etwas weiter hinein ins Stillachtal bis nach Birgsau bringen zu lassen. Von der Bushaltestelle sind es nur wenige Schritte bis zu einer Weggabelung, an der es links nach Einödsbach hinaufgeht; wir halten uns rechts und wandern auf der Straße durch dichten Wald hinauf zur Buchenrain-Alpe (1127m). Links über uns recken sich die fotogenen Dolomitgipfel von Trettachspitze, Mädelegabel und Co. in den Himmel, denen wir auf unserem Rückweg noch etwas näher kommen werden. Hinter der Buchenrain-Alpe verliert die Straße wieder etwas an Höhe und nähert sich dem Rappenalpbach, den wir auf einer einfachen Holzbrücke überqueren. Auf der anderen Seite weist uns ein Schild den Weg hinauf zur Peters-Alpe (1296m). Schattig und steil geht es durch dichten Wald auf meist recht nassem Pfad hoch zur Alpe. Oberhalb erhebt sich eine hohe Felswand, die wir auf unserem weiteren Anstieg zur Enzianhütte überwinden müssen. Es geht steil hinauf, und der Weg ist an vielen Stellen unangenehm matschig und rutschig, aber schließlich erreichen wir ein weitläufiges Wiesenplateau mit der Enzianhütte (1779m). Ab hier wird der Weg sehr viel schöner. Unser Blick schweift über die Gipfel des hinteren Rappenalptals, während wir auf einem weitgehend ebenen Pfad über die schönen Wiesen wandern.
Kurz darauf queren wir die steilen Wiesenhänge unterhalb des Linkerskopfes, die etwas Konzentration verlangen. Einige kleine Rinnsale sind zu überschreiten, ehe wir vor einer weiteren Felswand stehen, an der sich der steile Weg quer hinaufzieht.
Zum Rappensee.
Am Ende dieses Anstiegs haben wir noch nicht unser Ziel, sondern erst eine Passhöhe erreicht (1969m). Vor uns liegt eine schöne, aussichtsreiche Wiesenlandschaft. Wir halten uns links und steigen in steilen Serpentinen an der westlichen Abbruchkante dieses Plateaus hinauf zur Rappenseehütte (2091m). »Hütte« ist vielleicht etwas untertrieben für das massive und recht gewaltige, aber trotzdem sehr ansprechend wirkende Haus. Seine Popularität verdankt die Hütte in erster Linie dem Heilbronner Weg, der über den Allgäuer Hauptkamm hinüber zur Kemptner Hütte im oberen Trettachtal verläuft; an manchen Tagen stößt selbst die Kapazität von 350 Schlafplätzen an ihre Grenzen. Umso erstaunlicher ist es, wie still und abgeschieden der nahe Rappensee ist. Wir lassen die Hütte, die lawinengeschützt auf einem breiten Karriegel thront, hinter uns, passieren den Kleinen Rappensee und stehen wenige Minuten später oberhalb des Großen Rappensees (2047m). Die ganze Szenerie ist schlichtweg atemberaubend - ein weiter Kessel, umrahmt von gewaltigen Dolomitgipfeln, vor uns eine leicht gewellte Wiesenlandschaft mit einem blau schimmernden Juwel mittendrin, in der Ferne der Widderstein und die zackigen Gipfel von Geißhorn und Liechelkopf. Ein wunderschönes Fleckchen Allgäu, von dem man sich schwer wieder losreißen kann.
Variante.
Wer noch etwas höher möchte, erreicht in etwa einer Stunde den sehr lohnenden Gipfel des Hochrappenkopfes, der sich südwestlich des Sees erhebt. Der Weg zieht sich anfangs quer über den Schuttfächer unterhalb des Rappenseekopfes hinauf, erreicht dann felsigen Untergrund, auf dem wir zu einer Scharte gelangen, die hinüber zum Lechtal leitet. Die »Rückseite« des Hochrappenkopfes (2425m) zeigt sich als breiter, felsendurchsetzter Wiesenhang, auf dem problemlos der Gipfel erreicht werden kann. Ein prächtiges 360-Grad-Panorama ist Lohn der Mühe.
Abstieg ins Rappenalptal.
Wir wandern am Seeufer entlang bis zu seinem Abfluss und gelangen von dort in weitem Bogen zurück zur Scharte (1969m). Ab dort folgen wir für unseren gesamten Abstieg dem Wegweiser zur »Schwarzen Hütte«. Mit dem schönen Talschluss des Rappenalptals vor uns steigen wir eine breite Wiese bergab, passieren die Seehütte (1861m), biegen nach rechts ab und haben noch ein letztes Mal einen Blick auf die Enzianhütte, in der Ferne überragt vom zackigen Gipfelgrat der Höfats. Der Pfad verläuft nun steil den Gehörbertobel hinab, vorbei an der hübsch gelegenen Mittleren Rappen-Alpe (1621m). In zahlreichen Serpentinen, die sich einen schmalen Grat zwischen zwei Bächen hinunterwinden, gelangen wir schließlich zum Talboden des Rappenalptals und zur Schwarzen Hütte. Recht unspektakulär, aber gemütlich geht es auf der breiten Straße talabwärts Richtung Birgsau.
Im folgenden hübschen Talabschnitt kommen wir an der urigen Breitengehren- Alpe vorbei, der man ihr ehrwürdiges Alter ansieht. Entlang dem klaren, rauschenden Bach, der sich an einer Engstelle des Tales durch eine tiefe Schlucht zwängt, wandern wir durch einen hübschen Laubwald und stoßen schließlich wieder auf die schlichte Holzbrücke, die wir bereits auf unserem Hinweg überquert haben. Anstatt auf der bereits bekannten Straße hinunter nach Birgsau zu spazieren, gehen wir ein weiteres Mal über die Brücke und wenden uns am anderen Ufer nach links Richtung Einödsbach. Ein schmaler Waldweg zieht sich oberhalb des Rappenalpbaches entlang, quert den Bacherlochbach und endet schließlich am Gasthof Einödsbach (1114m). Gerne als südlichster, dauerhaft bewohnter Weiler Deutschlands angepriesen, bietet das kleine Ensemble aus Bauernhaus und Kapelle unterhalb von Trettachspitze und Mädelegabel eines der schönsten Fotomotive des Allgäus.
Nachdem wir unsere Wanderung an diesem Ort gemütlich und aussichtsreich haben ausklingen lassen, bleibt uns nur noch der nicht allzu lange leichte Abstieg auf einem breiten Wirtschaftsweg hinunter nach Birgsau.

geöffnet vor weihnachten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour21 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortOberstdorf, 813m
AusgangspunktBirgsau im Stillachtal, 956m (Parkplatz - 900m)
EndpunktHochrappenkopf, 2425m; Rappensee, 2047m
TourencharakterDer Weg zum Rappensee ist sicherlich nicht gerade ein Geheimtipp. Aber dieser See gehört mit zum Schönsten, was das Allgäu zu bieten hat und darf in einem Buch einfach nicht fehlen. Außerdem hält der relativ lange Anmarsch die Besucherzahl doch in Grenzen. Zwar ist die Rappenseehütte ein recht stark frequentiertes Mehrtagestour- Etappenziel zu Füßen des Heilbronner Weges, aber in den weitläufigen Wiesen rund um den stillen See ist davon nichts zu spüren.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 8 Allgäuer Alpen 1 - 50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt; Zumstein Wanderkarte Nr. 4 Oberstdorf
VerkehrsanbindungBus von Oberstdorf nach Birgsau; Parkplatz an der Fellhornbahn- Talstation
GastronomieEinödsbach, 1114m; (Peters-Alpe, 1296m – am Wochenende); Enzianhütte, 1804m (www.enzianhuette-oberstdorf. de), die Enzianhütte ist ganzjährig geöffnet, Infos telefonisch unter +49 (0) 83 23 / 78 60; Rappenseehütte, 2091m (
Höchster Punkt
Hochrappenkopf, 2425m;

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Gerald Schwabe

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