Rammelstein, 2483 m

Gipfelüberschreitung auf markierten Wegen, am Nordgrat ganz leichte Kletterstellen in blockigem Gestein. Stimmmungsvolle Aussicht (Autor: Eugen E. Hüsler)
11 km
970 m
5.00 h
Aufstieg Die Gipfelwanderung beginnt gemütlich, führt zunächst auf der Sandstraße in das lang gestreckte Wielental. Bald einmal kommen die Gipfel über dem Talschluss ins Blickfeld; die dunklen Tonalitfelsen halbrechts bauen das Tourenziel auf: den Rammelstein. Ausflügler lassen in der Lercheralm den Tag gut sein und kehren zu einer ordentlichen Marende ein. Wer hinauf will zum Gipfel, verschiebt die längere Pause auf den Abstieg. Dennhinter der Fohreralm (1.15 Std.; Tafel) geht’s gleich kräftig bergan –da ist ein voller Bauch eher unangenehm. Das Weglein zickzackt über den steilen, bewaldeten Hang aufwärts und läuft dann auf die markante Gratsenke (2189 m) im Rücken des Rammelsteins zu. Hier öffnet sich ein erster Blick ins Südtiroler Biathlon- Tal (Weltcupstation) Antholz. Doch jetzt ist Wanderzeit, und der Rammelstein (2483 m) ganz schneefrei. Die Markierungen leiten ansteigend in die steile Westflanke des Berges. Über Steinstufen (Sich erungen) steigt man an zu einer markanten Geländeschulter, dann zwischen mächtigen Trümmerfelsen zu einem Durchschlupf und weiter zum Gipfel (3.15 Std.) mit Kreuz und schöner Aussicht. Die richtet sich vor allem nach Süden, übers Pustertal hinweg auf den viel gezackten Horizont der Dolomiten. Abstieg Die Silhouette der »Bleichen Berge« hat man auch beim Abstieg vor sich, dazu den weiten Talkessel von Bruneck. Die Südflanke ist weit weniger schroff als die Schattenseite des Rammelsteins, sie erweist sich als Wiesengrat, der bald einmal zu einem breiten Grasrücken wird, samt friedlich wiederkäuenden Vierbeinern. Hinter der winzigen Lochlake (2283 m) wendet sich der Weg in die dem Wielental zugewandte Flanke des Hochnall. Die Waldgrenze rückt nun näher; bei der Gönneralm (1975 m) stößt man auf eine Sandstraße. Hier ist eine längere Pause angezeigt, mit Brot und Speck und schöner Sicht durchs Pustertal hinaus zu den Sarntaler Alpen. Der weitere Abstieg verläuft durch den Graben des Bärenbachs, wobei sich die Schleifen der Straße auf dem markierten Weg abkürzen lassen. Zuletzt in dichtem Wald hinunter in den Talboden und auf der Piste zurück zum Wanderparkplatz (5 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied970 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortOberwielenbach (1365 m)
AusgangspunktWanderparkplatz (ca. 1510 m) am Eingang ins Wielental
EndpunktWanderparkplatz (ca. 1510 m) am Eingang ins Wielental
Tourencharakter»Das Wetter hält die nächsten Tage«, sage ich zu Hildegard. Weshalb ich denn da so sicher sei, will sie wissen. Der Rammelstein, habe ich gelesen, gilt seit alters her als Wetterzeiger; ist der Gipfel klar, bleibt es schön, trägt er eine Nebelkappe, so wird es bald regnen. Heute scheint die Sonne, kein Gewitter weit und breit, nur ein paar weiße Wolken segeln gemächlich vom Zillertaler Hauptkamm nach Südtirol herein. Die Sicht reicht bis tief in die Dolomiten, es ist angenehm warm, und das Gras riecht nach Sommer. Wir haben es uns am Hochnall (2231 m) gemütlich gemacht, der Rucksack dient als Kopfstütze und die Sonne als Zeitmesser. Es dürfte erst kurz nach Mittag sein, also überhaupt kein Grund zur Eile. Wandern, ganz stressfrei erlebt: gut gefrühstückt, dann knapp drei Stunden Aufstieg. Kein Mensch weit und breit, nur ein paar Kühe lassen ihre Glocken bimmeln, und damit wir nicht ganz aus der Zeit fallen, ziehen ein paar Silberpfeile ihre weißen Kondensstreifen über den blauen Himmel. »Ob das ganz hinten, rechts vom Piz da Peres, der Piz Boè ist«, möchte ich wissen. Hildegard hat das Fernglas – sie nickt. An dem Dreitausender wuselt es heute wohl ordentlich rund um die Gipfelhütte. Wir genießen das Privileg, eine große Wiese und einen noch viel größeren Horizont ganz für uns zu haben.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 033 »Bruneck und Umgebung«
MarkierungenRot-weiß, Wegnummern 1 und 6
VerkehrsanbindungZum Weiler Oberwielenbach führt von Percha (973 m) eine gut ausgebaute Straße. Hinter dem Flecken weiter Richtung Platten, dann links zum Wanderparkplatz
GastronomieEinkehrmöglichkeiten im Sommer auf der Lercheralm und auf der Gönneralm
Tourismusbüro
Tourismusverein, Rathausplatz 7, I-39031 Bruneck; Tel. +39/0474/55 57 22, info@bruneck.com, www.bruneck.com

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Eugen E. Hüsler

Wandertouren in den Alpen

500 Wandertouren in einem Kompendium! Damit werden Ihnen die Ideen für Wanderungen in den Ost- und Westalpen ein Leben lang nicht ausgehen.

Jetzt bestellen