Priener Hütte

Die Schmankerl-Oase: Nach einer Komplettrenovierung stellt die Hütte unterhalb des Geigelsteins auch anspruchsvolle Gäste zufrieden: Die Zimmer haben fließend Warmwasser und die Gerichte sind vom Feinsten. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
17 km
700 m
3.00 h

Komfort wird groß geschrieben

Mehr als 70 Jahre später, in denen die Priener Hütte mehrmals aufwändig um- und ausgebaut worden ist, kann Christa Robl, die Hüttenwirtin, stolz ihre Besucher herumführen. Die gemütlich eingerichteten Zimmer haben alle ein Waschbecken mit fließendem Warmwasser und für die verschwitzten Wanderer stehen mehrere Duschen bereit.

Das Aushängeschild für die Priener Hütte ist die Gaststube und ihr Mittelpunkt der große Kachelofen. Daneben gibt es die Priener Stube sowie eine kleine Sektionskammer und natürlich die große, nach Süden ausgerichtete Terrasse, die auch an kalten Wintertagen frequentiert wird, sofern die Sonne kräftig scheint.

Anstiege aus drei Richtungen

Die am häufigsten begangene Route zur Priener Hütte startet im Priental. Mit dem Mountainbike oder einem Kinderwagen geht man am Wanderparkplatz kurz vor Sachrang los und folgt dem mäßig ansteigenden Güterweg durch den Wald nach oben. Wer zu Fuß unterwegs ist, kann auch etwas weiter nördlich in Huben beginnen. Der Pfad kommt nach etwa 20 Gehminuten mit dem Güterweg zusammen. Weiter oben, im Bereich der ersten Almen, gibt es für die Wanderer einen Abschneider über einen steil ansteigenden Steig. Wer es etwas gemütlicher mag, kann stattdessen dem Güterweg folgen, der sich in einer weiten Schleife durch die grünen Wiesen zieht.

Zwischen Marquartstein und Kössen gibt es aus Richtung Osten ebenfalls einen Anstieg zur Priener Hütte. Er beginnt in Ettenhausen, wo man zunächst auf einem breiten Weg hinauf zur Wuhrsteinalm wandert. Von dort existiert eine direkte Verbindung über einen steil ansteigenden Steig.

Dritte Möglichkeit ist ein Güterweg, der aus südlicher Richtung auf der österreichischen Seite vom Walchsee über Baumgartenalm und Ruhpoldalm zur Priener Hütte führt.

Einheimische Bergbauernküche

Die Hüttenwirtin nimmt im Übrigen an dem Projekt »So schmecken die Berge« teil, in dessen Rahmen die Direktvermarktung regionaler Produkte auf den bayerischen Alpenvereinshütten gefördert wird. Daher kommen bei Christa Robl nur regionale Nahrungsmittel aus biologischem Anbau in den Kochtopf. Sie werden nach traditionellen Rezepten zubereitet und sind ein wahrer Genuss.

Hoch im Kurs stehen vegetarische Gerichte wie Käsespätzle oder Kaspressknödl, aber auch Schnitzel und Wildgerichte werden gerne bestellt. Krönung ist der Kaiserschmarrn, der wie alle anderen Speisen frisch zubereitet wird. So ist es kein Wunder, dass sich neben den Bauern der umliegenden Almen auch viele Einheimische zum Austausch von Neuigkeiten am großen Stammtisch einfinden.

Umweltgerechte Energieversorgung

Vor einigen Jahren ist die Priener Hütte mit einem modernen Blockheizkraftwerk ausgestattet worden. Zuvor mussten Strom und Wärme mit zwei Dieselgeneratoren und einem Ölbrenner erzeugt werden, die rund 22.000 Liter Heizöl im Jahr verbraucht haben. Das neue Blockheizkraftwerk verbrennt umweltfreundliches Rapsöl, zudem reicht die Abwärme aus, um das Brauchwasser und die Heizkörper auf angenehme Temperaturen zu bringen.

Auf zum Geigelstein

Die meisten Wanderer brechen nach einer kurzen Rast zum Geigelstein auf, dessen imposante Kulisse von der Hütte aus zu sehen ist. Der Weg zum Gipfel ist gut zu begehen, der Aufstieg dauert knapp eine Stunde. Aufmerksamkeit unterwegs wird belohnt, denn in der Gegend sind etliche Murmeltiere angesiedelt. Oben bietet sich eine imposante Rundumsicht, die an Tagen mit guter Fernsicht im Norden bis zum Bayerischen Wald und im Süden bis zum Großglockner reicht.

Von Hütte zu Hütte

Sehr beliebt sind Streckenwanderungen. Dabei verbringt man jede Nacht auf einer anderen Hütte. Nächstes Etappenziel ist entweder das etwa fünf Stunden entfernte Kampenwandhaus (1467 m) oder das Spitzsteinhaus (1263 m) bzw. die Riesenhütte (1345 m) auf der anderen Seite des Prientals.

Das ganze Jahr über geöffnet

Ruhetage gibt es auf der Priener Hütte keinen einzigen, das Haus ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Natürlich geht auch die Hüttenwirtin mal in den wohlverdienten Urlaub. Während dieser Zeit sind Aushilfen für das Geschäft zuständig.

Zwei Termine sollte man sich auf jedem Fall merken: Am ersten Wochenende im Juli wird an der Priener Hütte eine Bergmesse abgehalten und im Advent kommen die Einheimischen zum beliebten Weihnachtssingen hinauf. 

Länge: Von Sachrang auf dem Güterweg mit dem Kinderwagen oder Mountainbike (2 1/4 Std.), für Wanderer gibt es zwischendurch einen abkürzenden Steig; von Ettenhausen auf dem Güterweg zur Wuhrsteinalm und weiter auf einem Steig (2 3/4 Std.); von Walchsee auf dem Güterweg (2 3/4 Std.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied700 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSachrang, Ettenhausen oder Walchsee
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterAls auf der 22. Generalversammlung der Alpenvereinssektion Prien im Jahr 1913 das erste Mal der Antrag gestellt wurde, am Geigelstein eine Unterkunftshütte zu bauen, konnten sich die damaligen Mitglieder kaum vorstellen, welch stattliches Haus einmal auf dem damals ausgewählten Grundstück stehen würde. Zumal es noch bis 1930 dauerte, bis das Bergsteigerheim eingeweiht werden konnte.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Nr. 10, Chiemsee – Simssee, 1:50.000
VerkehrsanbindungMit der Bahn stündlich von München nach Prien, von dort mit der Chiemsee-Bahn nach Aschau und dann mit dem RVO-Bus Nr. 9502 nach Sachrang. Mit dem Auto nimmt man auf der A 8 München–Salzburg die Ausfahrt Frasdorf und fährt dann auf der Landstraße ca. 15 Kilometer über Aschau nach Sachrang. Kurz vor dem Ort ist linker Hand ein Wanderparkplatz.
Tipps
Das Schloss Hohenaschau. Konrad und Arnold von Hirnsberg ließen im 12. Jahrhundert an einer strategisch günstigen Stelle am Eingang zum Oberen Priental die Burg Hohenaschau erbauen. Heute ist die weithin sichtbare Bastion ein Ferienwohnheim der Bundesfinanzverwaltung; dennoch können im Rahmen einer Führung Teile der Anlage besichtigt werden (Mai bis September, Di bis Fr 9.30, 10.30 und 11.30 Uhr). Zum Schloss gehört auch das Prientalmuseum mit dem »Burgladerl«, einem im Stil der Jahrhundertwende eingerichteten Kramerladen (zusätzlich zur Burgführung auch am Sonntag von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet). Der Müllner Peter von Sachrang. Er hieß Peter Hueber und lebte von 1766 bis 1843 als Landwirt und Müller, Laienarzt und Apotheker, Musiker und Chorleiter in Sachrang. Seine Stellung innerhalb der Gemeinde war so herausragend, dass ihn Carl Oscar Renner zur Hauptfigur in einem Roman machte. Später hat man ihm ein eigenes Museum gewidmet. Es ist in den Räumen der Sachranger Schule untergebracht und von Mai bis Oktober Mo, Do, Sa, So von 14 bis 17 Uhr sowie Mi von 10 bis 12 Uhr geöffnet.
Informationen
Hüttenporträt
Höhe: 1411 m
Erbaut: 1925, 1964 umgebaut, 1974 und 1997 komplett renoviert (DAV-Sektion Prien)
Bewirtschaftet: Ganzjährig täglich geöffnet
Kulinarischer Tipp: Käsespätzle und Kaiserschmarrn
Hüttenwirtin: Christa Robl
Telefon: 08057/428
Betten: 35
Lager: 70
Materialbeschaffung: Über Güterweg aus Sachrang
Besonderheit: Elf gemütlich eingerichtete Zimmer mit fließend Warm- und Kaltwasser, umweltfreundliches Blockheizkraftwerk, Direktvermarktung von Produkten aus der Region
Tourismusbüro
Verkehrsverein Sachrang, Dorfstr. 20, 83229 Sachrang Tel.: 08057 / 3 78, Fax: 08057 / 10 51, E-Mail: info@sachrang.de, Internet: www.sachrang.de

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