Pleisenhütte

Durchgängiger, aber langer Fahrweg mit einer Abkürzung auf steilem Waldpfad, leicht (Autor: Siegfried Garnweidner)
16 km
800 m
4.00 h
Hüttenzustieg.
Vom Ausgangspunkt in Scharnitz (zu Fuß oder mit dem Radl) auf der Asphaltstraße neben der Isar nach Südosten hinauf und über dem Gasthaus Wiesenhof Richtung Pleisen hinauf. Der Anstieg führt an der Absperrschranke vorbei und folgt dem Fahrweg, hält sich an der Straßenverzweigung rechts, führt an einem Forsthaus vorbei und auf der Straße über den Wasserlegraben. Man bleibt am Fahrweg und zweigt im Laubwald an beschilderter Stelle links ab. Eine schmale Fahrspur, die der Hüttenversorgung dient, führt unter dem Stachelkopf nach Osten dahin und endet an der Pleisenhütte. Wer es eilig hat, kann hinter dem Wasserlegraben über einen steilen Waldpfad eine weite Straßenschlaufe abkürzen.
Auf die Pleisenspitze.
Mit 2569 Metern Höhe ist die Pleisenspitze ein ziemlich stattliches Ziel, das entsprechend eindrucksvolle Gipfelrundblicke auf die trist wirkenden, einsamen Karwendelberge der näheren und weiteren Umgebung gewährt. Schwierig ist der Anstieg nicht. Wenn im Winter allerdings harte Schneefelder zu durchqueren sind, verlangt diese Route besondere Vorsicht.
Der Aufstieg führt von der Hütte in das Vorderkar hinein. Auf markierter Pfadspur geht es nun im Wesentlichen gegen Nordosten beachtlich steil hinauf und auf den Südrand der Pleisen. Westlich der Scheitelstrecke des langen Hinteren Pleisengrats steigt man über den Sonnenhang mühsam hinauf und sieht das Gipfelkreuz vor sich. Trotzdem zieht sich der Aufstieg noch lange hin. Nach rund 2 1/2 Stunden ab der Hütte ist der Gipfel schließlich nach rund 820 zusätzlichen Höhenmetern erreicht. Zurück geht es entlang der Aufstiegsroute.

Dauer: Auf: 2 1/2 Std. Ab: 1 3/4 Std. geöffnet vor weihnachten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied800 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktScharnitz, (964 m), gebührenpflichtiger Parkplatz
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterErbauer und Erschließer der Pleisenhütte war Anton Gaugg, der »Pleisentoni«, in der Tat ein alpines Original. In den Fünfziger Jahren hat er den Bau der Hütte trotz vieler negativer Warnungen in Angriff genommen. Obwohl seine Pläne von vielen Scharnitzer Mitbürgern belächelt wurden, hat er sein Werk in Eigenregie begonnen: In der Umgebung konnte er das Holz schlagen und hatte somit genügend Baumaterial zur Verfügung. Nur das Wasser war ein ernstes Problem, weil im karstigen Karwendelkalk jeder Tropfen sofort im Untergrund versickert. Lange hat der Toni deshalb die Gegend gründlich erforscht und dabei gleich mehrere Höhlen entdeckt. In einer Kaverne fand er – was damals eine kleine Sensation war – die urzeitlichen Knochen eines jungen Elchs. Sie sind in Scharnitz ausgestellt. Und die Fahndung nach Wasser war auch mit Erfolg gesegnet. Nur die Zuleitung zur Hütte hinunter ist lang und teuer geworden.
Mit Begeisterung erzählte der Pleisentoni den Gästen die Geschichte der Hütte, der Pleisenspitze, der Höhlen und über »sein« Karwendelgebirge. Und wenn er gut aufgelegt war, trug er sein selbst komponiertes Karwendellied vor. In diesen Momenten war der Pleisentoni in seinem Element. Eine weitere seiner großen Taten war die Auskundschaftung und wegmäßige Erschließung eines Übergangs von der Pleisenhütte zum Brendelsteig. Von dort kann man zum Karwendelhaus absteigen. Heute wirtschaftet sein Sohn Siegfried auf der Hütte.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 26 (Karwendelgebirge) oder Alpenvereinskarten 1:25000, Blatt 5/1 (Karwendelgebirge Westliches Blatt)
VerkehrsanbindungBahnverbindung ab Garmisch-Partenkirchen–Mittenwald–Seefeld, mit dem Auto ab Eschenlohe über Garmisch-Partenkirchen auf der B 2
GastronomiePleisenhütte: ganzjährig geöffnet, Mitte Oktober bis Ende Mai: Samstag und Sonntag. Infos unter 0043/664/9158792
Tipps
Woher der Name Pleisen kommt Im Alpenraum kommt dieser Begriff ziemlich häufig vor. In vielerlei Varianten geschrieben, bedeutet das aus dem Keltischen stammende Wort Geröll, Schotter oder auch Reiße, was für die Pleisenspitze auch voll zutrifft, wie jeder Tourist über der Hütte gleich erkennen wird.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 1757 m, Erbaut: ca. 1955, privat, Bewirtschaftet: im Prinzip das ganze Jahr über, Übernachtung nur am Wochenende, 20 Lager, kein Winterraum, Telefon: +43(0)5213/5491.
Tourismusbüro
Scharnitz, Tel.: +43(0)5213/5270; www.tirol.at/scharnitz

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