Piz Arina, 2828 m

Größtenteils einfache Bergwanderung, die jedoch beim steilen Abstieg vom Gipfel kurzzeitig etwas höhere Anforderungen stellt. Neben einer guten Kondition ist ein ebenso guter Orientierungssinn notwendig, da die Markierungen stellenweise sehr spärlich und oft verblasst sind. (Autor: Peter Deuble)
16 km
1266 m
6.00 h
Vom Parkplatz am Ortseingang von Vnà wandern wir ins Dorf hinauf. Am großen Dorfplatz zeigt der Wegweiser zwei Möglichkeiten. Wir halten uns links und bummeln hoch über der Val Sinestra auf dem Fahrweg entlang. Bereits nach kurzer Zeit zweigt nach rechts ein Güterweg ab, der uns sogleich steil nach oben bringt. Er steigt zunächst unerbittlich an, bis er nach einiger Zeit auf ca. 2000 m wieder etwas flacher verläuft. Bald erreichen wir die Alp Pradatsch, 2076 m, die links unten bleibt. Nun heißt es ein wenig aufpassen, um die richtige Abzweigung bei P.2120 m nicht zu verpassen. Wir folgen dem schmalen Weg noch bis über einen Bach und zweigen bei ein paar Felsbrocken nach rechts ab. Der zunächst kaum erkennbare Weg wird sogleich wieder etwas besser und führt im Bogen rechts in den lichten Lärchenwald oberhalb der Alpe. Im Wald wendet er sich wieder mehr nach links, und bei einem kleinen Steinmann und einem markierten Pflock, 2218 m, biegen wir erneut nach links und steigen nun auf den langen Rücken, Chant Pradatsch, der vom Piz Arina herunterzieht. Auch hier sind kaum Markierungen zu sehen, dafür weisen uns ab jetzt einige große Steinmänner den Weiterweg. Dieser ist zwar nicht immer gut ausgeprägt, aber dank der Steinmänner gut zu finden. Während des Aufstiegs über den Rücken beeindruckt uns der mächtige Stammerspitz. Knapp unter dem Gipfel erreichen wir ein kleines Tälchen, das uns an durchaus bizarren Schieferfelsen vorbei im Bogen zum Gipfelgrat führt. Dabei queren wir noch eine kleine Blockhalde. Am Kamm entlang erreichen wir schließlich den Gipfel des Piz Arina mit seinem Kreuz. In der Schweiz sind Gipfelkreuze eher eine Seltenheit, zumal in Graubünden. Meist ziert ein Steinmann den Gipfel oder auch eine ganze Gruppe von Steinmännern. Ein wunderschöner Engadinblick, die für viele unbekannte Ostseite der Silvretta und dazu eine Fernsicht bis zum Ortler und zur Bernina und zu anderen Gletschergebirgen werden uns hier oben geboten.
Abstieg.
Vom Gipfel aus halten wir uns im oberen Teil des Nord-grates eher ein wenig links. Dort setzt eine Wegspur ein, die uns zunächst durch Schieferschutt steil in Kehren bis in die Fuorcla Pradatsch, 2661 m, bringt. Dabei durchsteigen wir auch eine kleine und steile Rinne. Auf diesem Abschnitt sind Trittsicherheit und Vorsicht angebracht. Beim großen Steinmann, der sich noch ein wenig oberhalb der tiefsten Einsattelung der Fuorcla befindet, halten wir uns scharf rechts und steigen auf deutlichen Wegspuren den steilen Grashang hinab bis zu einem kleinen Steinmann. Auch im nächsten Grashang sind die Wegspuren nur sehr undeutlich, aber wenigstens sind auf einigen Felsblöcken Markierungen zu sehen. Wir über-schreiten einen Bach und folgen bis zu den Hütten von Marangun, 2265 m, den recht undeutlichen Wegspuren. Bei den Alphütten treffen wir wieder auf einen Fahrweg, der uns gemütlich fallend zu den Hütten der Alp Discholas, 2070 m, bringt. Weiter unterhalb bewegen wir uns im lichten Lärchenwald in einer parkartigen Landschaft. Wir folgen nun immer den Wegweisern in Richtung Vnà und können zwischendurch auch mal den Fahrweg über einen Wanderweg abkürzen. Anschließend steigen wir wieder auf der Fahrstraße abwärts. Bei einer Kehre, bereits weit unten und ohne Wegweiser, halten wir uns links. Es folgt noch eine Rechtskurve, bis wir schließlich den Wald verlassen und bald den Ort Vnà erreichen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1266 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktVnà, 1602 m, Teilort von Ramosch, hoch über dem Unterengadin, Endstation der PTT-Busse von Ramosch, kleiner Parkplatz am Ortseingang auf der rechten Seite.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDer Piz Arina ist der südlichste Gipfel der Samnaungruppe. Obschon »nur« ein Vorgipfel des deutlich höheren Muttlers, bildet er eine recht mächtige und selbstständige Pyramide. Die Überschreitung des Berges ist die ideale Tour und in beiden Richtungen lohnend. Wer in der hier beschriebenen Richtung aufsteigt, kann morgens länger im kühlen Schatten wandern. Im Herbst, wenn man die Sonne sucht, wäre es andersherum wohl schöner. Die Aussicht bietet neben den Unterengadiner Bergen auch Bilder von den Gletschergipfeln der Ötztaler Alpen sowie der Ortler- und der Berninagruppe. Dazu groß und mächtig im nördlichen Halbrund die höchsten Gipfel der Samnaunberge mit Stammerspitz, Muttler, Piz Malmurainza und Piz Mundin.
Beste Jahreszeit
KartentippLKS 1:25000, 1199 Scuol, 1179 Samnaun; LKS 1:50000, 5017 Unterengadin.
MarkierungenBAW-Wegweiser und weiß-rot-weiße Markierung.
VerkehrsanbindungPTT-Bus von Ramosch (960.80); gut ausgebaute Fahrstraße von Ramosch.
GastronomieUnterwegs keine.
Unterkunft
Unterwegs keine.
Tourismusbüro
Turissem Ramosch-Vnà (CH-7556 Ramosch, Tel. +41/79/2302930, www.ramosch-vna.ch)