Picco di Mezzodì, 2063 m

Recht anspruchsvolle Gipfeltour mit reichlich Geröll und leichten Felsen (I+). Vom Picco di Mezzodì bezaubernde Aussicht auf Mangart und Ponza, aber auch in den Talschluss des Val Romana. (Autor: Eugen E. Hüsler)
4 km
1120 m
5.00 h
Aufstieg Vom Parkplatz beim oberen der beiden Weißenfelser Seen (Laghi di Fusine, 929 m) führt eine Sandstraße sanft steigend zur Alpe del Lago (1006 m). Hinter der Alm wird aus der Piste bald ein Holzziehweg, dann ein Pfad, der in Serpentinen angenehm schattig ansteigt zur Sella Colrotondo (1400 m; 1.30 Std.). Hier hält man sich links und folgt dem Kamm nach Südwesten. Der Wald lichtet sich allmählich, zwischen den Bäumen zeigen sich die Weißenfelser Seen, rechts über ihnen das Ponzamassiv. Der Weg hält auf den felsigen »Mittagskofel« zu; zwischen Latschen und Alpenrosen gewinnt man ein System von Schuttreißen und seichten Rinnen. Die Markierungen leiten neben einer Geröllbahn hinauf zu den Felsen. Eine Steilrinne erweist sich als Schlüsselstelle des Anstiegs (kurz I+); wenig weiter mündet von links der Zustieg aus dem Val Romana (ca. 1990 m). Nun rechts noch ein Stück aufwärts, dann durch Latschengestrüpp zur Gipfelwiese und zum höchsten Punkt des Picco di Mezzodì (2063 m; 3.30 Std.). Abstieg Auf dem Anstiegsweg. Im Bereich der Schuttreiße unterhalb der Felsen können Geübte abfahren.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied1120 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortTarvisio (760 m)
AusgangspunktParkplatz am Oberen Weißenfelser See (Lago superiore di Fusine, 929 m). An Wochenenden, wenn großer Andrang herrscht, wird die Zufahrt zu den Seen gesperrt; Parkmöglichkeit dann hinter Fusine
EndpunktParkplatz am Oberen Weißenfelser See (Lago superiore di Fusine, 929 m). An Wochenenden, wenn großer Andrang herrscht, wird die Zufahrt zu den Seen gesperrt; Parkmöglichkeit dann hinter Fusine
TourencharakterEr ist kein Blickfang, gehört ganz klar zu den »Kleinen« im Gipfelreigen der Julier, wird auch nicht häufig bestiegen. Und das, obwohl er den schönsten Blick auf die Felskulisse der Weißenfelser Seen (Laghi di Fusine) bietet. Im Osten bildet die Ponzakette mit ihren Gipfeln, den Steilabbrüchen, Gratscharten und Karwinkeln eine mächtige steinerne Phalanx, nach rechts schließt der elegante Felsbau der Veunza (2340 m) an, ein gutes Stück näher und alle dominierend ragt der Mangart mit seiner hohen Felskuppel, der großen nordseitigen Geröllterrasse und der fast senkrechten Nordwand in den Himmel – ein packendes Bild. Reizvoll ist auch der Blick nach Westen, auf die Felskulisse des Val Romana mit den Cinque Punte (1907 m) und – ein Stück näher – dem Monte Bucher (2023 m). Der Picco di Mezzodì selbst entsendet nach Süden, vor allem aber nach Norden lange, mit bizarren Zacken und Türmchen besetzte Grate. Dass der Fels hier nicht überall von bester Qualität ist, belegt eindrucksvoll das riesige Geröllbett des Rio Bianco drunten im Val Romana; reichlich Geröll gibt’s auch am Gipfelanstieg. Der verläuft – wie angenehm! – weit hinauf im Wald, weshalb die Sonne erst im Bereich der Krummholzzone dafür sorgt, dass es richtig warm unterm Hemd wird. Julius Kugy, der bedeutendste Erschließer der Julischen Alpen, schrieb über die Römertalberge, sie hätten für ihn etwas ungemein Anziehendes und Malerisches. »Sie halten trotz ihrer relativ geringen Höhe den wilden Hochgebirgscharakter der Julischen Alpen in vollstem Maße fest und wirken in ihrer edlen und selbstbewußten Haltung mit fein herausgearbeiteter Physiognomie und Eigenart immer noch stark und groß. Die schönsten dieser Gipfel haben sich im Halbkreis um das Römertal aufgestellt, in das sie ihre steilen schwer zugänglichen echten Juliergräben hinabsenden. Sie blicken zur Eisenbahnstation Tarvis gegenüber und scheinen den Reisenden dieser Bahnstrecke ein lockendes „klein, aber fein!“ zuzurufen. Die nadelscharf zulaufende Kleine Bucherspitze, 2020 m, ist mit ihrem eleganten, schlanken Figürchen um einige Schritte vor den Hauptkamm getreten und sie sagt hell und keck: „sehr klein, aber schon sehr fein!“ Und da hat sie recht. Sie ist wohl die zierlichste Felsnadel der Julischen Alpen.« Kugy war mehrfach am Picco di Mezzodì, der zu k. u. k. Zeiten noch Mittagskofel hieß, doch »leider habe ich hier nichts Bahnbrechendes unternommen und bin nur Wege gewandert, die schon andere vor mir gemacht hatten. Einige besondere Herzenswünsche mit Bezug auf Spitzen, Steilgräben und Scharten habe ich dort wohl zurückgelassen«. Noch ein Grund, diesem Felsengarten am Rand der Julier einen Besuch abzustatten.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 019 »Alpi Giulie Occidentali – Tarvisiano«
MarkierungenRot-weiße Markierungen, Wegnummer 515
VerkehrsanbindungVon Tarvisio aus erreicht man die Seen via Fusine auf gut ausgebauten Straßen. Bus ab Tarvisio
GastronomieEinkehrmöglichkeiten an den Weißenfelser Seen
Tourismusbüro
Consorzio Promozione Turistica, Via Roma 14, I-33018 Tarvisio; Tel. +39/0428/2392, www.tarvisio.it

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