Picknickloge über dem Isarwinkel

Auf die Hochalm Einfache Bergwanderung auf Wegen und Pfaden. Diese schöne Tour ist auch für Kinder sehr gut geeignet. (Autor: Lisa Bahnmüller)
7 km
500 m
3.00 h
Der Name Hochalm ist eigentlich mehr als irreführend. Unterhalb des Gipfelkreuzes finden sich gerade mal einige Steinmauerreste einer ehemaligen Almhütte. Und nach nur knapp zwei Stunden Aufstieg kann man von »hoch« in den Bergen eigentlich auch noch gar nicht sprechen. Trotzdem geben wir nun einen Geheimtipp preis, denn bis auf die Namensgebung stimmt bei dieser Wanderung einfach alles. So unscheinbar unser Berg ist – von unten kann man ihn kaum ausmachen –, so spektakulär ist seine Aussicht über das Isartal von der unbewaldeten Gipfelebene. Wenn man zwischen 18 und 19 Uhr den Gipfel erreicht, zeichnet die tiefstehende Sonne bizarre Schatten im Tal und man verspeist das mitgebrachte Abendessen im warmen Abendlicht. Der Blick schweift über den Isarwinkel mit Lenggries und Bad Tölz, gegenüber erhebt sich die felsige Benediktenwandgruppe. Links davon glänzt das Wasser des Sylvensteinspeichers, dahinter steht der Schafreuter vor den Felswänden des Karwendels. Im Süden sehen wir das Demmeljoch und den Juifen, es folgen der Unnütz und Rofan, der steile Guffert, die Blauberge und der Schildenstein. In der Ferne sieht man den Schinder und Risserkogel. Näher bei uns stehen Ross- und Buchstein und der lange Rücken des Hirschbergs. Den Rundblick vollenden die Lenggrieser Hausberge Seekarkreuz und Fockenstein. Es fällt schwer, diesen Logenplatz zu verlassen, um beim letzten Licht sicher den Parkplatz zu erreichen. Wegverlauf - Von der Straße des Achenpasses führen mehrere kleine Wege mit der Beschilderung Hochalm an den Almen von Stuben vorbei aufwärts. Wir benutzen nicht die Almstraße, sondern den Weg ein paar Meter weiter rechts. Er wurde eigens für Wanderer angelegt. Nach einem Wasserreservoir überqueren wir die Straße und steigen weiter bergauf, bis wir erneut auf die Straße stoßen. Für ein kurzes Stück gehen wir ihr entlang, dann weist uns ein Schild schräg nach rechts. Wir wandern oberhalb der tief eingeschnittenen Großweißach am Hang und nähern uns gemächlich dem Ufer. Kleine Bächlein, die von Quellen oben am Hang gespeist werden, müssen überquert werden. Für Kinder ist das ein Paradies zum Spielen am Wasser. Allmählich wird der Weg steiler und der Wald dichter. Kurz darauf stehen wir schon auf den sonnenbeschienenen Wiesen der Mitterhausalm. Von hier führt ein Pfad die Wiesen bergauf zu einem deutlich sichtbaren Tor im Weidezaun. Noch einmal geht es durch lichten Wald und schon erreichen wir die oberen Wiesen der Hochalm. Von der alten Alm findet man aber nur noch die Reste der Grundmauer. Über den Grasbuckel geht es schnell zum Gipfelkreuz mit der steilen Nordflanke über dem Isarwinkel. Die Gipfelrast und die Aussicht können wir in aller Ruhe genießen. Der Rückweg erfolgt auf dem Hinweg, sodass wir gut die Zeit einschätzen können, um noch bei Tageslicht den Ausgangspunkt unserer Nachmittagstour zu erreichen. Wissenswertes: Nur in den Sommermonaten ist die Mitteralm bewirtschaftet. Meist gibt es auch nur Getränke, denn die Sennerin muss bis auf die Milch alles zu Fuß vom Tal herauf schleppen. Wenn sie einmal nicht persönlich anzutreffen ist, stellt sie für durstige Wanderer ein paar Flaschen und eine Kanne Milch in den kühlenden Brunnen vor der Alm. Ein Schild fordert zur Selbstbedienung auf, die Kasse steht daneben. Es ist schön zu erleben, welches Vertrauen die Sennerin in die Wanderer setzt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied500 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStubenalmen am Achenpass
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 182, Isarwinkel 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Vom Tegernsee auf der B 307 zum Achenpass nach Stuben, Parkmöglichkeit rund um das hölzerne Willkommensschild. Bahn/Bus Mit der Bahn bis Tegernsee, dann Bus über Rottach und Kreuth nach Stuben.
GastronomieMitterhütte, während der Saison gibt es hier bei der Sennerin Getränke.
Tipps
Alternativ kann man die Hochalm auch von der Straße am Sylvensteinspeicher gehen. Dieser Weg führt über die aufgelassene Hölleialm.
Tourismusbüro
Touristeninformation Kurverwaltung Kreuth, Tel. 08029/1819

Buchtipp

Lisa Bahnmüller

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