Peilspitze, 2392 m, und Blaser, 2241 m

Zum Blumenberg Tirols - Nur der Übergang vom Kalbenjoch zur Peilspitze gibt sich mitunter etwas ausgesetzt. Doch ist er mit stabilen Drahtseilen gut gesichert, weshalb man dort keine Schwierigkeiten bekommen dürfte. Die restlichen Routenetappen sind leicht und gut markiert. (Autor: Siegfried Garnweidner)
14 km
1000 m
4.00 h
Die Legende von Maria Waldrast Einstmals kam ein Engel vom Himmel herab, trat vor einen hohlen Lärchenbaum und ordnete im Auftrag der Muttergottes an - »Du, Stock, sollst der Frauen im Himmel Bild fruchten, denn alsbald wird hier eine Kirchfahrt aufkommen.« Gleich darauf begann ein Bild im Lärchenstock zu wachsen. Es wurde zwar erst 15 Jahre später entdeckt. Aber was ist das schon, wenn man in biblischen Zeiträumen denkt? Zwei fromme Hirtenknaben hatten es ausgemacht, die am Karsamstag gerastet und das sonderbare Marienbild entdeckt hatten. Sie erzählten ihr Erlebnis im Tal sogleich, doch eigentlich wollte niemand den beiden Buben glauben. Erst als sie nimmer damit aufhörten und ihre Geschichte immer wieder berichteten, machten sich kräftige Männer auf den Weg und fanden schon bald an dem geschilderten Platz die Madonna. Mit großer Sorgfalt sägten sie das gewachsene Holzbildnis aus dem Lärchenstock und trugen es ins Tal nach Matrei. Der Auftrag des himmlischen Engels war allerdings noch nicht erfüllt und deshalb ist die Geschichte auch noch nicht zu Ende. In der Pfingstsamstagnacht des Jahres 1407 vernahm der Holzschläger Christian Lusch eine geheimnisvolle Stimme. Sie bat ihn, am Waldrastjöchl eine Kapelle zu errichten. Doch dieser Christian Lusch war ein armer Mensch und musste das Ansinnen ablehnen, weil er sich den Bau nicht leisten konnte. Trotzdem befahl ihm die mystische Stimme: »Im Wald ist ein grüner Moosfleck. Gehe dort hin, lege dich nieder und raste dich aus (deshalb Maria Waldrast), sogleich wird dir genannt werden die rechte Stätte.« Der Holzknecht folgte der Verheißung und vernahm im tiefen Schlaf deutliches Glockengeläut. Sodann erschien ihm eine Frau in weißem Gewande. Sie trug ein Kind auf dem Arm und sprach: »Gehe hin und bitte alle frommen Leute, beim Bau einer Kirche zu helfen. Und merke, wenn das Gotteshaus fertig gestellt ist, wird es 36 Jahre lang still stehen, ehe es geweiht werden soll. Um die Kirche werden sich große Dinge zutragen, zu ewigen Zeiten.« Die Mutter Gottes sprach's und so sollte es auch geschehen. Heute steht dort das als Wallfahrtsziel beliebte Kloster Maria Waldrast mit einer bedeutenden Kirche, deren Hochalter von der Lärchenholz-Madonna geschmückt ist. Gleich neben der Kirche plätschert frisches Wasser aus einem Brunnen und einer der Mönche schreibt ihm besondere Heilwirkung zu. Deshalb nehmen viele Besucher das Wasser in Flaschen mit nach Hause. Zum Kalbenjoch Vom Parkplatz spaziert man erst einmal auf die freien Wiesen der Ochsenalm und im weiten Talgrund gering ansteigend zwischen schönen Lärchen nach Südwesten hinauf. Aus der Ferne wirkt der zackige Felsengrat an der Peilspitze sehr respekteinflößend. So wild wird es dort aber nicht, wie es von unten aussieht. Der Pfad gewinnt an Steigung und flacht unter der Matreier Grube wieder ab, bis er sich unter dem Kalbenjoch wieder deutlich aufschwingt. Und weiter zur Peilspitze Im Kalbenjoch dreht die Route links ab und quert steile Berghänge. Wer so etwas nicht gewöhnt ist, sollte sehr vorsichtig sein, damit er nicht stolpert. Dann führt der Steig ins Felsengelände hinein. Man kraxelt etwas luftig, aber nicht schwierig am Drahtseil entlang über einen scharfen Grat, um ein paar eindrucksvolle Felsenzacken herum und links haltend über steile Wiesenhänge zum Gipfel der Peilspitze. Von dort lässt sich die weitere Route einigermaßen gut überblicken. Über die Blaserhütte zum Blaser Nun geht es an den vielen Lawinenverbauungen am Kalbenjochmähder gegen Nordosten, über stark abfallende Wiesenhänge, in den Sattel zwischen Peilspitze und Blaser hinab und am behäbigen Hang zur Blaserhütte hinauf. Von dort ist es nicht mehr weit über die berühmten Blumenwiesen zum Gipfelkreuz am Blaser. Abstieg durch das Lange Tal Bis zur Blaserhütte geht es in jedem Fall entlang der Aufstiegsroute hinunter. Bei der Hütte kann man nach Nordwesten über weite Wiesenhänge zu ein paar Hütten absteigen und kommt gegen Norden in einen Sattel am oberen Rand einer steilen Schlucht. Das Weglein verläuft an der rechten, der östlichen, Talseite und schlängelt sich in vielen Kehren steil in das Lange Tal hinab. Im Krummholz flacht der Hang etwas ab und wenn die weiten Wiesen erreicht sind, ist es zur Fahrstraße und zum Ausgangspunkt zurück nur noch ein Spaziergang. Der Ritter Serles Auf der Serles lebte einst ein wilder Ritter mit seinen beiden Söhnen. Dort oben war es für sie ziemlich langweilig und weil sie sich die Zeit vertreiben und die Bauern ärgern wollten, ritten sie immer wieder mit ihren wilden Rössern wie von der Tarantel gestochen über die Felder und trampelten alles kurz und klein. Die armen Hirten und Almerer mussten aber von den bescheidenen Erträgen des kargen Bodens leben und weil die rücksichtslosen Ritter alles vernichteten, war bei ihnen die Not groß. Eines Tages war der stolze Reiter mit seinen unvernünftigen Söhnen wieder auf wilder Fahrt. Da stellte sich ein armer Hirte der wilden Gesellschaft in den Weg, warf sich vor ihnen auf die Knie und flehte um Gnade. Doch der Ritter hob nur einen Stein auf und schleuderte ihn dem bedauernswerten Hirten vor die Füße. Noch im selben Augenblick verfinsterte sich der Himmel. Ein schweres Gewitter kam auf und der Ritter samt seinen beiden Söhnen wurde vom Blitz erschlagen. Als das Unwetter abgezogen war, sah man die drei ruchlosen Peiniger versteinert auf der Serles und dort sind sie noch heute. Den Almleuten aber geht es wieder besser.

Dauer - ges. 4 Std. Ochsenalm – Kalbenjoch 13/4 Std., Kalbenjoch – Peilspitze 1/2 Std., Peilspitze – Blaserhütte 1/2 Std., Blaserhütte – Blaser 1/4 Std., Blaser – Ochsenalm 1 Std. Höhenunterschied: ?? 1000 m Ochsenalm-Parkplatz – Kalbenjoch ? 695 m, Kalbenjoch – Peilspitze ? 167 m, Peilspitze – Blaserhütte ? 285 m ? 75 m, Blaserhütte – Blaser ? 60 m, Blaser – Ochsenalm-Parkplatz ? 711 m

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1000 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz Ochsenhütte an der Mautstraße von Matrei am Brenner nach Maria Waldrast, 1530 m
TourencharakterAus dem Gschnitztal, also von der Südseite her, führt ein guter Fahrweg bis zur Blaserhütte hinauf und deshalb kommen die Mountainbiker mit ihren bunten Gewändern und hochaufgerüsteten Stahl- respektive Titanrössern gleich in Scharen. Neben einem frischen Bier (oder einem gespritzten Apfelsaft) wollen sie die bunte Blütenpracht in den südseitigen Wiesen unter dem Gipfel sehen, die eine kräftige Sonne aus dem Boden hervorzaubert und dem Blaser zu seinem Namen als dem »Blumenberg Tirols« verholfen hat. Wir Wanderer brechen ein bisschen später im Jahr auf, denn die Straße ist für den Anstieg zu Fuß ein wenig monoton und auf der Nordseite des Blasers, wo gleich mehrere schöne Wanderwege heraufkommen, bleibt der Schnee deutlich länger liegen. Dafür findet der Fußgänger auf dieser Bergseite eine andere, ganz besondere Attraktion. Der Anstoß für sie reicht sehr weit, nämlich bis in das Jahr 1392, zurück.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte, 1 - 50000, Blatt 36 (Innsbruck–Brenner)
VerkehrsanbindungDurch das Inntal bis Axams und auf guter Bergstraße zum riesigen Parkplatz in der Axamer Lizum (Busverbindung ab Innsbruck)
GastronomieBlaserhütte, 2180 m
Tipps
Für Sportliche Wer es etwas sportlicher und alpiner mag, geht von Maria Waldrast ins Serlesjöchl und zur Serles, 2717 m. Noch grimmiger wäre der Anstieg vom Serlesjöchl zur Lämpermahdspitze, 2595 m, und recht anspruchsvoll gibt sich der weglose Abstieg nach Südosten durch eine lange, enorm steile Geröllreiße.
Höchster Punkt
Peilspitze, 2392 m, und Blaser, 2241 m
Unterkunft
Blaserhütte, 2180 m
Tourismusbüro
Tourismusverband Matrei-Mühlbachl-Pfons, Tel.: 0043/(0)5273/6278, Internet: www.wippregio.at
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