Petersbergl und Hohe Asten

Breite, aber gesperrte Fahrwege. Der erste Teil des Anstiegs ist sehr steil. (Autor: Heinrich Bauregger)
10 km
857 m
3.00 h
Fährt man auf der Inntalautobahn Richtung Grenze, sieht man rechts oben ein helles Kirchlein herunterleuchten. Es ist die alte Propsteikirche auf dem Petersbergl aus dem 12. Jahrhundert, die jahrhundertelang ein beliebtes Wallfahrtsziel darstellte. Schon in einer Stunde ist man oben und kann den freien Blick auf das Inntal genießen. Und nebenan steht das alte Propsteihaus aus dem 17. Jahrhundert, das dem Stil unserer Zeit gemäß zu einer Wirtschaft umfunktioniert wurde. Hat man danach noch etwas Muse, bietet sich der reizvolle Weiterweg zu den bewirtschafteten Astenhöfen an, übrigens den höchstgelegenen, ganzjährig bewohnten Bauernhöfen in Deutschland.
Die Entstehung der Petersbergkirche bei Flintsbach lässt sich nur bedingt datieren und rekonstruiere. Der keltisch-römische Name »Madron«, der dieses kleine Bergmassiv ursprünglich bezeichnete, lässt jedoch bereits auf eine frühere Bedeutung schließen. Man nimmt an, dass es sich hier um eine vorchristliche Kultstätte gehandelt hat. Einige Sagen um diesen Berg und der Vergleich mit weiteren »Petersbergen« unterstützen diese Annahme. Den Bau der Kirche und der Klosterzelle datiert man auf das Jahr 1139. Nach wechselndem Besitz der Kirche, deren Geschichte eng mit jener der Falkensteiner zusammenhing – die Ruine der Burg können wir am Bergfuß betrachten; sie wurde 1296 zerstört –, wurde sie 1803 säkularisiert. Bis dahin hatte sie jahrhundertelang als Wallfahrtskirche gedient, da einige Reliquien aus dem Heiligen Land dort als Heiligtümer verwahrt waren, danach war sie Anrufungsort für Pestgeschädigte.
Um sie vor dem Abbruch zu retten, erwarben die beiden Bauern auf der Hohen Asten den gesamten Komplex und ließen ihn durch einen Seelsorger besetzen. Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche in eine eigens gegründete Stiftung eingebracht und komplett renoviert. Das frühere Propsteigebäude aus dem Jahre 1696 wurde in ein Gasthaus umgewandelt.
Vom Parkplatz am Südrand von Flintsbach wandern wir zuerst auf breitem, jedoch bald steilem Weg durch Wald bergan. Vorbei an der Burgruine Falkenstein, dem Sitz der im Mittelalter mächtigen Grafen von Falkenstein, steigen wir auf der Nordseite des Petersbergls hinauf, bis links der steile, aber weiterhin breite Weg zum Petersbergl abzweigt und in einigen Serpentinen in 10 Minuten hinauf zum Gipfel mit Kirche und Gasthaus auf 847 Meter Höhe führt. Dort lässt sich's gut rasten und schauen. Wenn es bereits kühl ist, erwartet uns drinnen ein warmer Kachelofen.
Um zu den Astenhöfen zu gelangen, müssen wir zuerst wieder zum Hauptweg absteigen, dort gehen wir links und folgen dann dem ansteigenden Fahrweg zu den oberhalb eines großen Wiesenhangs gelegenen Bauernhöfen.
Für den Abstieg nehmen wir wieder den Anstiegsweg, wobei wir die Möglichkeit einer abwechslungsreichen Variante haben - Etwas unterhalb der Wegabzweigung zum Petersbergl folgen wir dem ausgeschilderten Weg Richtung Brannenburg, zweigen dann nach wenigen Minuten rechts zum alten Bauernhof »Wagner am Berg« ab und folgen einem schönen Steig hinab ins Tal. Dort wieder rechts und am Bergfuß entlang zurück zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied857 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortFlintsbach
AusgangspunktFlintsbach, Wanderparkplatz
EndpunktFlintsbach, Wanderparkplatz
TourencharakterBreite, aber gesperrte Fahrwege. Der erste Teil des Anstiegs ist sehr steil.
Beste Jahreszeit
KartentippTopographische Karte 1 - 50 000 Mangfallgebirge (BLVA).
VerkehrsanbindungAuf der Salzburger Autobahn bis zum Inntaldreieck, dann weiter Richtung Innsbruck bis zur Ausfahrt Brannenburg/Degerndorf; in Degerndorf links nach Flintsbach; dort bis zum südlichen Ortsende, dann rechts in den Astenweg, am Waldrand befindet sich ein Wanderparkplatz.
GastronomieDie Gasthäuser Petersberg (Ruhetag ist Montag; vom 1.11. bis 31.3. Montagund Dienstag Ruhetag, Tel. 08034/1820.) und Hohe Asten (Freitag Ruhetag) sind ganzjährig bewirtschaftet (Tafel am Beginn des Wanderwegs).
Tipps
Und nach der Tour - Ins Freibad bei Flintsbach oder zum so genannten Hawaiisee.
Informationen
Dauer - Von Flintsbach auf das Petersbergl 1 Std., zur Hohen Asten plus 1 Std., Rückweg 1.30 Std.; insgesamt: 3.30 Std.
Höchster Punkt
Astenhöfe, 1104 m

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