Wandern in der Sächsischen Schweiz

Polenz, Hockstein und Brand

Die Polenz hat unterhalb der Burgstadt Hohnstein einen der bedeutendsten Canyons des Elbsandsteingebirges ausgewaschen. Aus dem Lausitzer Granit tritt sie hier in den Sandstein ein, aus dem granitischen V-Tal wird ein U-förmiger Sandstein-Canyon, den bis zu 130m hohe Felswände überragen. Der Abschnitt zwischen Hohnstein, Ziegenrücken und Waltersdorfer Mühle liegt im Nationalpark Sächsische Schweiz und ist für seine malerischen Landschaftsbilder ebenso berühmt wie für seine artenreichen Wälder - Im Talgrund wachsen längs der Polenz alte Eschen, Erlen und Tannen, während Buchenmischwälder die Hänge bedecken und Birken und Kiefern ihre Wurzeln in die Ritzen der Felsen krallen. Seit 1997 läuft im Polenztal ein Wiedereinbürgerungsprogramm für den Lachs. (Autor: Bernhard Pollmann)
14 km
200 m
3.00 h

Start der Wanderung im Polenztal

Der Haltepunkt Porschdorf der Sebnitztalbahn liegt im unteren Sebnitztal unweit der Stelle, an der sich Sebnitz und Polenz zum Lachsbach vereinigen und der Elbe zueilen. Vom Bahnhof führen die Markierungen »Rotpunkt« und »Blaustrich« auf der für den öffentlichen Verkehr gesperrten Zufahrtsstraße (Sebnitztalstraße) zur Bushaltestelle an der Straße Porschdorf–Hohnstein, folgen ihr kurz aufwärts Richtung Hohnstein und trennen sich an der Ausmündung des Tiefen Grunds - Der vom Brand durch den Tiefen Grund herabführende Blaustrich-Wanderweg bildet die Rückroute, während der Hinweg der Rotpunkt-Markierung links in das Polenztal folgt.

Bis zur nahen Frinzthalmühle folgt der Weg einer kaum befahrenen Stichstraße, dann taucht er in die Wälder am Fuß des Frinzbergs ein. Schon zur Zeit der Krokusblüte lohnt die Wanderung durch das zu jeder Jahreszeit idyllische Wald- und Wiesental der Polenz, das bald rechts überragt wird von den mehr als 100m hohen Brandwänden. Schließlich erreicht der Rotstrich-Weg beim Kletterfelsen Polenztalwächter an der (ehemaligen) Ausflugsgaststätte »Waltersdorfer Mühle« die Grenze des Nationalparks Sächsische Schweiz.

Hier beginnt der schönste Abschnitt des Polenztals. In kaum merklichem Anstieg folgt der Weg diesem wunderschönen Tal, das zwar beidseits von hohen Wandfluchten flankiert wird, aber dennoch licht und weit erscheint. Mehrfach laden Wiesenstreifen längs des Ufers dazu ein, zu rasten. Zuletzt rücken die Felsen enger zusammen, dann erreicht der Weg die Gaststätte »Polenztal«.

Am Hockstein

Der mehr als 150m aus dem Polenztal an der Grenze zwischen dem Granit- und dem Sandsteingebirge aufragende Hockstein (291m) trägt Reste einer mittelalterlichen Burganlage und ist einer der faszinierendsten Aussichtsfelsen der Sächsischen Schweiz. Von der Gaststätte Polenztal (Parkplatz) führt die Blaustrich-Markierung kurz weiter aufwärts im Polenztal und wechselt dann links hinauf Richtung Hockstein, begleitet von den Tafeln des Lehrpfads Hohnstein.

Nach etwa zehnminütigem Stufensteigen erreicht der Weg den hier überhängenden Gipfelaufbau des Hocksteins, der Blick fällt über das Polenztal hinweg auf die Burgstadt Hohnstein; blümelgrundseitig öffnet sich hier die stark versandete, 20m lange und 6m breite Hockstein- oder Wolfshöhle. Nach einer Leiterpassage durch die schmale Wolfsschlucht, deren oberen Ausgang ein gotisierender Spitzbogen überhöht, erreicht der Blaustrich-Wanderweg die allseits isoliert aufragenden, recht kleinen Gipfelflächen, die durch Stegbrücken verbunden sind.

Neben der Schutzhütte ist ein Mühlespiel in den Boden geritzt. Nordwärts schweift der Blick auf das granitische V-Tal, ostwärts auf die Burgstadt Hohnstein und südlich von Hohnstein in den Beginn des Sandstein-Canyons. Vor allem der durch keine technogenen Fremdkörper gestörte Blick auf die Felsen und Wälder des Sandsteinbereichs ist von einzigartiger Schönheit. Es lohnt, dem Blaustrich-Wanderweg bis zur steinernen Teufelsbrücke (1821) zu folgen, die im 19. Jh. ein beliebtes Motiv für Maler war und wiederum einen sehr schönen Ausblick gewährt.

Brandaussicht

Vom Hockstein geht es zurück zur Gaststätte »Polenztal«, von dort führt die Blaustrich-Markierung aufwärts in Richtung der Burgstadt Hohnstein. Am ehemaligen Bärengarten zweigt der mit dem Zeichen »Grünstrich« markierte Halbenweg rechts in den Hang über dem Polenztal ab. Von diesem Forststeig lohnt bald darauf der kurze Abstecher durch das Kalte Loch zur Gautschgrotte, einer Höhlung unter einem 18m hohen Felsüberhang. Das Sickerwasser, das vom Überhang tropft, gefriert im Winter zu malerischen Eisvorhängen und -säulen mit einer Dicke von bis zu 4m.

Mit schönen Ausblicken schlängelt sich der Halbenweg durch den felsigen Steilhang weiter zur Diebskeller-Höhle. Bei einem aufgelassenen Steinbruch wechselt die Grünstrich-Markierung auf den Räumigweg, führt auf die Brandhochfläche hinauf und mündet dort wieder auf den Blaustrich-Wanderweg, der bequem zur Brandaussicht führt.

Der Brand (317m) ist einer der hervorragendsten Panoramapunkte der Sächsischen Schweiz mit Blick über nahezu das gesamte Elbsandsteingebirge. Er erhebt sich am Ende der Brandhochfläche zwischen dem Tiefen Grund und dem Polenztal. Von der Aussichtsplattform stürzen die Felswände mehr als 100m in das Polenztal ab, einzig die Brandscheibe, ein Kletterfelsen, erhebt sich isoliert aus den geschlossenen Brandwänden.

Im Osten zeigen sich der Große Winterberg, die Kette der Schrammsteine, Kaiserkrone und Zirkelstein, der Gohrisch und Pfaffenstein mit der Barbarine-Felsnadel sowie direkt links vom Lilienstein der Quirl; westlich des Liliensteins schließen sich an der Königstein, die Bären- und die Rauensteine sowie der Gamrig und die Basteiwände. Vom Brand führt die Blaustrich-Markierung steil durch eine Felsschlucht, die mit über 800 Stufen, den Brandstufen, begehbar gemacht wurde, hinab in den Tiefen Grund und längs der Straße zurück zum Ausgangspunkt in Porschdorf.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied200 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortDie Feriengemeinde Porschdorf liegt zwischen Elbe, Lilienstein und Polenztal am Rand des Nationalparks Sächsische Schweiz an der Sebnitztalbahn.
AusgangspunktHaltepunkt Porschdorf (140m) an der Sebnitztalbahn Bad Schandau – Sebnitz.
TourencharakterGrand Canyon und Balkon der Sächsischen Schweiz. Tal-, Steilhang- und Höhenwanderung teils auf bequemen Wegen, teils auf Steigen (viele Stufen).
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen Sächsisch-Böhmische Schweiz (Landesvermessungsamt Sachsen).
VerkehrsanbindungS-Bahn: Dresden – Bad Schandau – Schöna. Sebnitztalbahn Bad Schandau – Sebnitz (»Sächsischer Semmering«). Bushaltestelle an der Linie Hohnstein – Bad Schandau.
Mit dem Auto: B 172 Dresden – Tschechien und hinter der nach Bad Schandau führenden Elbbrücke Richtung Hohnstein abzweigen.
GastronomiePolenztal, Brand.
Tourismusbüro
Verwaltungsgemeinschaft Bad Schandau, Bad Schandauer Kur- und Tourismus-GmbH, Kurverwaltung im Haus des Gastes, Markt 8, 01812 Bad Schandau, www.bad-schandau.de

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