Poeta Raisse – Chasseron

Aussichtsreiche Höhenwanderung mit Aufstieg durch eine bezaubernde Waldschlucht. (Autor: Iris Kürschner)
Von Môtiers steigt man entweder über das Vieux Châteaux auf, oder man wandert die Dorfstraße gen Osten zum großen Wanderparkplatz (757 m). Am Westufer des Baches aufwärts bis zum dramatischen Engpass voll sprühender Wasserfälle, der über Stege und glitschige Treppen gemeistert wird. Am Ausgang der Poeta Raisse (1131 m) folgen wir weiter dem Bach. Hinter der Lichtung von La Vaux nach rechts den Wiesenhang schräg aufwärts in den Wald auf einen Forstweg, der in ein langgezogenes Wiesentälchen führt. Weiter am Hof Cernets Dessus vorbei zur Straße. Dieser nach links bis zur nächsten Kehre (1427 m) folgen und rechts in den gelb-rot markierten Jurahöhenweg einbiegen. Der Gipfel des Chasseron (1607 m) mit großem trigonometrischen Zeichen ist nicht zu verfehlen. Direkt am Höhenweg, etwa 100 Meter südlich unterhalb des Gipfel-Hotels liegt der Friedensstein, ein vom Rhonegletscher geschliffener Findling, mit den eingemeißelten Symbolen der Weltreligionen. Er gilt als Kraftort, denn ungewöhnlich hohe Strahlung (höher als in Santiago de Compostela) wurde gemessen. Der Höhenweg zieht sich weiter den Grat entlang, steigt dann hinunter über Les Avattes (1458 m) und erreicht schließlich Ste-Croix (5 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied869 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMôtiers (737 m).
EndpunktSte-Croix (1086 m).
TourencharakterSie gilt als die schönste Schlucht des Schweizer Jura – die Poeta Raisse. Schon Jean-Jacques Rousseau wurde durch sie zu dem damals noch revolutionären Gedanken »Zurück zur Natur« inspiriert, den er in seiner Schrift »Einsame Spaziergänge« festhielt. Der Poet und Philosoph, der als politischer Flüchtling zwischen 1762 und 1765 in Môtiers weilte, hat der Schlucht allerdings nicht zu ihrem Namen verholfen. Dieser setzt sich aus zwei Dialektwörtern zusammen: »pouetta« (Vogelbeerbaum) und »raisse« (von Wasser durchlaufener Engpass). In Jahrtausenden hat der Fluss Bied hier eine tiefe Schlucht gegraben, die erst 1874 durch zahlreiche Stege, Brücken und Treppen passierbar gemacht wurde, um auf die Höhenzüge des Waadtländer Jura zu gelangen. Höhepunkt dort ist der Chasseron als überwältigende Panoramaloge.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 241T Val de Travers,
MarkierungenGelbe, später gelb-rote Raute, Hinweisschilder.
VerkehrsanbindungMôtiers liegt zwischen Couvet und Fleurier abseits der N10 im Val de Travers. Ste-Croix ist Endstation der Schmalspurbahn von Yverdon. Von Ste-Croix zurück nach Môtiers: Bus bis Buttes, dann Zug.
GastronomieLa Grandsonne Dessus (1538 m), Mitte Mai bis Mitte Okt., Di geschl., Tel. 024/454 23 62; Les Avattes (1458 m), Do Ruhetag, Tel. 024/454 36 83.
Unterkunft
Le Château de Môtiers (844 m), Tel. 032/861 17 30; Hôtel du Chasseron (1606 m), Tel. 024/454 23 88; sowie Unterkünfte in Ste-Croix.
Tourismusbüro
Office du Tourisme, Rue Neuve 10, CH-1450 Ste-Croix, Tel. 024/455 41 42, E-Mail ot@ste-croix.ch, Internet www.ste-croix.ch

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