Puezspitze, 2913 m

Lange, deshalb recht anstrengende Höhen-, Gipfel- und Bergabwanderung. Ordentliche, teilweise etwas raue Wege. Faszinierende Kulisse; man bewegt sich innerhalb des Naturparks »Puez–Geisler«. Übernachtung in der Puezhütte eventuell ratsam. (Autor: Eugen E. Hüsler)
13 km
1720 m
8.00 h
Zur Puezhütte Vom Grödner Joch (2121 m) folgt man dem Schottersträßchen Richtung Dantercëpies (Liftstation), bis rechts der Hangweg zur Jimmy-Hütte (2222 m) abzweigt. Hinter dem Chalet geht’s steil über einen Geröllhang bergan, dann hinein in den Zauber-Zackenwald rund um das Cirjoch (2469 m). Jenseits der Scharte führt der Weg kurz bergab, bevor er nach rechts in den hintersten Karwinkel des Val Chedul quert. Ein kurzer, steiler Anstieg führt hinauf in die Forcela de Crespëina (2528 m; 1.30 Std.) am Rand des gleichnamigen Hochplateaus. In einer grünen Mulde links unterhalb des Weges, der in leichtem Auf und Ab hinüberläuft zur Forcela de Ciampëi (2366 m), liegt das dunkle Auge des Crespëinasees (2374). Aus der Scharte (rechts Abstieg nach Kolfuschg, links ins Langental) leiten die Markierungen durch eine Felsrinne aufwärts. Anschließend wandert man in einem weiten Linksbogen am Westrand der Gherdenacia hinüber und zuletzt über eine Schrofenschwelle zur Puezhütte (2475 m; 3 Std.). Auf die Puezspitze Der Gipfelweg – von der Hüttenterrasse aus gut sichtbar – steigt in ein paar Kehren über einen steilen Grashang hinauf zu einer dem Puezkofel vorgelagerten Kuppe (2564 m). Ohne nenneswerten Höhengewinn quert man zu der Wiesensenke (2630 m) im Rücken des Kofels. Hier beginnt der finale Anstieg: im Zickzack, erst über Gras, dann zunehmend geröllig. Er mündet in eine Scharte am Ostgrat des Gipfels, von dem sich ein packender Blick auf die Geislerspitzen, zum Peitlerkofel und ins Campilltal bietet. Zuletzt am Kamm zur Puezspitze (2913 m; 4.30 Std.). Abstieg auf dem Anstiegsweg. Über die Gherdenacia Von der Puezhütte (2475 m; 5.15 Std.) folgt man dem Hinweg bis zur Abzweigung des Gherdenacia-Weges. Er führt in sanftem Anstieg über die grau-grüne Hochfläche; zur Linken erhebt sich der kuriose Sandhügel des Col dala Sone (2654 m). Was für ein Kontrast zur Felsarchitektur der Sella am südlichen Horizont! An der Forcela de Gherdenacia (2548 m), die als Einschnitt kaum in Erscheinung tritt, ist der höchste Punkt der Ghedenacia-Überschreitung erreicht. Dahinter geht’s zunächst kaum bergab. Erst oberhalb der Talmulde von Cialdires (Blumen) nimmt das Gefälle zu; in einem weiten Bogen steuert der Weg die Ütia Gherdenacia (2050 m; 7.15 Std.) an. Talabstieg Unterhalb der Hütte leiten die Markierungen in einen von Felsen flankierten Graben. In ihm steil abwärts, dann links aus der Rinne heraus (Drahtseile) und in Kehren im Wald weiter bergab zu einer Forstpiste. Man kreuzt sie und folgtdemZiehweg talwärts. Zuletzt aus dem Wald heraus und links zu den oberstenHäusernvonStern(1420 m;8.45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1720 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
StartortCorvara (1555 m)
AusgangspunktGrödner Joch (2121 m), Straßenübergang vom Hochabtei ins Grödner Tal
EndpunktStern (1420 m) im Hochabtei
TourencharakterDass Schönheit eine relative Größe ist, wissen wir alle. Und das gilt nicht nur in der Kunst und in der Liebe, sondern auch draußen in der Natur, wie die Puez-Gherdenacia-Wanderung beispielhaft zeigt. Fantastisch! So reagiert man unwillkürlich beim Anblick der bizarren Felsnadeln rund ums Cirjoch, die nichts weiter sind als das Zufallsprodukt eines Jahrtausende währenden Erosionsprozesses. Hässlich finden die meisten die von Wind und Wetter zernagten Altipiani von Crespëina und Gherdenacia mit ihren Schuttkegeln, faszinierend dagegen die Felsprofile im weiteren Horizont: Heiligkreuzkofel, Lavarela, Conturines, Fanes, Sella & Co. Alles relativ? Wer bei einem aufkommenden Gewitter über das Altipiano de Crespëina wandert, schwarze Wolken an der Sella und dumpfes Grollen im Rücken, dabei zuschaut, wie Nebelfetzen aus dem Langental heraufziehen, wie bleiernes Licht Felsen in bleiche Urzeitknochen verwandelt, fühlt sich Dantes Inferno näher als dem Bergsteigerhimmel. Schön? Nur ja rechtzeitig vor dem Unwetter in der Puezhütte ankommen! Draußen tobt der Sturm, gleißt das Blitzlicht, heult der Wind: Höllenberge. Am anderen Tag dann: Sonnenschein. Das Morgenlicht verzaubert die öde Landschaft, malt frische Farben auf den grauen Kalk, die Sellafestung ist oben weiß angezuckert, im Gras glänzt es taufrisch, und über der pittoresken Szenerie spannt sich ein makellos blauer Himmel: herrliche Berge.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 07 »Alta Badia – Arabba – Marmolada«
MarkierungenRot-weiße und rote Markierungen, Wegnummern 2, 15
VerkehrsanbindungAusgangs- und Endpunkt der Tour liegen an der Strecke St. Lorenzen – Corvara – Grödner Joch. Gute Busverbindung zwischen Stern, Corvara und dem Grödner Joch
GastronomiePuezhütte, Mitte Juni bis Ende September; Tel. 0471/79 53 65. Ütia Gherdenacia, Mitte Juni bis Ende September; Tel. 338/543 27 26
Tourismusbüro
Tourismusverband Alta Badia, Col-Alt-Straße 36, I-39033 Corvara; Tel. +39/0471/83 61 76, corvara@altabadia.org, www.altabadia.org

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